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Frozen Planet

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Der Name Alastair Fothergill steht mittlerweile für bildgewaltige Dokumentationen mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen, die an Spannung nichts vermissen lassen. Der Regisseur ist zum Vorreiter einer neuen Erzählweise in den Berichten über Tiere, Landschaft und Pflanzen einer Region geworden. Und das setzt er auch in „Frozen Planet – Eisige Welten“ weiter fort.

 

Die meisten verbinden mit den Polkappen eisige und lebensfeindliche Regionen, in denen kaum Leben existieren kann und die Landschaften von einer so erstarrten wie bizarren Schönheit sind. Sie wissen davon, dass es in den nördlichen Breiten Eisbären gibt und im Süden, an den Küsten der Antarktis Pinguine – aber sie können sich wenig mehr als endlose Weiten in Schnee und Eis vorstellen.

Die sieben Folgen der Dokumentation zeigen nun die vielen Gesichter der beiden Polarregionen und ergänzen das Wissen und die Bilder im Kopf mit entsprechenden Aufnahmen, die teilweise noch nie zuvor gemacht wurden.

Zunächst gibt es einen groben Überblick über Arktis und Antarktis? Welche Unterschiede gibt es zwischen der polaren Region, außer dass im Norden das Meer, im Süden aber ein Kontinent unter dem Eis liegt? Welche Veränderungen beobachten die Forscher seit sie die intensiven Studien aufgenommen haben, und welche wichtige Funktion erfüllen Arktis und Antarktis auf der Erde.

Vier Folgen widmen sich den vier Jahreszeiten – den Frühling, wenn das Licht zurückkehrt und das Eis langsam verschwindet, wenn das Leben in den Polarregionen erwacht und Tieren ermöglicht, sich wieder dort aufzuhalten und nach Nahrung zu suchen, auch wenn die Jagd vor allem für die Fleischfresser immer noch schwierig ist., gerade für die Eisbären.

Der Sommer ist oft nur kurz, aber die Zeit, in der das Leben boomt und eine neue Generation in beiden Polarregionen geboren und aufgezogen wird. Aber auch in diesen Monaten des Überflusses ist das Überleben erste Pflicht, denn auch Räuber warten nur darauf, sich Küken, Kälber und Welpen zu holen.

Im Herbst heißt es fressen – sei es um in der kommenden Kälte zu überleben oder sich auf eine lange Reise zu machen. Wer es jetzt nicht schafft, sich einen guten Speckmantel anzufressen ist verloren.

Denn der Winter kehrt mit dem Schwinden des Lichts unbarmherzig zurück und nur wenige wagen es den Stürmen und eisigen Kälte zu trotzen und zwischen Eisstürmen und Schnee auszuharren.

Über das Leben der Menschen in der Arktis dreht sich die nächste Folge, während sich die letzte dann auch noch den bedenklichen klimatischen Entwicklungen und dem Umweltschutz zuwendet. Können wir den Prozess, den wir selbst in Gang gebracht haben, überhaupt noch aufhalten?

 

Schon lange ist bekannt, dass der Raubbau des Menschen an der Natur in den letzten zwei Jahrhunderten massive Folgen haben wird. Um so tiefer brennt sich die bedenkliche Botschaft nach den beeindruckenden Tier- und Landschaftsaufnahmen der ersten Folgen ein, denn diese könnten die letzten Zeugnisse einer Welt sein, die langsam aber stetig und buchstäblich dahinschmilzt.

Schon jetzt haben es Eisbären und andere Tiere der Polarregion schwer, zu überleben, denn der Klimawandel sorgt dafür, dass die Nahrungsquellen nicht mehr an den Orten zu finden sind an denen sie früher einmal waren. Und es ist eine Frage, wie gut sich die einzelnen Tierarten an die veränderten Umstände anpassen werden können.

Wie schon in „Blauer Planet“ und „Planet Erde“ setzt die Dokumentation in erster Linie auf die Macht des Bildes. Der Zuschauer kann staunen und bewundert, wird nicht nur zu viele Informationen blockiert. Es wird kaum erzählt, sondern stattdessen um so mehr gezeigt. Die Devise heißt – weniger erläutern sondern um so mehr zeigen – so sorgen Zeitrafferaufnahmen dafür, dass man das „Kalben“ eines Gletschers im Eis von Grönland miterleben kann.

Himmel und Erde bieten spannende und visuell schöne Ansichten, die Tiere werden diesmal auch ein wenig mit Humor und Dramatik in Szene gesetzt.

Wieder sorgt die Musik von George Fenton für die stimmungsvolle Untermalung, ohne die viele Bilder nur halb so intensiv wirken würden.

Altbekannte Informationen werden neu aufbereitet und ergänzt, es gibt aber auch viel Neues zu bewundern und zu bestaunen, so dass man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht.

Spannend ist die Dokumentation auch für Kinder im Grundschulalter – jüngere Zuschauer sollte man keinesfalls alleine davor sitzen lassen, da auch gezeigt wird, wie Raubtiere ihre Beute schlagen.

Aber die ganze Familie wird ihren Spaß an den Folgen haben können, da sie abwechslungsreiche Bilder bieten – von atemberaubenden Landschaftpanoramen, über Detailaufnahmen natürlicher Vorgänge bis hin zu sehr lebendigen und verspielten Tieraufnahmen. Einzig die Boni, Making ofs zu den Folgen, sind vielleicht nicht die Sache jeden Zuschauers, da sie nur deutsch untertitelt und nicht synchronisiert wurden.

Die Aufmachung der Box ist wieder sehr gelungen, das geschmackvoll gestaltete Digipack bietet auch ein Booklet, das eine Übersicht über die Folgen und ein Interview bietet.

 

 

Fazit:

Wie schon „Unser blauer Planet“ und „Planet Erde“ erfüllt auch „Frozen Planet“ wieder die Qualitätsansprüche, die man heute von Naturdokumentationen erwartet. Das allgemein bekannte Wissen wird durch unvergessliche und atemberaubende Bilder vertieft und ergänzt, ohne dass man sich einen Moment durch langwierige Erklärungen gelangweilt fühlt. Zudem prägt sich vieles durch die ungewöhnlichen Ansichten über und unter Wasser tief in das Gedächtnis ein und wirkt noch lange nach, so dass der Macher und sein Team ihr Ziel wieder erreicht haben – die Zuschauer informativ zu unterhalten.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051723190a63937b
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DVD:

Frozen Planet

Frozen Planet, GB/Europa/USA 2011

Regisseur(e): Alastair Fothergill

Komponist: George Fenton

Format: Dolby, PAL, Region 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 3

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 20. März 2012

Produktionsjahr: 2011

Spieldauer: 350 Minuten

ASIN: B006GZNYZQ

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 21.04.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01