Ignia wird seit Ewigkeiten von Drachen und ihren Reitern beherrscht. Jedes Kind, bei dem Magie festgestellt wird, wird zum Drachenreiter ausgebildet. Alyssas Vater war der Anführer einer Rebellengruppe, die dieses System durchbrechen wollte. Er starb dabei. Alyssa selbst wuchs seitdem unter falschem Namen auf. Mittlerweile ist sie Doktorandin in einer Forschungsgruppe, die Panzerungen und Waffen gegen die gefährlichen Gargoyles entwickelt. Panzerungen und Waffen für die Drachenreiter. Als sie dabei einem der Drachenreiter näher kommt und auch wieder in Kontakt mit der alten Rebellengruppe gerät, weiß sie nicht, für welche Gruppe sie sich entscheiden soll.
Drachenreiter wurden bereits in zahlreichen Fantasy-Werken thematisiert. Meist sind sie dabei aber die Guten. In Vanessa Golniks Fantasy-Trilogie ist diese Frage nicht so eindeutig zu beantworten. Zumindest nach diesem Auftaktband kann der Leser die Frage noch nicht entscheiden. Die Autorin lässt ihre Protagonistin eindeutig bewusst zwischen den Lagern zweifeln.
Was allerdings völlig mit dem Gewohnten im Bereich der Drachenreiter-Geschichten bricht, ist die Handlungswelt. Mittelalterliche Umgebung? Fehlanzeige. In Ignia wird mit dem Smartphone telefoniert, mit Tablet und Notebook gearbeitet. Notfalls sogar auf dem Drachenrücken. Über Gargoyle-Angriffe berichten Radio und Fernsehen. Das habe ich in dieser Kombination noch nie gelesen. Mit ihrem abgeschlossenen Studium liegt die Protagonistin auch definitiv über dem im Subgenre üblichen Alter.
Das bereits im Klappentext erkennbare Romantasy-Element bleibt bisher eher dezent, ohne zu sehr in den Vordergrund zu treten. Nach dem Cliffhanger am Ende des Bandes darf man definitiv gespannt auf die beiden kommenden Bände sein.
Die Autorin nutzt ihre Protagonistin Alyssa als Ich-Erzählerin.