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Gangster

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Chicago am Anfang der 1930er Jahre: Rivalisierende Gangs ringen um die Vorherrschaft im Sündenbabel am Lake Michigan. Erbittert wird um jeden Bezirk gerungen, denn nur einer kann am Ende „König von Chicago“ werden.

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von rivalisierenden Gangsterbossen und versuchen, durch geschicktes Platzieren ihrer Gangster in möglichst vielen Bezirken von Chicago ihren Einfluss zu sichern. Doch die Zeit ist knapp und nur zu schnell ist einer jener drei Tage gekommen, an denen abgerechnet wird. Bis zu diesen Tagen sollte man seine Gangster taktisch klug postiert haben, denn wer nach der dritten Abrechnung den größten Einfluss hat, ist „König von Chicago“! Seien Sie aber bloß vorsichtig, wenn Sie einer Ihrer Mitspieler zu einem „Sizilianischen Frühstück“ einlädt!

Sie sind ein Fan der verruchten 1930er? Sie wissen, welche Fäden man zieht, um den nötigen Einfluss zu erlangen? Dann steigen Sie in Ihre Limousine und knöpfen sich Ihre Rivalen vor!

 

Spielziel

 

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Gangsterbossen und versuchen, durch möglichst viel Einfluss in allen Bezirken, die meisten Siegpunkte zu ergattern. Nur derjenige, dem es gelingt nach drei „Tagen der Abrechnung“ den meisten Einfluss in Chicago zu gewinnen, wird sich am Ende „König von Chicago“ nennen dürfen.

 

Ausstattung

 

Der Karton von „Gangster“ ist etwas größer, lässt sich aber trotzdem noch sehr gut in ein Spieleregal integrieren. Die Komponenten im Einzelnen sind:

 

 

  • 1 Spielplan
  • 5 Gangster-Tableaus
  • 15 Punktetafeln
  • 30 Sonderausrüstungen
  • 5 Holzautos in fünf Farben
  • 100 Gangster (Holzwürfel in 5 verschiedenen Farben)
  • 5 Einflussmarker
  • 8 Dopplermarken
  • 3 Übersichts-Tableaus
  • 15 Bewegungskarten (in 5 Farben)
  • 6 Casinokarten
  • 13 Bezirkskarten (inkl. 3 Polizisten)

 

 

Eine reichhaltige Ausstattung, was anderes kann man nicht sagen. Auch die Innenaufteilung des Kartons kann mich begeistern. Hier hat wirklich alles seinen Platz, nichts fliegt durcheinander, was auch nicht selbstverständlich ist. Auch das Design der Komponenten passt perfekt zusammen. Nicht zu bunt, eher schlicht gehalten, sorgt es für eine tolle Atmosphäre am Tisch.

 

Spielregeln

 

Das Regelwerk ist sieben Seiten stark und reichlich bebildert. Die ersten beiden Seiten geben außerdem einen kurzen Einblick in die Zeit der 1930er Jahre, sodass man nicht wirklich viel lesen muss, bevor man losspielen kann. Die vielen Illustrationen und Beispiele erleichtern den Einstieg in „Gangster“, sodass keine wirklichen Regelfragen nach dem Lesen aufkommen sollten. Eine rundum gelungene Spielanleitung.

 

Spielverlauf

 

Der Spielaufbau von „Gangster“ nimmt nicht all zu viel Zeit in Anspruch. Zuerst wird der Spielplan auf dem Tisch ausgebreitet, dann wählt jeder Spieler eine Farbe und nimmt sich das Gangster-Tableau und das Auto dieser Farbe. Dazu bekommt jeder noch neun Gangster der eigenen Farbe und legt sie auf sein Tableau. Außerdem legt jeder seine farblich passenden Bewegungskarten vor sich aus und der Einflussmarker jedes Spielers wird auf das Startfeld gestellt.

Die Sonderausrüstungsmarker werden verdeckt gemischt und drei Marker werden gezogen und auf die drei Felder im Bezirk „Gold Coast“ offen ausgelegt. Jeder Spieler erhält einen Sonderausrüstungsmarker vom verdeckten Stapel und legt ihn auf das linke Feld auf seinem Gangster-Tableau. Die 15 Punktetafeln werden verdeckt gemischt und dann werden die obersten 10 Tafeln auf die Bezirke auf dem Spielplan verteilt. Die übrigen fünf kommen wieder zurück in den Karton. Die Casino- und die Bezirks-Karten (ohne Polizisten-Karten) werden gemischt und als zwei verdeckte Stapel bereitgelegt. Der Spieler, der am öftesten „Der Pate“ gesehen hat, wird zum Startspieler.

 

Jeder Spieler zieht nun zwei Bezirkskarten vom verdeckten Stapel. In den ersten der Bezirke stellen sie nun einen Gangster und das eigene Auto, in die zweiten Bezirke wird ebenfalls ein Gangster postiert. Dann werden alle Bezirkskarten zusammen mit den Polizisten gemischt und es kann losgehen.

