Flaxman Low ist der Name eines Detektivs, der sich auf die Ermittlung in übersinnlichen Fällen verlegt hat. Diese Art von Spürnase ist für die Zeit um die Jahrhundertwende typisch. Hier gab es auch im deutschen Sprachraum mehrere Serien von Spiritismus-Detektiven. Man kann vermuten, dass dies von einer Symbiose ausgelöst wurde: Arthur Conan Doyles Figur des Sherlock Holmes war eingeführt und sowohl bekannt als auch erfolgreich. Und dazu gesellte sich das Phänomen des Spiritismus, der zunächst als Randphänomen der Okkultisten belächelt, nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs in breiteren Gesellschaftsschichten Fuß gefasst hatte. Die Menschen suchten oftmals nach Kontakt zu ihren im Weltkrieg gefallenen Angehörigen, was sie in die Hände von Medien trieb, welche mit dieser Sehnsucht viel Geld machten.
Die Storys um Flaxman Low wurden bereits kurz vor der Jahrhundertwende veröffentlicht, ca. 10 Jahre nach Arthur Conan Doyles erster Sherlock-Holmes-Erzählung. Die Ermittlungsarbeit von Flaxman Low ist auch diesmal geprägt von modernen Verfahren (Fotokamera) in Verbindung mit der Sensitivität des Spiritismus. Dieser Hybride führt dazu, dass allerdings weder die Freunde der reinen Deduktion a la Sherlock Holmes noch die Freunde des Gruselns vollauf zufriedengestellt werden. Dabei ist die Adaption hinsichtlich des Handwerklichen durchaus gelungen. Einzig erscheint die Musik diesmal merkwürdigerweise sich zwischen den Stühlen zu bewegen und nicht immer zu wissen, wohin sie will. In diesem Schwebezustand verharren einige Szenen, die zwar aktionsreich sind, aber von einer getragenen Musik unterlegt sind, was im Hörer eine Dissonanz hervorruft.
Die Sprecher sind voller Enthusiasmus dabei. Mit dabei sind Rolf Berg, Christian Rudolf, Kai Taschner, Tim Kreuer und Regine Lamster.