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Flammender Zorn von Suzanne Collins

Reihe: Die Tribute von Panem, Bd 3

Rezension von Christel Scheja

 

Mit ihrer Trilogie um „Die Tribute von Panem“ gehört Suzanne Collins zu den Vorreitern einer neuen Welle von Dystopien, in denen sich junge Liebe vor einem Hintergrund entwickelt, der sehr stark an eine Mischung aus „Schöne neue Welt“ und den in den letzten Jahren zugrunde gegangenen Regimen erinnert. Allerdings ist sie in der Schilderung der Ereignisse wesentlich konsequenter als viele ihrer Kolleginnen.

 

Die Zeit der Kindheit und Jugend ist entgültig vorbei, als Katniss zusammen mit Peeta ein zweites Mal in die Arena der Hungerspiele geschickt wird. Mittlerweile brennt es allerorts, immer mehr Menschen und Distrikte lehnen sich gegen die totalitäre Kontrolle des Kapitols auf.

In letzter Sekunde wird Katniss aus der Arena gerettet, muss aber Peeta zurücklassen. Und da sie in diesen letzten Stunden zum Sinnbild der Rebellion geworden ist, müssen auch noch andere die Rache des Präsidenten erleiden. Er lässt Distrikt 12 zerstören.

In Distrikt 13, der eigentlich als zerstört gilt, kann sich Katniss erst einmal von den körperlichen und seelischen Wunden erholen, die ihr geschlagen worden. Doch das geht nur langsam vonstatten. Zwar haben ihre Mutter und ihre Schwester überlebt – aber was ist mit den vielen Toten und vor allem Peeta? Denn die Hinweise verdichten sich, dass das Kapitol ihn foltert und misshandeln, um ihn zu einer Waffe gegen sie zu machen.

Außerdem entfremdet sich auch Gale, dem eigentlich immer ihr Herz gehört hat von Katniss und wird zu einem glühenden Verfechter der Rebellion. Sie selbst kann ihm nicht recht folgen, denn ihr fallen viele unangenehme Kleinigkeiten auf, durch die sie sich fragt, ob die Rebellen wirklich so viel anders sind als diejenigen, gegen die sie kämpfen. Trotzdem lässt sie sich erst einmal als Galionsfigur einspannen und in der Öffentlichkeit präsentieren. Doch gerade dadurch werden ihr immer mehr die Augen geöffnet.

 

„Flammender Zorn“ schließt direkt an „Gefährliche Liebe“ an und spinnt die Geschichte konsequent weiter. Dabei nimmt sie auch weiterhin kein Blatt vor den Mund. Weder was Katniss’ Seelenverfassung angeht, noch das Leben unter den Rebellen. Ihre Heldin trägt auch diesmal schwere Wunden davon, aber sie weiß jetzt auch, was sie von den Versprechungen ihrer neuen Freunde zu halten hat.

Die beklemmende und düstere Atmosphäre bleibt erhalten, denn durch die Augen von Katniss durchschaut auch der Leser die Machenschaften der Regierung, die an die Stelle des Kapitols treten könnte, wenn die Rebellen siegreich sind. Denn die Kontrollen sind ähnlich streng, wenn auch etwas subtiler und hinterhältiger als in den Distrikten und sie wird auch wieder ohne Rücksicht auf Verluste benutzt.

Dabei bleibt die Autorin konsequent. Wer sich Hoffnung auf romantische Entwicklungen in Richtung von Gale macht wird bitter enttäuscht, denn anstatt sich anzunähern entfremden sich die beiden in diesem Band zusehends, auch ohne das Peeta anwesend ist.

Obwohl physische Gewalt durch den krieg immer allgegenwärtig ist, erweisen sich die seelischen Grausamkeiten, doch als viel zerstörerischer als alles andere. Und am Ende trifft Katniss eine sehr interessante und unerwartete, wenn auch logische Entscheidung.

Wieder zeigt die Autorin ihr profundes Wissen über totalitäre Systeme, lässt aber auch die Rebellen nicht besser dastehen. Das ist harter Tobak, der immer wieder zum Nachdenken anregt, macht das Buch aber deswegen erst für ältere Jugendliche und Erwachsene interessant, die bereits das entsprechende Wissen und die Reife haben, um die Entwicklungen nachzuvollziehen.

Alles in allem beeindruckt auch „Flammender Zorn“ und hinterlässt seine Spuren. Und das weniger durch die Liebesgeschichte als durch das konsequente Eintauchen in eine Welt, die gar nicht so unvertraut ist und die Menschheit durchaus in der ein oder anderen Form wieder begegnen könnte.

Da macht es auch nichts aus, dass es letztendlich nicht das von vielen ersehnte Happy End gibt, sondern einen nüchternen Ausklang, der sehr gut zu der realistischen Entwicklung passt, welche die Figuren im Verlauf des Buches durchgemacht haben. Und das ist etwas, was man nicht so leicht vergisst.

 

„Flammender Zorn“ ist damit der gelungene und stimmige Abschluss der beeindruckenden „Panem“.-Trilogie. Gerade in diesem Band setzt die Autorin besonders auf eine subtile aber konsequente Entwicklung des Hintergrundes und realistische Beschreibungen, um den Lesern die Augen zu öffnen.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 2 von 2.

allgemeiner
Mittwoch, 25. Mai 2011 18:26 Uhr
Ein richtig tolles Buch!Freue mich schon sehr Band 3 zu lesen.

allgemeiner
Mittwoch, 25. Mai 2011 18:26 Uhr
Hallo,
also ich finde ale Gregor-Bücher absolut spitze!!! ICh freu mich schon auf Februar,dann kommt das 4. raus.
Also zum zweiten: Die Geschichte wirkt immer stimmig und unglaubwürdig ist doch klar.das ist ein Fantasybuch....

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Flammender Zorn

Autorin: Suzanne Collins

Reihe: Die Tribute von Panem, Bd 3

Gebunden, 430 Seiten

Oetinger, erschienen Januar 2011

Übersetzung aus dem Englischen von Sylke Hachmeister und Peter Klöss

Titelbild von Hanna Hörl

ISBN-10: 3789132209

ISBN-13: 978-3789132209

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 25.05.2011, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59