Ist ein Spieler am Zug hat er zwei Möglichkeiten. Entweder er bewegt sein Auto mit Hilfe der Bewegungskarten oder er lädt einen Gangster ein oder aus. Bewegt man sein Auto, dreht man eine seiner drei Bewegungskarten um und zieht sein Auto die auf der Karte abgebildete Anzahl von Bezirken weiter. Die andere Möglichkeit ist, einen Gangster ein- oder auszuladen. Auch das ist nicht zu kompliziert. Entscheidet man sich dafür, kann man in dem Bezirk, in dem man sich befindet, einfach einen eigenen Gangster aus dem Auto in den Bezirk stellen, oder einen eigenen Gangster aus dem Bezirk in das Auto einsteigen lassen. Alternativ kann man auch einen gegnerischen Gangster in seinen Kofferraum einladen. Allerdings kann man immer nur einen Gangster im Kofferraum transportieren, es sei denn, man hat seinen Kofferraum erweitert.

 

Aber wohin mit den gegnerischen Gangstern? Gut, dass es den Bezirk „Gold Coast“ gibt. Hier kann man die „Kofferraumsitzer“ zum „sizilianischen Frühstück“ ausladen und bekommt noch eine Erweiterung für das eigene Auto. Zu beachten, jedes Auto kann immer nur zwei Erweiterungen besitzen.

Aber, wie kommt man nun zu Siegpunkten? Auch hier hat man sich etwas Tolles einfallen lassen. Da jeder Spieler nur drei Bewegungskarten hat, sind diese irgendwann verbraucht. Benutzt ein Spieler seine letzte Bewegungskarte, so darf er alle seine drei Karten wieder so umdrehen, dass sie wieder aktiviert werden können. Dann zieht er eine Bezirkskarte vom verdeckten Stapel. Zeigt sie einen Bezirk, legt er eine Dopplermarke auf selbigen um anzuzeigen, dass bei der nächsten Auswertung dieser doppelt so viele Punkte bringt als normal. Zeigt die Bezirkskarte einen Polizisten, passiert nichts. Sind alle Dopplermarken aufgebraucht, kommt es zu einer Abrechnung. Nach der dritten Abrechnung ist das Spiel beendet.

 

Spielspass

 

„Gangster“ sieht einfach aus und die Regeln erwecken ebenfalls den Eindruck, doch ist es schon ein Spiel für Denker. Es beginnt damit, dass man nicht unbedingt die meisten Gangster in einem Bezirk haben muss, um die meisten Punkte zu bekommen. Auch gibt es Bezirke, in denen nur die besten drei Spieler Siegpunkte bekommen, da heißt es taktisch vorgehen. Andere Bezirke geben wiederum viele Punkte, so bekommt man auf einer Punktekarte maximal acht Punkte, auf einer anderen nur maximal fünf. Es will also gut überlegt sein, wo man seine Prioritäten setzt. Besonders gut gefällt mir, dass auf jegliches Würfelglück verzichtet wird. Die einzigen Glückskomponenten sind die Casinokarten, die Bezirkskarten und die Sonderausrüstungsplättchen. Allerdings lässt sich auch hier sagen, dass der Glücksfaktor recht minimal zum Wirken kommt und man immer noch genug Möglichkeiten zum Reagieren hat. Auch das Miteinander kommt nicht zu kurz. Natürlich versucht man, seinen Mitspielern die Suppe zu versalzen, aber gerade das „Einladen“ gegnerischer Gangster sorgt immer wieder für Erheiterung und Diskussionen am Spieltisch.

 

Fazit

 

„Gangster“ ist ein Spiel mit Witz, Anspruch und jeder Menge Taktik. Die gut erläuterten Regeln machen den Spieleinstieg einfach, die wahre Komplexität ergibt sich erst im Laufe des Spielens. Besonders gut gefällt mir, dass es mehr als nur 15 Punktetafeln für die 10 Bezirke gibt. Hier bekommt man durchaus eine gewisse Varianz für Vielspieler, wodurch „Gangster“ so schnell nicht langweilig werden wird. Freunde von taktischen Spielen mit viel Denkanspruch sollten sich deswegen „Gangster“ nicht entgehen lassen, aber auch für Gelegenheitsspieler sollte Gangster eine sehr gute Option sein, die Spieleabende unterhaltsam zu gestalten.

 

(Anklicken zum Vergrößern)
 

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Brettspiel:

Gangster

Autor: Thorsten Gimmler

Amigo, 2007

Spielerzahl: 2 - 5

Spieldauer: ca. 90 Minuten

Mindestalter: ab 10 Jahre

ASIN: B000VPLLIY

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielplan
  • 5 Boss-Tableaus
  • 15 Punktetafeln
  • 30 Ausrüstungen
  • 5 Holzautos
  • 100 Gangster
  • 5 Einflussmarker
  • 8 Dopplermarken
  • 3 Übersichtskarten
  • 6 Casinokarten
  • 13 Bezirkskarten

 


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Erstellt: 05.11.2007, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50