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Finder Charakter Book(Artbook)

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den Stars der japanischen Szene im Bereich der Boys Love, die auch im Ausland sehr beliebt sind, gehört zweifellos Ayano Yamane. Die Künstlerin zeichnet nicht nur sehr realistische Figuren, ihre Geschichten sind auch härter und kompromissloser als die ihrer Kollegen und sie scheut sich nicht, gewisse Körperteile zu zeigen. Vor allem die Serie „Finder“ hat es den meisten Lesern angetan.

 

Zu der Serie, die im fernöstlichen Verbrechermilieu spielt, ist nun ein Artbook erschienen, das „Finder Chaakter Book“. Mit einigen Jahren Verspätung kommt es nun auch nach Deutschland.

Der Farbteil umfasst nicht nur die farbigen Titelbilder der Taschenbücher und der Kapitel, wie sie in den Magazinen erschienen, sondern auch Poster und Motive, die den entsprechenden Merchandise zieren. Zudem gibt es einige der Eingangsseiten noch einmal in Farbe zu bewundern.

Auf Kunstdruckpapier besonders klar wirkende Schwarzweiß-Zeichnungen, die viele der Kapitel eingeleitet haben oder als Illustrationen im Text zu finden waren ergänzen – von Texten befreit – diesen Teil.

Danach folgen eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse, Steckbriefen der wichtigsten Figuren und ein Comic, der die Beziehung zwischen Akihito Takaba und Tyuichi Asami noch einmal verdeutlicht. Immerhin hat der junge Fotojournalist den Geschäftsmann erst durch seine Observierungen auf sich aufmerksam gemacht. Da Asami einiges zu verbergen hat, blieb ihm keine andere Wahl, als den aufdringlichen Reporter gefangen zu nehmen und sich zu unterwerfen. Immerhin hat er als leitendes Mitglied eines Yakuza-Clans sehr viel zu verlieren, vor allem nun, da Feilong Liu, Chef der Hongkonger Triaden auch noch in seinen Geschäften mitmischen möchte.

Schließlich wird das Artbook noch durch ein ausführliches Interview ergänzt und Ayano Yamane erlaubt dem Leser, sie bei der Erstellung eines Farbbildes zu begleiten.

 

Für Boys Love Fans ist das „Finder Charakter Book“ ein Muss, denn wie in keinem anderen Bildband zu diesem Thema, finden sich so viele Darstellungen hübscher junger Männer, die zum großen Teil auch noch ein erotisches Prickeln ausstrahlen.

Die Künstlerin geht in der Darstellung der Zärtlichkeiten sehr weit und zeigt viel nackte Haut, wird dabei aber niemals vulgär oder pornographisch. Die Illustrationen sind ästhetisch, ausgewogen und geschmackvoll, wie erstklassige Pin-Up-Fotos.

Hier kann man sich auch als westlicher Betrachter satt sehen und in Ruhe genießen, da die Farbgebung sehr angenehm ist und nicht ins Auge sticht, die Anatomie der Figuren auch das westliche Schönheitsideal anspricht.

Für den Fan der Serie besonders interessant sind vermutlich vor allem die Charakterinformationen, die zwar nicht viel neues zu den Personen verraten, aber alles, was bisher über sie bekannt ist, an einem Ort versammeln.

Auch der Comic ergänzt die bisher bekannten Szenen, da sie die erste Begegnung der beiden aus einer ganz anderen Sicht zeigen und auch verraten, warum der junge Journalist so viel Interesse an dem erfolgreichen Geschäftsmann hat.

Das Interview und der Blick in ihr Studio runden das Artbook schließlich ab, erfährt man dabei doch unter anderem eine ganze Menge über Ayano Yamane, ihre Lust an schönen Männern und dem Spaß, den sie bei der Serie hatte und hat.

 

Alles in allem ist das „Finder Charakter Book“ vor allem für ältere Leserinnen ansprechend, die nicht nur ein Faible für Boys Love-Geschichten haben, sondern auch die erotische und ästhetische Qualität von Ayane Yamanos Zeichnungen zu schätzen wissen.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Finder Charakter Book(Artbook)

Autor und Künstler: Ayano Yamane

Original: Finder Charakter Book, Japan, 2007

Aus dem Japanischen von Josef Shanel und Matthias Wissnet

Artbook vollfarbig und sw, 102 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen November 2011

ISBN-10: 3867197075

ISBN-13: 978-3867197076

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 30.03.2012, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39