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Farm Life (DS)

Rezension von Björn Backes

 

Landwirtschaftssimulationen sind nicht erst seit dem jüngst veröffentlichten, schlicht „Landwirtschafts-Simulator 2009“ betitelten Erfolgstitel sehr populär. Bereits zu seligen Commodore-Zeiten gab es mit „Agricola“ einen gelungenen Einstand ins Metier, der über die Jahre kontinuierlich erweitert und durch viele modifizierte Fassungen ersetzt wurde. Auch die jüngere Zielgruppe sollte inzwischen dank Titeln wie „Harvest Moon“ mit der Materie vertraut sein, wenngleich hier der Realismus eher an zweiter Stelle rangierte. Mit „Farm Life“ haben Ubisoft vor einiger Zeit nun auch dem DS-Publikum das Leben in einem bäuerlichen Betrieb näher gebracht. Ein Jahr nach dem Original-Release folgt nun die Lowprice-Variante der Software Pyramide.

 

 

Inhalt:

Mit der authentischen, dennoch relativ leicht zugänglichen Präsentation des Farmlebens haben sich die Entwickler ein ziemlich großes Ziel gesetzt, denn neben den Arbeiten auf dem Feld, die hier natürlich einen entscheidenden Part einnehmen, zählen in „Farm Life“ auch die Management-Qualitäten des geneigten Hobbybauers. Und hier eine gesunde Mischung zu finden, durfte sich im Vorfeld als gar nicht mal so einfach erweisen.

Die Umsetzung schafft aber alle Bedenken ziemlich schnell wieder beiseite, da das Designerteam an alle wichtigen Einzelheiten gedacht hat und sie in eine richtig freundliche Struktur gepackt hat. Mit langsamen Schritten tastet man sich an das Leben in der Landwirtschaft heran und entwickelt sich über harte Arbeit schließlich zum anerkannten Großbauern.

 

Aller Anfang bleibt aber schwer, so dass man sich mit den zur Verfügung stehenden materiellen und finanziellen Mitteln erst einmal die Basis versorgen muss. Ein kleiner Viehbetrieb, eine bescheidende Behausung, ein paar kleinere Felder und ein ziemlich schlichter Traktor gehören zur Startausrüstung und geben an sich schon vor, wo man als erstes anpacken sollte. So wählt man zunächst die Saat für die vorhandenen Felder aus und entscheidet, welche Ackerfrüchte angebaut werden. Mais, Salat, mehrere Getreidesorten, aber auch Rüben können gesät werden. Ist die Saat schließlich ausgelegt, muss man manuell (also mit dem Touchpen) dafür sorgen, dass alles umgepflügt und entsprechend bearbeitet wird – bis schließlich die Erntezeit folgt, auf die man immer sehnsüchtiger wartet. Mit der Zeit stellen sich natürlich auch erste Schwierigkeiten an; Schädlinge befallen die Feldpflanzen und müssen mit der chemischen Keule bekämpft werden. Hierzu muss man natürlich einiges aus den Rücklagen investieren, so dass man sich besonders in der ersten Phase immer wieder mit dem Gedanken an die drohende finanzielle Misere anfreunden muss. Doch das Kämpfen lohnt sich.

Um sich hier ein bisschen freizuschwimmen, gilt es, die Viehzucht voranzutreiben. Schweine, Hühner, Ziegen, Rinder und dergleichen werden jung gekauft, gemästet und später gewinnbringend weiterverkauft. Hinzu kommen Güter wie Milch und Eier, die natürlich als zusätzliche Einnahmequelle auch nicht zu unterschätzen sind. Sobald der Betrieb schließlich einmal richtig angelaufen und ein funktionierender Kreislauf etabliert ist, kann man endlich auch den Fuhrpark erweitern. Zusätzliche Maschinen und bessere Traktoren erleichtern die Arbeit auf den Feldern und ermöglichen eine größere Produktion. Weitere Felder können erworben und bestellt werden, was zwar den Arbeitsaufwand ebenfalls steigert, aber auch die schwarzen Zahlen in Gang bringt. Außerdem macht man Geschäfte mit den vielen Partnern, die in „Farm Life“ auftauchen und für einen speziellen ökonomischen Part zuständig sind. Als Folge steigt das in Punkten ausgedrückte Prestige, welches durch Verzierungen und Ausbauten am Hof kontinuierlich aufgewertet werden kann. Die Vergrößerung des landwirtschaftlichen Betriebs und der Gewinn des Ansehens sind schließlich auch die Fernziele einer Simulation, die ganz klein beginnt, einige Herausforderungen bietet und aufgrund ihrer Optionsvielfalt und der vielen Entscheidungsmöglichkeiten nie langweilig wird.

 

 

Technik/Grafik:

Auch in der Aufbereitung gibt „Farm Life“ ein makeloses Gesamtbild ab. Die Grafik ist für ein DS-Game wirklich anständig, die Spielübersicht hingegen blendend. Man hat stets das gesamte Geschehen im Auge und kann problemlos zwischen den Menüs springen, ohne dabei den Fokus von den Entwicklungen am Hof zu entfernen.

Das Handling steht dem in nichts nach. Gerade in den ersten Spielphasen muss man bei der Feldarbeit noch richtig Hand anlegen, so dass „Farm Life“ nicht zur drögen Simulation verkommt. Die Steuerung mit dem Touchpen ist dabei gut umgesetzt und offenbart keine technischen Mängel.

 

 

Spielspaß:

“Farm Life“ hat das Potenzial, den Spieler über viele Stunden zu fesseln, da es schlichtweg sehr viele Wege und Möglichkeiten gibt, seinen Betrieb aufzubauen und zu erweitern. Zwar muss man in allen Bereichen des Farmlebens aktiv werden, allerdings ist es schon möglich, einzelne Schwerpunkte zu setzen und ein wenig zu experimentieren. Diese Freizügigkeit ist herzlich willkommen, gerade auch weil sie nicht damit einhergeht, dass jede Entscheidung x-beliebig ist. Entscheidend ist, dass die Strukturen dieser Simulation nicht sonderlich festgefahren sind und ein falscher Entschluss nicht direkt das Aus bedeutet. Dennoch bleibt die Herausforderung auf einem anständigen Niveau und bringt von Anfang an den Spaß, den man vo einem solchen Titel auch erwarten darf.

 

 

Fazit:

„Farm Life“ ist eine richtig gute Bauernhof-Simulation und somit das realistischere, eigentlich auch bessere Pendant zu „Harvest Moon“. Wer das Leben in der Landwirtschaft attraktiv findet oder einfach nur kennen lernen möchte, bekommt mit diesem Titel einen wirklich lohnenswerten Ableger angeboten!

 

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MEDIUM:

Farm Life

System: Nintendo DS

Entwickler: Ubisoft

Publisher: ak tronic / Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ohne ALtersbeschränkung gem. 14. JuSchG

ASIN: B002G5U1DS

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 08.10.2009, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47