Weiter geht es in Rosalinds Abenteuer. Die junge Frau ist aus ihrem Leben in einem verschlafenen Kaff namens Orca Cove an der Pazifiküste in ein magisches Land gerissen und von vier sehr gut aussehenden Feenprinzen umworben worden. Zwar verwandeln sich die Männer gelegentlich in Bestien, aber das ist nur ein kleiner Schönheitsfehler.
Zwei von Ihnen hat Rosalind bereits an sich binden können und inzwischen weiß sie auch noch mehr. Denn sie selbst ist nicht der Mensch, für den sie sich gehalten hat, sondern selbst ein magisches Wesen und dazu auch noch die Tochter der verschollenen Feenkönigin. Natürlich macht sie sich nun auf die Suche nach dieser – aber wie das Schicksal es so will, zeigen nun auch Kräfte der Dunkelheit ihr Gesicht und wollen mit allen Tricks verhindern, dass sie es schafft und ihre volle Macht gewinnt. Und so wird es im »Verwunschenen Tal« dramatisch – grausame Kämpfe, Verrat, Lügen und Intrigen geben sich die Hand.
Doch neben all dem kommen natürlich auch noch die intimen und leidenschaftlichen Momente zu ihrem Recht. Und das ist es auch, was die beiden Autorinnen in erster Linie wollen – ihre Romantasy-Leserinnen zufrieden zu stellen.
Und damit diese nicht unbedingt wählen müssen, bedienen sie auch den Trope »Why choose?«, so dass die Prinzen inzwischen einen regelrechten Harem um ihre Auserwählte bilden und sie natürlich nicht nur auf Händen tragen, sondern auch mit ihrem Leben und mit allem, was ihnen lieb und teuer ist beschützen.
Inzwischen zeigen auch die wahren Feinde ihr Gesicht, schicken nicht mehr nur Handlanger und Marionetten vor, die ihr Werk tun sollen. Dementsprechend heftig geht es gelegentlich zu, was unter Umständen zartbesaiteten Leserinnen zu viel werden könnte. Das ordnet den Roman auch mehr der Dark Romantasy zu.
Die Fantasy-Elemente sind sauber eingebaut, man merkt aber ebenfalls, dass sie nur dazu dienen, um eine gewisse Atmophäre zu schaffen und dem Setting entsprechende Exotik zu verleihen, denn letztendlich geht es mehr oder weniger nur um die Beziehungen.
So bleiben der Hintergrund und auch die Figuren relativ oberflächlich, die Magie ist eigentlich nur Mittel zum Zweck in einer in großen Teilen vorhersehbaren Handlung. Immerhin schaffen es die Autorinnen einen soliden Spannungsbogen aufzubauen, denn ab und an gibt es auch kleine Überraschungen und Wendungen.