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Flammenmädchen von Samantha Young

Rezension von Christel Scheja

 

Eigentlich ist die New York Times Bestsellerautorin Samantha Young Schottin und hat in Edinburgh studiert. Die besten Ideen kamen ihr immer in den Vorlesungen, so dass sie aus einem reichhaltigen Pool schöpfen kann, den sie mit ihrem Interesse für Mythologie verknüpft. „Flammenmädchen“ ist der Beweis dafür.

 

Ari steht kurz vor ihren Highschool-Abschluss. Anders als viele ihrer Klassenkameraden fiebert sie dem Ende der Schule aber nicht entgegen. Einerseits weiß sie immer noch nicht, was sie wirklich machen soll und ist nicht begeistert davon, dass ihr Vater sie bereits für die Wirtschaftskurse am College angemeldet hat, auf der anderen Seite kämpft sie immer noch mit ihren Gefühlen gegenüber ihrem Freund Charlie. Auf der einen Seite ist ihre Beziehung zerbrochen, ehe sie richtig beginnen konnte, auf der anderen Seite macht sie sich immer mehr Sorgen um ihn, denn er ist immer noch ein Kumpel, der ihr Leben über viele Jahre begleitet hat.

Während sie sich selbst daran gewöhnen konnte, dass ihr Vater sie oft alleine ließ, merkt sie, wie Charlie langsam aber sicher am Tod seines Bruders Mike zerbricht, für den er sich die Schuld gibt, und sich in Drogenexzesse und Alkohol stürzt um den Schmerz zu verdrängen.

Als wären das nicht schon Schwierigkeiten genug, taucht der arrogante aber gut aussehende und irgendwie faszinierende Jai auf, der ihre Sinne durcheinander bringt. Er ist nicht der einzige, denn schon bald wacht sie nach einer Party an einem seltsamen Ort auf, der nicht von dieser Welt zu sein scheint. Ein anderer Mann enthüllt ihr, dass sie eigentlich kein Mensch ist, sondern seine Tochter – die Frucht aus der Verbindung magischer Wesen. Nun ist die Zeit gekommen, in der sie ihr Erbe annehmen sollte, um ihm beizustehen.

Denn auch wenn Ari es nicht weiß, so steht sie im Mittelpunkt eines epischen Ringens um die Macht zwischen sieben Brüdern und ihren Vater, die alle nicht von dieser Welt sind...

 

Nachdem Vampire und Werwölfe, Engel und Dämonen in zahlreichen Romanen als geheimnisvolle Helden mit übersinnlichen Kräften und einem düsteren Hintergrund fungieren durften, greifen viele junge Autorinnen nun auf die Mythologie zurück, um ihren Geschichten ein wenig Würze zu verleihen. Nachdem auch Elfenprinzen in großer Zahl auftauchen durften, sind nun die Dschinnen an der Reihe, die Erinnerungen an die Märchenfilme aus Tausendundeiner Nacht wecken, mit denen viele Leserinnen aufgewachsen sein dürften.

Samantha Young macht da keine Ausnahme. „Flammenmädchen“ verbindet die magische Geschichte um das Mädchen, das achtzehn Jahre geglaubt hat, ein einfacher Mensch zu sein, aber nun in einen epischen Kampf verstrickt wird, da sie eine Schlüsselrolle einnimmt – mit den Problemen, die viele Teenager ebenfalls kennen.

Die Geschichte bewegt sich deshalb auf zwei Ebenen. Einerseits kann man miterleben, wie Ari damit umgeht, dass sie sich bald an einen neuen Lebensabschnitt gewöhnen muss, den andere für sie geplant haben, wie sie versucht mit ihren Gefühlen gegenüber Charlie fertig zu werden, auch wenn sich Jai schon irgendwie in ihr Herz schließt.

Das ganze ist routiniert geschrieben, wartet mit all den Elementen auf, die man erwartet – nachvollziehbaren weltlichen Problemen, dem Lebensgefühl der Jugendlichen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Magie und Abenteuer, die die Heldin aber nie wirklich in Gefahr bringen und viele Geheimnisse, die sie erst einmal entdecken und verdauen muss, ehe sie ihr Erbe und die damit verbundene Macht annimmt. Die Figuren sind auch relativ simpel gestrickt, haben genau die Charakterzüge, die sie benötigen, damit der Leser sie sympathisch, interessant oder abstoßend finden kann und bieten so keine besonderen Überraschungen.

Natürlich dürfen auch eine Prise Humor und ein guter Schuss unterschwellige Romantik nicht fehlen, die das ganze auch noch abrunden. Alles in allem bleiben die phantastischen Elemente eher schwammig, passen sich mit einfachen Beschreibungen und Lösungen der Geschichte an und nicth umgekehrt, während die Autorin bei den zwischenmenschlichen Problemen wesentlich präziser arbeitet.

 

Alles in allem erweist sich „Flammenmädchen“ als routiniert geschriebene Geschichte für ältere Jugendliche, die sich in den Hauptfiguren problemlos wiederfinden und ihre Sorgen nachvollziehen können, dazu aber auch noch einen guten Schuss phantastisches Abenteuer und sehr viele romantische Gefühle geboten bekommen.

Der Genre-Fan wird hingegen davon enttäuscht sein, dass die Autorin ihre durchaus interessanten phantastischen Ideen nicht besonders ausarbeitet, sondern lieber den persönlichen Befindlichkeiten ihrer Heldin unterordnet.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Flammenmädchen

Autorin: Samantha Young

Taschenbuch, 362 Seiten

Darkiss/Mira, April 2014

Übersetzerin: Alexandra Hinrichsen

 

ISBN-10: 395649007X

ISBN-13: 978-3956490071

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 02.05.2014, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59