Passend zu Weihnachten und vielleicht auch dem Valentinstag, veröffentlichte dtv die Trilogie Die Macht der Seelen in einem hübsch aufbereiteten und mit Farbschnitt versehenen Sammelband unter dem Titel Finding you. In diesem enthalten sind die Einzelromane Finding Sky, Saving Phoenix und Calling Crystal, die hierzulande um 2013-15 erschienen.
Savants sind Menschen mit übernatürlichen Kräften, die eine eigene Gemeinschaft gebildet haben. Während die meisten ihre Gaben für das Gute einsetzen, nutzen andere ihre Fähigkeiten gnadenlos aus und begehen damit Verbrechen. Allen gemeinsam ist, dass irgendwo auf der Welt ein Seelenspiegel lebt, ein Mensch, der perfekt zu einem passt.
Sky findet es schon ein wenig seltsam auf der neuen High School, die so ganz anders ist als die in England. Schon bald fällt ihr der arrogante Zac Benedict ins Auge, den sie nicht aus dem Kopf bekommt. Und genauso ergeht es Phoenix, die nach einem Diebstahl nicht Yves aus dem Kopf bekommt und Crystal, die überlegen muss, ob sie Xav vertrauen kann.
Zusammengehalten werden die Geschichten durch die drei männlichen Mitglieder der Familie Benedict, die mehr oder weniger auf der Suche nach den Frauen sind, die als Seelenspiegel am Besten zu ihnen passen. Erzählt wird das ganze allerdings aus der Sicht der jungen Mädchen, die aus ganz unterschiedlichen Milieus kommen.
Da ist einmal Sky, die aus einer relativ normalen englischen Familie stammt, die in die Staaten zieht und sich erst einmal mit dem Kulturclash auseinander setzen muss, dann Phoenix, die in einer sektenähnlichen Gemeinschaft aufwächst und zuletzt Crystal, die aus einer ähnlich gut situierten Familie wie auch die Benedicts stammt.
Damit es nicht zu langweilig wird, spielt jede Geschichte vor einem anderen Schauplatz. Spannung entsteht natürlich durch die Auseinandersetzung mit den eher bösen Savants, die natürlich nicht wollen, dass man ihren Machenschaften auf die Spur kommt oder sogar ihre Pläne durchkreuzt.
Dennoch sollte man nicht all zu viel Spannung und Abenteuer erwarten. Denn die Geschichten drehen sich mehr oder weniger um die auserwählten Paare, die sich erst einmal eine Weile umkreisen, ehe sie ihren Wert füreinander erkennen. Dabei entwickeln die jungen Männer gar nicht einmal so sehr Charakter, treten nämlich mehr oder weniger erst einmal als geheimnisvolle »Bad Boys« auf, bis sie sich dann doch als Traummänner entpuppen, die ihre Auserwählte am Ende in den Hafen der Ehe tragen.
All das bleibt allerdings auf einem jugendfreien Niveau, intensive Küsse sind das höchste der Gefühle. Die phantastischen Elemente und netten Ideen zu den Savants verkommen aber leider sehr schnell zur Staffage, die der Romantik nur einen leicht exotischen Touch verleihen, mehr aber nicht. Letztendlich entfalten sich vor dem Leser vorhersehbare und leider nicht gerade klischeefreie Liebesgeschichten mit dem obligatorischen Ende.