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Frontal von John Scalzi

Reihe: Lock In

 

Rezension von Michael Schmidt

 

Verlagsinfo:

Kennen Sie Hilketa? Bei dieser Sportart gehen die Spieler mit Schwertern und Hämmern aufeinander los. Das Hauptziel des Spiels: Erbeute den Kopf deines Gegners und befördere ihn durch die Torpfosten. Für gewöhnliche Menschen wäre ein solcher Sport unmöglich. Aber alle Spieler sind »Threeps«, roboterartige Körper, die ferngesteuert werden. Alles ist erlaubt.

Bis ein Starathlet, der einen solchen Threep steuert, während eines Spiels zu Tode kommt.

Ist es ein Unfall oder Mord? Die beiden FBI-Agenten Chris Shane und Leslie Vann werden zu Hilfe gerufen, um die Wahrheit aufzudecken. Bald verschlägt es sie auf die dunkle Seite des Erfolgssports Hilketa, bei dem Vermögen gemacht und verloren werden und bei dem Spieler wie Macher alles tun, um zu gewinnen – auf dem Feld und außerhalb.

Ein in sich abgeschlossener Roman aus derselben Zukunftswelt wie »Das Syndrom«.

 

Rezension:

John Scalzi begeisterte seit 2005 das Science Fiction Publikum. Krieg der Klone mit mittlerweile sechs Fortsetzungen war eine Homage an Heinleins Starship Trooper, aber eine humorvolle und unterhaltsame Variante der beliebten Military SF.

 

Frontal ist dagegen ein SF Cyber Thriller mit vielen Anleihen an den modernen Sportkommerz, wie man ihn aus den USA, aber auch aus Europa kennt.

Das Buch selbst kommt im edlen Klappbroschur daher, kostet dann auch 14,99€ für großzügig gesetzte 365 Seiten.

 

Kurzweilig ist der Roman, obwohl er Längen hat, dazu aber später mehr.

Hilketa ist eine Sportart, in der Menschen »Threeps« steuern, das sind künstliche Körper, und dessen Ziel es ist, von einem zufällig ausgewählten Spieler des Gegners, genannt den Sündenbock, den Kopf zu erwerben, in dem dieser gewaltsam vom Körper abgetrennt wird, um ihn dann wie beim American Football in ein Tor zu bringen.

So brutal das Spiel klingt, so harmlos kommt es rüber. Menschen mit dem unheilbaren »Haden-Syndrom« sind es, die diese Maschinen steuern, und in Wirklichkeit weit weg in einem Bett legen und von ihren Pflegern betreut werden. Sie sind also nicht in der Lage, selbst auf die Toilette zu gehen, aber beleben die »Threeps« und spielen damit Hilketa oder sind FBI-Ermittler, wie im Fall des einen des ermittelnden FBI Duos. Chris Stone und seine menschliche Kollegin Leslie Vann ermitteln, da vor Stones Augen ein Spieler stirbt und wenig später ein Selbstmord eines Funktionärs geschieht. Schnell ist klar, etwas ist faul in der Hilteka Sportart und die Ermittlungen kämpfen sich durch ein Verschwörungsnetzwerk, in dem es keine guten gibt.

 

Scalzi ist ein Märchenonkel und entsprechend ist der Erzählton. Eine Katze wird in den Mittelpunkt gerückt und mit Thunfisch gefüttert, nur um vierzig Seiten später festzustellen, das Thunfisch ungesund für Katzen ist.

Genau das ist der Schwachpunkt des Romans. Er ist nicht wirklich spannend, obwohl es eigentlich ein reiner Krimi ist. Die Ermittler sind eher naiv, korrupte Beamte sind halt korrupt und dass sie vor den Augen des FBI exekutiert werden, überrascht nur die Polizisten, den Leser mit Sicherheit nicht.

 

Der Hintergrund mit den »Threeps« ist dagegen grundsätzlich interessant, aber außer das der Tölpel Stone des öfteren seinen Leihkörper verlustig wird, wie der Fernsehbulle sein Polizeiauto, wird das Potenzial der Idee nicht wirklich gehoben. Alle Personen agieren eigentlich genauso wie wenn sie keine Hadens wären und so bleibt zwar ein amüsanter und unterhaltsamer Roman, aber mehr bietet »Frontal« auch nicht.

 

Fazit:

Für Liebhaber kurzweiliger Unterhaltung ist »Frontal« von John Scalzi zu empfehlen, man sollte aber sich über Logik und Hintergründe der Geschichte auch nicht allzu viel kritische Gedanken machen.

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Buch:

Frontal

Reihe: Lock In

Original: Head On, April 2018

Autor: John Scalzi

Broschiert, 368 Seiten

FISCHER Tor, 24. Oktober 2018

Übersetzer: Bernhard Kempen

 

ISBN-10: 3596299799

ISBN-13: 978-3596299799

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07CLFQ6Z1

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.11.2018, zuletzt aktualisiert: 02.11.2018 08:42