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Für eine Handvoll Seele von Charlotte Engmann

Reihe: Ranulf O´Hale – Exorzist; In Nomine Sanguinis, Band 1

Rezension von Jennifer Schreiner

 

Rezension:

In ihrem Vampirroman „Für eine Handvoll Seele“, der zur Unterreihe „Ranulf O´Hale trifft Verbündete und Feinde stammt“ und der den Auftakt zu den „In Nomine Sanguinis“ Bänden bildet, verstrickt die Kölner Autorin Charlotte Engmann geschickt Vampirmythologie mit bekannten religiösen Vorstellungen von Himmel und Hölle, Seelenverlust, Erzengeln und Teufeln.

Humorvoll entwickelt sie die Geschichte des Vampirs Michail Vladescu – dem von ihr erfundenen kleinen Bruder Draculas –, der in der heutigen Zeit als Blutsauger in Köln lebt und agiert.

Als Luzifer versucht von Michail das Schwert des Erzengels Michael zu erpressen, setzt er eine Handlung in Gang, die er weder gewollt noch vorhergesehen hat. Denn nicht nur, dass der Vampir sich weigert und den Höllenfürsten austrickst, er erhält sogar das himmlische Angebot, seine unsterbliche Seele von Gott zurückzuerhalten. Der erste Vampir der nicht seelenlos ist.

Aus diesem Grunde ist Michail sogar bereit, selbst in die Hölle einzudringen, um einen Engel zu befreien.

Die Autorin setzt sich und Michael mit interessanten Gedankenspielen auseinander, die auch für den uneingeweihten, nicht-religiösen Leser verständlich und nachvollziehbar sind. Putten, Engel und Dämonen bevölkern Engmanns Welt, werden aber so dargestellt, dass sie nicht nur einen Sinn ergeben, sondern auch durch sich selbst erklärt sind.

Anschaulich und glaubwürdig werden die Konflikte und Handlungsanreize der Hauptpersonen geschildert und so erscheint verständlich, warum Michail die Seele nicht für sich selbst behalten will.

Aber Michail muss sich nicht nur mit überirdischen Feinden himmlischer oder höllischer Natur auseinandersetzen, sondern auch mit einem irdischen „Problem“ in Form des erfolgreichen Exorzisten Ranulf O´Hale.

Von Hause aus müssten die beiden eigentlich Kontrahenten sein, aber die Umstände und die Sympathie sorgen für eine andere Konstellation. Dass sich hier Konflikte und humorvolle Anspielungen anbieten, versteht sich nahezu von selbst. So gelingt es der Autorin immer wieder, den Leser durch Wortspiele und Andeutungen zum Schmunzeln zu bringen. Und das egal, ob Michail und Ranulf gegen Hexer oder Dämonen antreten, B-Engel bekämpfen oder einfach nur im Geiste des anderen Spazierengehen, um ihn zu retten.

Selbstverständlich ist dieser Band separat lesbar und keinerlei Vorkenntnisse der Ranulf O´Hale Reihe sind nötig. Sicher gibt es den einen oder anderen Hinweis auf die anderen Bände und Personen, die bereits früher einmal aufgetaucht sind; aber sowohl die Hinweise als auch Personenkenntnisse sind nicht für das Verständnis notwendig, noch tut eine etwaige Unkenntnis dem Lesespaß einen Abbruch.

Zudem kommen auch die Abenteuer Michails ohne Ranulf nicht zu kurz, so muss er z.B. in New York mit alten Freunden und neuen Verbündeten einen übergeschnappten irischen Bodach aufhalten, der sich für einen „Nikolauswichtel“ hält und böse Kinder kidnappt, um sie zu umzuerziehen.

Mit diesen Ideen und Rückgriffen auf das religiöse und mythologische „Who is Who“ versteht es die Autorin den Leser bis zuletzt in den Bann zu schlagen und einzig die Bindequalität des Buches mag beim Umblättern als Handicap empfunden werden.

 

Fazit:

Egal, ob man alten Freunden und Bekannten in diesem Buch wieder begegnet, oder ob man sich zum ersten Mal auf eine Begegnung mit Michail und Ranulf freuen kann, Engmanns Schreibstil und die Geschichte bieten gute und humorvolle Unterhaltung, die souverän inszeniert wurde und für jeden Vampirfreund zu empfehlen ist.

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Für eine Handvoll Seele

Reihe: Ranulf O´Hale – Exorzist; In Nomine Sanguinis, Bd. 1

Autorin: Charlotte Engmann

Hary-Production

Softcover, 253 Seiten

Titelbild: Thorsten Grewe

ISSN: 1861-6054

Erhältlich bei Hary-Production

weitere Infos:


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Erstellt: 26.03.2007, zuletzt aktualisiert: 01.07.2018 15:19