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Fantasien der Nacht von Maggie Shayne

Rezension von Nadine Dilger

 

Im Jahr 1739 in Frankreich:

Nur mit der Hilfe seines Freundes schafft es Eric Marquand, dem Galgen zu entgehen. Für seine Freiheit muss er aber einen hohen Preis zahlen: von nun an ist er dazu verdammt, auf Ewigkeit in Dunkelheit zu leben und stets einsam zu bleiben – er ist von nun an ein Vampir.

 

Mitte der 90er:

Tamara, eine junge, hübsche Frau, wird jede Nacht von schlimmen Alpträumen heimgesucht und leidet unter Schlafmangel. In ihren Alpträumen rennt sie vor irgendetwas davon und ruft den Namen eines Mannes, den sie nicht zu kennen scheint und an dessen Namen sie sich am Morgen danach nicht mehr erinnern kann. Eines Nachts, als sie mal wieder nicht einschlafen kann, schnappt sie ihre Schlittschuhe und besucht eine Eislaufbahn, um dort ein bisschen auf andere Gedanken zu kommen. Dort entdeckt sie einen angeblichen Fremden, von dem sie sich irgendwie angezogen fühlt und von dem sie glaubt, ihn irgendwoher zu kennen. Was sie nicht weiß: bei dem geheimnisvollen Fremden handelt es sich um Eric Marquand, dem Mann, der ihr, als sie klein war und im Krankenhaus lag das Leben rettete. Dennoch will Eric ihr seinen Namen nicht verraten und auch nicht, woher sie sich kennen, da er möchte, dass sie sich selbst daran erinnert.

Curtis, der Arbeitskollege von Tamaras Stiefvater, entdeckt die beiden, als er Tamara hinterher spioniert und greift ein. Er und Tamaras Stiefvater Daniel arbeiten beim DPI, die sich mit übersinnlichen Dingen beschäftigen und Eric ist einer ihrer „Fälle“.

 

Obwohl er weiß, dass er in Tamaras Nähe in ständiger Gefahr schwebt, Curtis und Daniel in die Hände zu laufen, kann und will er Tamara nicht in Ruhe lassen, da er sich um sie sorgt. Er versucht ihr klar zu machen, dass er und Tamara eine starke, mentale Bindung zueinander haben und dass er es ist, den sie jede Nacht in ihren Träumen ruft. Nur deswegen ist er hier. Ab dem Zeitpunkt, als Eric zu ihr gekommen ist, hörten Tamaras Alpträume auf – doch der wahre Alptraum hat damit erst begonnen, denn Daniel und Curtis setzen nun alles daran, an Eric zu komme und gehen dafür buchstäblich über Leichen…

 

Fantasien der Nacht ist eine Mischung aus Vampirroman, Romantik und Erotik, was sich schon bei zahlreichen anderen Büchern als eine gute Mischung erwiesen hat. Auch hier ist das wieder der Fall. In vorderster Linie handelt es sich natürlich um einen Vampirroman, der allerdings nebenbei auch eine Liebesgeschichte darstellt und ein wenig im Hintergrund, aber dennoch vorhanden, ist der Erotikanteil, der hier weder zu viel noch zu wenig ist.

 

Dennoch hat das Buch das ein oder andere Manko. Etwas, was an dem Buch ziemlich stört, ist der Anfang. Tamara und Eric treffen sich auf der Eislaufbahn und sofort sind beide hin und weg voneinander. Tamara rutscht aus, sodass Eric sie festhalten muss, damit sie nicht fällt und schon liegt Tamara in Erics Armen. Man erfährt zwar später, dass Tamara und Eric eine enge Bindung zueinander haben und dass diese Zuneigung daher rührt, aber trotzdem wirkt das in diesem Moment (auch mit dem Wissen, wie sie zueinander stehen) einfach unglaubwürdig und aufgesetzt. Tamara erinnert sich nicht einmal an Eric, sie weiß nur, dass er ihr von irgendwoher bekannt vorkommt. Da ist die Szene, in der sie sich ihm mehr oder weniger sofort an den Hals schmeißt und dabei immer wieder so etwas denkt wie: Hoffentlich küsst er mich mit seinen weichen Lippen… aber was denke ich denn da? Ich kenne ich doch gar nicht! meiner Ansicht nach ziemlich unwahrscheinlich, unglaubwürdig und auch ein bisschen unpassend.

 

Was ich ebenfalls an diesem Buch bemängeln muss ist, dass die Charaktere fast alle eher blass gehalten sind und einfach nicht hundertprozentig überzeugen können. Außer dem Charakter von Eric und sein Freund Roland waren alle Charaktere entweder irgendwie seltsam (Beispielsweise Tamaras Stiefvater Daniel, der nicht nur überbesorgt ist, sondern irgendwie ein wenig zu verweichlicht zu sein scheint) oder wirken einfach irgendwie blass, wie Tamara und die meisten anderen. Tamara ist dem Leser nicht unsympathisch, aber man kann sie auch nicht so einfach ins Herz schließen, da sie dafür zu aufgesetzt wirkt.

Eric Marquand hingegen ist genau so, wie man es von einem charmanten Vampir in so einem Roman erwartet.

 

Der Schreibstil hat in der Formulierung die ein oder andere Wiederholung. Viele Sätze beginnen mit „Indes, …“. Es stört nicht besonders, aber es fällt auf, da diese Formulierung sehr oft angewendet wird. Dennoch passt der Schreibstil gut zur Geschichte und es wechselt immer wieder zwischen Tamara und Eric hin und her, was die Sichtweise angeht.

 

Wie ich schon erwähnt habe, ist der Erotikgehalt in Fantasien der Nacht gerade richtig. Nicht so viel, dass es übertrieben ist und es scheint, die Handlung sei nur dafür da und es kommt auch nicht zu kurz. Insgesamt gibt es in dem Buch nicht allzu viele Stellen, in denen erotische Momente beschrieben werden. Diese sind dann meist ausführlich, aber schön beschrieben. Maggie Shayne schien sich eher auf die Romantik zwischen Eric und Tamara zu kümmern, was mir an dem Roman auch sehr gut gefallen hat.

 

Nicht nur Vampire, Liebe und Erotik sind in diesem Buch zu finden, sondern auch eine gehörige Portion Spannung. Zum Ede des Buches hin spitzt sich die Situation zwischen Eric und dem DPI zu und es kommt zu einigen Szenen, die sehr spannend sind.

 

 

Fazit:

Alles in allem ist Fantasien der Nacht von Maggie Shayne ein gelungener Vampirroman mit Erotik- und Romantikanteil, bei dem sich ein Blick sicherlich lohnt. Es gibt lediglich ein paar negative Aspekte, die aber nicht weiter schlimm sind.

 

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Eure Meinung:

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Fantasien der Nacht

Autorin: Maggie Shayne

Taschenbuch: 320 Seiten

Verlag: MIRA TASCHENBUCH IM CORA VERLAG; Auflage: 1 (1. Oktober 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3899414497

ISBN-13: 978-3899414493

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.12.2007, zuletzt aktualisiert: 11.05.2021 21:25