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Flashpoint: Das Spezialkommando – Staffel 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

 

Zwar werden sehr viele amerikanische Fernsehserien im kanadischen Vancouver gedreht, weil die Produktionskosten dort etwas niedriger sind, Fernsehserien des nördlichen Nachbarn haben es aber eher schwer, in den USA anzukommen. Einige wenige Ausnahmen gibt es, wie „Ein Mountie in Chicago“, aktuell ist die Krimi-Action.Serie „Flashpoint“ auch bei den Zuschauern in den Vereinigten Staaten sehr beliebt.

 

Die Geschichte dreht sich um die Strategic Response Unit (SRU). Dabei handelt es sich um eine fiktive aber der real existierenden Emergency Task Force der Polizei nachempfundenen Spezialeinheit.

Diese hat die Aufgabe ganz besonderen Krisensituationen zu lösen, die normale Polizeikräfte ohne besondere Ausbildung nicht übernehmen kann. Dazu gehören Bombenentschärfungen, schwerbewaffnete Kriminelle aber auch Geiselnahmen. Zunächst gilt es, die Täter durch Verhandlungen zum Aufgeben zu bewegen und ggf. auszuschalten ohne sie zu töten, wenn es gar nicht anders geht dürfen sie auch scharf schießen und töten. Interessanterweise handelt es sich dabei selten genug um skrupellose Schwerverbrecher. Ganz oft stehen auch einfache Menschen im Geschehen, die durch extremen Druck einfach durchdrehen und nicht mehr Herr ihrer Sinne sind.

Im Mittelpunkt steht das Team von Ed Lane, Gregory Parker, Julianna Callagan, Lou Young, Mike Scarlatti und Kevin Wordsworth, die gelegentlich von der Polizei-Psychologin Amanda Luria unterstützt werden. Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die eng zusammenhält bekommen aber mit dem Neuling Sam Braddock nun Zuwachs, der nicht nur frischen Wind in die Gruppe bringt.

Gleich zu Anfang werden sie mit einer Situation konfrontiert, die keiner gerne erleben möchte, am wenigsten die Scharfschützen. Ein Mann dreht in einem mondänen Einkaufszentrum durch, nachdem er seine Frau im Affekt erschossen hat. Als dann auch noch der Sohn auftaucht eskaliert die Situation. Es kommt zu einem fatalen Schuss und der Frage, ob dieser nötig gewesen wäre. Das Verfahren gegen seinen Zukünftigen Kollegen gibt Sam Braddock einen ersten Vorgeschmack, was ihn erwarten kann. Und noch ahnt niemand, dass auch der Sohn des Erschossenen diese Tat nicht vergisst.

Im zweiten Fall bekommt die SRU es mit einem Vater zu tun, der durchdreht, als er erfahren muss, dass seine Tochter von der Liste der Herzplanstationspatienten genommen wurde. So sehr sie ihn auch verstehen, sie müssen ihn aufhalten, bevor er noch schaden anrichtet.

Tragisch ist auch der Moment, als es gilt, einen Undercover-Cop aus einer misslichen Lage zu befreien, vor allem als dann auch noch ein dritter Beteiligter ins Spiel kommt, der eigentlich unschuldig ist.

Dann wird das Team in den Hafen gerufen wo ein Polizist von seiner eigenen Schwägerin festgehalten wird. Doch ist die Situation wirklich wie sie sich darstellt? Je mehr die SRU den Hintergrund der Täter recherchiert, desto deutlicher wird, dass sie dem ersten Eindruck vielleicht besser nicht trauen sollten.

Tasha Redford versucht ihr Leben so gut wie möglich zu führen, auch wenn sie in einem Viertel lebt, in dem Jugendgangs das Sagen haben und ihre Mutter dem Alkohol ergeben ist. Als sie einen jungen Mann anzeigt, der sie vergewaltigen wollte, kommt es zur Racheaktion von dessen Freundin und Tasha wird selbst zur Mörderin. Nun ist es an der SRU sie rechtzeitig zu finden, ehe die Situation eskaliert.

Was der Job aus einem machen kann wird zu einem sehr persönlichen Einsatz für die Leute der SRU, als der Gründer der Einheit bei ihnen auftaucht und dort noch einmal die Akten eines alten Falles durchsehen will. Niemand ahnt am Anfang, dass daraus wesentlich mehr wird.

Ansonsten lebt jeder der Angehörigen der Spezialeinheit sein eigenes Leben, wenn man einmal von Julianna und Sam absieht, die sich im Verlauf der Zusammenarbeit immer näher kommen, obwohl sie wissen, das solche Beziehungen gar nicht gerne gesehen werden...

