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Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Rezension von Christel Scheja

 

„Boys Love“ ist mittlerweile ein anerkanntes Genre, das von vielen Mädchen interessiert verschlungen wird. Etwas schwerer hat es da die Spielart, in der sich zwei junge Frauen ineinander verlieben und auch zärtlich miteinander werden. Daher sind Mangas, in denen dieses Thema aufgegriffen wird eher selten und große Ausnahmen wie das hier vorliegende „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“

 

Die insgesamt sieben Geschichten spielen alle mehr oder weniger im Umfeld der „Sankt Theresia“-Schule, einer alteingesessenen Bildungsanstalt für Mädchen mit angeschlossenem Internat.

Die junge Akiho Shoya wechselt aus familiären Gründen mitten im Jahr auf diese Schule und ist natürlich entsprechend aufgeregt, weil sie nicht weiß, was sie dort erwarten wird, da sie bisher immer nur in gemischten Klassen war.

Die Begrüßung durch die anderen Mädchen ist erst einmal nett und liebevoll, doch dann taucht Haruka Shiraki an und greift ihr einfach mal eben so an den Busen. Und es kommt noch schlimmer, denn „Die Wölfin“ lässt sie von da an nicht mehr in Ruhe und begrabscht sie bei jeder Gelegenheit weiter. Ahiko ist entsetzt und würde am liebsten die Schule gleich wieder verlassen, aber die anderen – auch die Lehrer – bringen sie dazu zu bleiben, denn sie machen ihr klar, dass das einfach dazu gehört.

So beginnt Akiko mit der Zeit doch langsam aufzutauen und Geschmack an dem besonderen Umgangston an der Schule zu finden. Lesbische Beziehungen scheinen dort nämlich als normal betrachtet und sogar irgendwie gefördert zu werden.

Auch eine der Lehrerinnen erinnert sich noch gut an ihre große Liebe, die sie über Jahre aus den Augen verloren hat und nun – nach vielen gescheiterten Beziehungen zu Männern wiederfindet. Und nicht zuletzt buhlen die „Wölfin“ und die „Leopardin“ um die Gunst der anderen und lassen nicht zu, dass ihre Rivalin an Boden gewinnt.

 

Der Übergang zwischen den Geschichten ist fließend, so dass sie am Ende eigentlich eine große ergeben. Viel passiert in den Episoden ohnehin nicht, da sie sich in erster Linie auf die Beziehungen der Figuren konzentrieren und die Gedanken und Gefühle der Heldinnen ausführlich beschreiben. Wirklich spannend und aufregend ist das eigentlich nicht. Leider manchmal sogar verwirrend, da sich die einzelnen Figuren durch die immer gleiche Schuluniform, doch oft sehr ähnlich sehen.

Zaou Taishi und Eiki Eiki sind eigentlich für ihre Boys Love-Geschichten bekannt. Man merkt dass sie Ahnung von Beziehungen gleichgeschlechtlicher Paare haben – sie schaffen es aber auch nicht, die Gefühlswelt der Mädchen glaubwürdig zu vermitteln und gleiten öfters in männliches Dominanzverhalten oder aber zu viel Kitsch ab. So springt dennoch kein Funke, auch wenn die Zeichnungen sehr fein und ansprechend sind, weil die Künstlerinnen doch nur die Archetypen und Klischees bedienen, die sie aus ihrem eigentlichen Liebingsgenre kennen.

 

So erweist sich „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“ als netter aber doch eher nichtssagender Ausflug in die Welt der „Girls Love“, da die Beziehungen und Gefühle der jungen Heldinnen viel zu überdreht und vor allem auch sehr klischeehaft präsentiert werden.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Frühling, Sommer Herbst und Winter (Oneshot)

Autorin & Künstlerin: Taishi Zaou & Eiki Eiki

Haru Natsu Aki Fuyu, 2007

Übersetzung aus dem Japanischen von Antje Bockel

Manga-Taschenbuch, 172 Seiten

ISBN-10: 3770473728

ISBN-13: 978-3770473724

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 16.04.2011, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40