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Feuerklingen von Joe Abercrombie

Reihe: Das erste Gesetz Band 2

Rezension von Christel Scheja

 

"Feuerklingen" setzt da an, wo Kriegsklingen aufhörte und ist erst Joe Abercrombies zweiter Roman, der allerdings auch zu verstehen ist, wenn man das erste Buch nicht gelesen hat. Wieder kehrt er zu seinen drei Helden und ihren unterschiedlichen Abenteuern zurück.

 

Noch immer begleitet Logen, der Barbar, auch „Neunfinger“ genannt, den obersten Magier Bayaz Ohl. Gemeinsam mit dessen Lehrling Quai, der Attentäterin Ferro und dem am Hof nach einer Intrige in Ungnade gefallenen Jezal Luthar reisen sie in die inmitten einer öden Wildnis liegenden Ruinenstadt Adua.

Nicht nur der Weg ist bereits voller Gefahren, denen sie sich mit Schwert und Magie stellen müssen, auch die alte Stadt erweist sich als Ort voller heimtückischer Fallen und Zauber. Dennoch hofft der alte Zauberer hier Artefakte und Wissen zu finden, mit dem er das prophezeite Verhängnis aufhalten kann. Doch dann verschwindet er spurlos, und seine Begleiter sind auf sich allein gestellt.

Ohne das Wissen und die Macht des Obersten der Magier müssen die ungleichen Charaktere nun um so enger zusammen halten und lernen, einander Vorurteile oder Misstrauen abzulegen und einander zu vertrauen, denn nun werden offene Rechnungen eingefordert und Geheimnisse offenbar, die besser verborgen geblieben wären.

Der ebenfalls in Ungnade gefallene Inquisitor Glokta ist auf Weisung des Erzlektors in die Stadt Dagoska abgeschoben worden, um dort dafür zu sorgen, dass der Ort und die Landzunge nicht in die Hände der Gurkhisen fällt. Das erweist sich als alles andere als einfach, denn die Stadtoberen hängen zu sehr an ihrem Leben, um Widerstand zu leisten. Glokta merkt recht schnell, das er in ein Wespennest geraten ist und muss schnell und zielstrebig handeln, um die Gefahr des Verrats abzuwenden, auch wenn er dabei brutale Gewalt einsetzen muss.

Und nicht zuletzt wird die Gefahr aus dem Norden immer konkreter, denn die Nordmänner sind klüger als gedacht und unterwandern den Kriegszug des Kronprinzen Ladisla, der sich noch sicher und überlegen wähnt...

 

Bereits in „Kriegsklingen“ bewies Joe Abercrombie, das er actionreich und unterhaltsam schreiben kann. Das setzt er auch in „Feuerklingen“ fort, denn wie immer sind die Dialoge flüssig und die Handlung wirkt ausgefeilt. Zwar verliert er den roten Faden nicht, aber er holt wie auch im ersten Band ein wenig zu weit aus und ergeht sich in Kleinigkeiten, so dass die Geschichte ein wenig ins Stocken gerät und sich eine gewisse Langatmigkeit einschleicht, die gerade im Mittelteil des Buches sehr stark auffällt.

Der Autor konzentriert sich vor allem auf das Abenteuer und baut Intrigen und Figuren geschickt auf, verzichtet aber darauf, beides tiefer gehend zu schildern und sich entwickeln zu lassen. Daher bleibt eine gewisse Distanz zu den Charakteren bestehen, die man zwar weiter kennenlernt - trotzdem aber nicht so mitfühlen kann, wie man möchte, da etwas entscheidendes fehlt. Der Roman steht damit wie schon sein Vorgänger in der Tradition der Sword & Sorcery, die oft genug auch darauf verzichtet hat, Hintergründe und Motive besonders auszufeilen.

 

„Feuerklingen“ ist zwar ein solide geschriebenes Fantasy-Abenteuer, das gute Unterhaltung bietet, ragt aber nicht aus der Masse ähnlicher Romane wie z. B. von James Barclay, heraus. Inhalt, Figuren und Sprache lehnen sich an die heute gängigen Klischees an und bieten nicht einmal interessante Variationen - nicht zuletzt zieht Joe Abercrombies Geschwätzigkeit die eigentlich dünne Handlung etwas zu sehr in die Länge, als dass sie durchweg spannend sein kann.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Andre
Dienstag, 09. November 2010 01:45 Uhr
Hier kann man mal wieder sehen,das jeder Leser einen anderen Geschmack hat.
Für mich war die Lektüre der 3 Klingenromane eine Wohltat nach so viel schwacher Fantasy in letzter Zeit. Klasse Charaktere, geniale Dialoge, keine typischen Helden, kein Happy End, hart und witzig zugleich, süchtig machender Lesestoff, der mich an das Lied von Eis und Feuer erinnerte. Die Kritik von Claudia ist sehr subjektiv, denn "Geschwätzigkeit" findet man bei Abercrombie nun wirklich nicht.
Vielleicht mal mit"Nebel von Avalon" oder anderen "Klassikern" vergleichen, und danach noch einmal darüber nachdenken...

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Feuerklingen

Reihe: Das erste Gesetz Band 2

Autor: Joe Abercrombie

Heyne, Oktober 207

FORMAT broschiert), 795 Seiten

# ISBN-10: 3453532538

# ISBN-13: 978-3453532533

Übersetzung aus dem Englischen von Kirsten Borchard

Titelbild von Nele Schütz Design

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.10.2007, zuletzt aktualisiert: 10.02.2020 18:41