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Fröhlich oder traurig ... wie zeigst du Gefühle?

(anklicken zum vergrößern)


Ein Kosmolino-Spiel

Rezension von Sabrina Steinberg

 

 





 

Spielziel

Wer die Gefühle Freude, Wut, Angst und Trauer in nachgestellten Situationen auf dem Spielplatz oder im Kindergarten am schnellsten richtig erkennt und benennt, hat gewonnen.


Ausstattung:

Der vierteilige Spielplan und die 32 Gefühlskarten bestehen aus stabiler Pappe, welche beidseitig mit kindgerechten Motiven anschaulich bedruckt sind. Der Holzwürfel ist angenehm groß und liegt gut in der Kinderhand.

Ein Kindergesicht ohne Augen, Mund und Augenbrauen ist auf einer Magnettafel abgebildet. Dazu gibt es verschiedene magnetische Formen von Augen, Mündern, Augenbrauen und Tränen.

16 Spielchips, eine Spielfigur und eine Wissensdrehscheibe gehören auch noch zum Spiel.

 

Alle Spielmaterialen sind von guter Qualität und für kleine Kinderhände gut zu greifen und begreifen.

 

Der Kasten weist leider keine Fächer zur Sortierung der Spielmaterialien auf, so dass sie zu Beginn des Spiels zunächst sortiert werden müssen. Besonders die Magnetteile geraten schnell durcheinander und aus ihrer Fassung.

 

Spielregeln:

Die Spielregeln sind leicht und verständlich. Die Kinder haben sofort die Regeln verstanden und konnten ohne Fragen losspielen. Je nach Alter kann man ohne Probleme die Regeln leicht abwandeln. Als Altersangabe ist ab 4 Jahre angegeben. Für 4-6 jährige Kinder ist das Spiel zum Benennen von Gefühlen sehr gut geeignet. Für die 8jährigen Testspieler war das Spiel bereits zu einfach.

 

Spielverlauf:

Vor dem Spiel muss man sich entscheiden, welche Situation man nachspielen möchte: Spielplatz (grüner Hintergrund) oder Kindergarten (brauner Hintergrund). Dann werden die vier Puzzleteile des Spielplanes zusammengesteckt, die man jedesmal aufs Neue beliebig anordnen kann. Dazu werden die farblich passenden grünen oder braunen Gefühlskarten aussortiert. Auf dem Spielplatz und im Kindergarten werden je 16 verschiedene Situationen dargestellt, in denen Kinder fröhlich, traurig, wütend oder ängstlich sind. Die 16 Gefühlskarten bilden auf der Forderseite einen Ausschnitt der Situation ab und auf der Rückseite ein rundes Gesicht, das je nach Situation Freude, Trauer, Wut oder Angst zeigt. Jedes Kind legt der Reihe nach eine Karte mit dem Ausschnitt nach oben auf den Spielplan und erzählt, was für ein Gefühl dargestellt wird.


Zum Spiel werden noch ein Symbolwürfel, Chips, eine Spielfigur und ein Legegesicht mit magnetischen Augen, Mündern, Augenbrauen und Tränen benötigt.

 

Der jüngste Spieler beginnt und würfelt mit dem Symbolwürfel.

Der Würfel zeigt entweder eins der vier Gefühlssymbole Freude, Trauer, Wut und Angst (in Form des gleichen runden Gesichtes, dass auch auf der Rückseite der Karten abgebildet ist) oder ein Legegesicht (ein Kinderkopf ohne Mund, Augen und Augenbrauen).

Wird zum Beispiel das Gefühlssymbol „Trauer“ gewürfelt, dann suchen alle Kinder gleichzeitig auf dem Spielplan nach einem Kind, das traurig ist. Wer eine passende Karte findet, kann sie vom Spielplan nehmen und vor sich ablegen. Dann erzählt das Kind, warum sich das Kind traurig fühlt. Zur Kontrolle wird die Karte umgedreht und das Gesicht neben den Würfel gelegt. Wenn beide Gesichter übereinstimmen, bekommt das Kind einen Chip. Die Karte wird wieder zurück auf den Spielplan gelegt.


Wird das Legegesicht gewürfelt, dann stellt man die Spielfigur neben eine beliebige der 16 Gefühlskarten und benennt das Gefühl. Das Kind sucht Augen, Mund und Augenbrauen aus, die zu diesem Gefühl passen könnten. Auch hier wird zur Kontrolle die Karte umgedreht und die beiden Gesichter verglichen. Augen und Mund müssen genau übereinstimmen. Die Augenbrauen können beliebig sein. Wurde das Gesicht richtig gelegt, dann bekommt das Kind einen Chip.

 

Gewonnen hat, wer zuerst vier Chips hat.

 

Eine Spielrunde dauert ungefähr 15 Minuten.

 

Spielspaß:

Das Spiel vermittelt einen hohen pädagogischen Anspruch und ist sehr gut geeignet, mit seinen Kindern ein etwas anderes Spiel zu spielen, bei dem es nicht um das Erringen von Schätzen oder dergleichen geht, sondern um das Kennenlernen von Situationen und damit auch seiner eigenen Reaktionen darauf. Es wird sehr viel miteinander geredet, die Kinder betrachten zum Teil sehr aufmerksam die dargestellten Szenen und bereichern sie mit ihrer eigenen Fantasie oder Erinnerungen.