 

Auch wenn hin und wieder persönliche Geschichten mit hinein spielen, so konzentriert sich die Serie doch mehr auf die Fälle und damit die Schicksale, denen sich die SRU stellen muss ohne persönlich involviert zu werden.

Die Angehörigen der Spezialeinheit werden nur grob charakterisiert, so dass man doch etwas länger braucht, um sie alle auseinander zu halten, da jeder mehrere Funktionen übernehmen kann und nicht nur auf eine einzige festgelegt ist.

Dafür erfährt man um so mehr über die Täter, vor allem wenn sie eigentlich keine Verbrecher sind sondern ganz normale Menschen, die einfach nur den Druck nicht mehr länger aushalten und durchdrehen, so wie der Mann, der um die Herztransplantation für seine Tochter kämpft oder die kinderlose Frau, die erfahren muss, dass weitere Hormonbehandlungen bei ihr nur noch zu mehr Schwierigkeiten führen könnten und sie sich deshalb den Wunsch ein eigenes Baby zu haben, abschminken soll. Dabei gießt der Verdacht, dass der Mann fremd geht nur noch mehr Öl auf ihre Wunden.

All das beschäftigt die Beamten, auch wenn sie versuchen, emotionale Distanz zu bewahren und ihren Job zu tun. Wozu das führen kann, bekommen sie gegen Ende der Staffel auch sehr eindrucksvoll gezeigt. All das, die Fehler und die Schwächen, die sie bei den Einsätzen zeigen, machen die Helden sehr menschlich. Immerhin ist man so konsequent, die ganze Sache nicht immer gut ausgehen zu lassen. Zwar können die meistens die Geiseln und hin und wieder auch die Täter gerettet werden, aber nicht selten bezahlen alle Seiten dafür einen hohen Preis, an dem sie noch eine ganze Weile zu knabbern haben. Nach Dienstschluss ist nämlich nicht immer alles abgeschüttelt.

Die Folgen sind dabei nach dem immer gleichen Schema aufgebaut. Die Episode beginnt mit der kritischsten Situation der Geschichte. Bevor diese gelöst wird, springt die Handlung aber zwei bis fünf Stunden in die Vergangenheit und zeigt, wie alles angefangen hat, wie die Menschen in erst in die Situation gerieten, die Spezialeinheit einen neuen Arbeitstag beginnt und dann zu ihrem Auftrag aufbricht. Damit weiß der Zuschauer mehr, aber auch nicht immer alles, denn nicht selten gelingt der Trick, die Situation im Verlauf der Geschichte anders darzustellen, als man sie zuerst sieht.

Das bringt Spannung in die ansonsten recht geradlinigen Geschichten ebenso wie die Gewissheit, das nicht immer unbedingt alles wunschgemäß ausgeht, auch wenn bestimmte Grenzen dabei nicht überschritten werden.

Die vier DVD’s sind von guter Bild und Tonqualität. An Extras gibt es leider nur ein sehr kurzes und wenig aussagekräftiges Making-of und Interviews mit den Schauspielern, die man leider nicht einzeln anspringen kann.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem erhält der Krimi-Fan mit „Flashpoint: Das Spezialkommando“ leicht überdurchschnittliche Kost in einem sehr modernen Stil, mit Helden, die sehr glaubwürdig auftreten und nicht irgendwie all zu klischeehaft sind, wenn auch ein wenig blass. Man kann sich bei den Folgen sehr gut entspannen, da sie zwar mitreißend aber nicht all zu komplex sind und abgeschlossene Geschichten erzählen.

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DVD:

Flashpoint: Das Spezialkommando – Staffel 1

31-teilige Krimi/Action-Fernsehserie, CAN, 2008

Staffel 1 mit 13 Folgen

Regisseur(e): David Frazee, Charles Binamé, Holly Dale

Produktion: Anne Marie La Traverse

Idee: Mark Ellis, Stephanie Morgenstern

Musik: Amin Bhatia

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1

Bildseitenformat: 16:9

Anzahl Disks: 4

Extras: Making-of (5 min), Interviews (48 min)

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Studio: Koch Media GmbH - DVD

Erscheinungstermin: 28. Mai 2010

Spieldauer: 585 Minuten (13 Folgen a ca. 43 min)

ASIN: B003ACP9FQ

 

Erhältlich bei: Amazon

 

 

Darsteller:

 

  • Hugh Dillon
  • Enrico Colantoni
  • Amy Jo Johnson
  • David Paetkau
  • Mark Taylor
  • Sergio di Zio
  • Michael Cram
  • Ruth Marshall

 

 

Weitere Informationen

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 27.06.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26