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Fear Factory – Labor der Angst (DVD; Horror; FSK 18)

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Während eines Ausflugs in der Berglandschaft Montanas werden die sechs Studenten Josh, Peter, Bug, Jay, Karen und Holly böse überrascht. Bedingt durch ein Hindernis auf der Straße überschlägt sich ihr Wagenmehrfach und hinterlässt die College-Schüler inmitten der eisigen Wüstenei. Gemeinsam kämpfen sie sich durch die Kälte zu einem scheinbar verlassenen Fabrikgebäude vor, in welches sie sich aus Furcht vor dem Erfrieren Zugang durch den Belüftungsschacht verschaffen. Doch die Hoffnung auf Schutz entwickelt sich in Windeseile zum Trugschluss: Das Sextett stößt in den Fluren auf abgetrennte Körperteile und zwei Leichen. Geschockt versuchen sie, in einem anderen Teil des riesigen Labors ein sicheres Versteck zu finden, entdecken dabei aber einen scheinbar komatösen Patienten, der lediglich durch Kabel und Schläuche am Leben erhalten wird. Dass der glatzköpfige Unbekannte trotz seiner schier hilflosen Lage jedoch über beängstigende Fähigkeiten verfügt, realisieren die sechs erschrockenen Stundenten aber erst, als sie sich endgültig auf der Flucht vor den paranormalen Erscheinungen befinden...

 

Rezension:

„Fear Factory“ gehört zur Kategorie der mit Klischees überladenen Horror-Schocker, die außer Effekthascherei, ständigen Grausamkeiten und ausgelutschten Ideen kaum etwas zu bieten haben, was das anvisierte Zielpublikum nicht schon hundertfach und öfter mit ansehen durfte – oder musste, je nachdem von welchem Standpunkt man ausgeht. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang lediglich, wie gering die Anzahl der eigenständigen Elemente des Streifens insgesamt sind. Gleich in den ersten Minuten entdeckt man nämlich zahlreiche Parallelen zu ähnlich krass abgestürzten Hollywood-Flops, sei es nun was die anscheinend magische Zahl 6 im Bezug auf die Protagonisten betrifft, oder eben hinsichtlich der Schauplätze bzw. der geistigen Ausprägung der Feindbilder. In diesem Fall jedoch maßt sich Regisseurin Anya Camilleri dann noch an, ein wenig Gesellschaftskritik in die Handlung zu integrieren, quasi als Alibi für die dürftige Entwicklung der Story. Der offenkundige Bösewicht ist nämlich in Wahrheit ein Sträfling, der laut Medienberichten längst hingereichtet sein soll, im verlassenen Labor aber nun als Versuchskaninchen dient und sich dort zu einer Art Dämon gemausert hat, der wiederum die Kontrolle über seine ‚Mitinsassen’ übernehmen kann. Interessante Idee, keine Frage, aber was die Umsetzung angeht, fehlt es dem Film aber dann erwartungsgemäß an Tiefe.

 

Doch der Reihe nach: Sechs Studenten unterwegs, ein Hindernis, ein Unfall, eisige Kälte, und der letzte rettende Anker ein mutmaßlich ruhiges Fabrikgebäude. All diejenigen, die an dieser Stelle noch keine Klischees entdeckt haben, scheinen wie prädestiniert für den sich hier bietenden ‚Filmgenuss’, scheinen aber gleichsam Neulinge auf diesem Gebiet zu sein. Doch ernsthaft: Die Rahmenbedingungen könnten einfallsloser kaum sein, das grundlegende Szenario ebenso, und wenn man dann auch noch die wirklich grausigen Laienschauspieler anschaut – Hauptdarstellering Tara Reid vielleicht mal ausgeschlossen – fallen einem schon zahlreiche Gründe ein, „Fear Factory“ mit einem sehr kritischen Urteil abzuwerten. Für Letzteres liefert der Streifen in den folgenden Minuten aber noch allerhand weitere Berechtigungen. Die Entwicklung der Handlung ist geradezu lächerlich, die Effekte minderwertig und der Spannungsbogen aufgrund der Vorhersehbarkeit der Ereignisse ziemlich flach. Addiert man hierzu noch die fehlende Ausstrahlung aller fünf Laiendarsteller, neben denen Miss Reid gezwungenermaßen als Lichtblick übrig bleibt, ist ein weiteres Fiasko aus dem britischen B-Horror-Segment perfekt. „Fear Factory“ mag vielleicht nicht die Spitze des Eisbergs sein, unter den jüngsten Publikationen auf dem westlichen Schocker-Markt aber sicherlich eine der mit Abstand schwächsten!

 

Fazit:

Der Horror-Markt wird fortlaufend überschwemmt, dies ist leider nicht mehr bloß These sondern seit Jahren bereits bittere Realität. Dennoch wagen sich nach wie vor reihenweise Nachwuchs-Regisseure an die Materie heran und tragen zu einem der unnötigsten Overkills bei, den die Filmindustrie seit Anbeginn der Zeit verkraften muss. Eine Folge dessen sind schließlich Produktionen wie „Fear Factory – Labor der Angst“, ein Film, der sich inhaltlich auf zahlreichen vorab produzierten Streifen stützt, fast schon in den zahlreichen Klischees versinkt und insgesamt so langweilig ist, wie es für den unteren Durchschnitt des Genres mittlerweile üblich ist. Die klare Empfehlung daher: Finger weg!

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DVD:

Fear Factory – Labor der Angst

Regie: Anya Camilleri

Großbritannien 2005

Sprache: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

FSK: 18

Bildseitenformat 16:9

Splendid Entertainment/WVG,: 28.März 2008

Spieldauer: 84 Minuten

 

ASIN: B0011U156G

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Tara Reid

Akemnji Ndifernyan

Russell Carter

 


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Erstellt: 17.04.2008, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23