Allerdings hatten wir das Empfinden, dass hier sehr schnell ein dauerhaftes Lernergebnis erzielt wurde, sodass bei weiteren Spielen der Reiz des Neuen fehlte. Obwohl man zwar das Spielfeld durch die Puzzleteile variabel gestalten kann, sind die dargestellten Gefühle recht schnell eingeprägt und von den Kindern leicht reproduzierbar.

Unklar blieb, warum bei der Spielvariante mit drei Spielern nur 2 Teile, bei vier Spielern hingegen wieder drei Teile verwendet werden sollten. Vermutlich handelt sich es sich um einen Fehler in den Regeln.

 

Für Kinder mit großen Problemen, die Gefühle anderer zu achten oder angemessen darauf zu reagieren, stellt dieses Spiel aber sicher eine sehr gute Möglichkeit, ihr Sozialverhalten zu verbessern, also im Rahmen einer Therapie oder Ähnlichem.

Ansonsten verliert das Spiel schnell seinen Reiz und besitzt wenig Wiederspielwert.

 

Besonderen Anklang fand das Legegesicht, da hier die Veränderungen für das Kind am offensichtlichsten waren und es aktiv Einfluss nehmen konnte. Obwohl die Augenbrauen ausdrücklich als Feature und nicht als Notwendigkeit deklariert wurden, sind sie da und werden von den Kindern auch entsprechend benutzt - ihre korrekte Zuordnung erwies sich jedoch als sehr schwer, da sie nicht deutlich genug den Vorbildern auf dem Würfel entsprachen.

 

Das Regelbuch enthält noch weitere Möglichkeiten zum Spiel mit den Gefühlen.

So kann mit der beiliegenden Drehscheibe zu einer Situation nach einer Lösung gesucht werden. Zunächst soll das Kind sich selbst eine Lösung ausdenken und danach einer Entsprechung auf der Scheibe fahnden. Bei korrekter Lösung zeigt es die Drehscheibe entsprechend an.

 

Mit den Szenen-Chips lässt sich auch eine Variante des „Ich sehe was, was Du nicht siehst!“-Spiels gestalten, das sehr lustig ist.

 

Weiterhin enthält das Regelbuch Basteltipps, etwa für eine Gefühlsampel, allerdings sehr knapp.

 

Fazit:

Wer kennt sie nicht, die Gefühle Freude, Trauer, Wut und Angst. Doch in der Welt der 4-6jähriren Kinder spielen diese Gefühle eine große Rolle, denn oft können sie bestimmte Situationen noch nicht mit Worten klären, sondern werden von ihren Gefühlen überwältigt. Und dann ist Gebrüll, Hauen und Weinen angesagt. Dieses Spiel soll ihnen helfen, die Welt der Gefühle spielerisch zu verstehen.

 

Dazu wurden zwei Orte ausgewählt, an denen sich Kinder dieses Alters am meisten aufhalten: auf dem Spielplatz und im Kindergarten. Hier haben sich Anja Rieger als Illustratorin und Kai Haferkamp als Autor viel Mühe gegeben, denn es wurden typische Situationen ausgewählt (Spielzeug wegnehmen, nicht mitspielen lassen, etwas Gebautes zerstören, Hinfallen, etwas verlieren, sich verletzen, gemeinsam spielen, gewinnen, trösten, Angst vor dem Hund,...). Die Kinder kennen all dies und im Gespräch kann man mit ihnen Lösungsmöglichkeiten suchen, damit niemand mehr traurig, ängstlich oder wütend ist. Daher fördert dieses Spiel auch die Kommunikationsfähigkeit.

Sehr gut und einfach ist auch die Kontrolle für die Kinder, da auf Würfel und Rückseite das gleiche Gesicht abgebildet ist.

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Eure Meinung:


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Brettspiel:

Fröhlich oder traurig ... wie zeigst du Gefühle?

Autor: Kai Haferkamp

Illustratorin: Anja Rieger

Grafiker: Oliver Freudenreich

Kosmos, 2007

Alter: ab 4

Spieldauer: 15 bis 20 Minuten

Spieler: 2-4

EAN: 4002051696092

ASIN: B000MWT4AI

Erhältlich bei: Amazon

 

Dieses Spiel fördert:

 

  • Beobachtungsgabe
  • Selbstverständnis
  • Gefühle

 

 

Inhalt:

 

  • Vierteiliger Spielplan, beidseitig bedruckt
  • Magnetgesichttafel
  • 24 Magnetgesichtsteile
  • 32 Gefühlskärtchen
  • 16 Kosmolino-Chips
  • Kosmolino-Figur aus Pappe
  • 1 Symbolwürfel
  • Wissensscheibe
  • Spielanleitung

 

 

Die Spielanleitung kann man sich auch bei Kosmos herunterladen.

 


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Erstellt: 12.08.2007, zuletzt aktualisiert: 04.04.2018 19:36