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Garfield 1996 bis 1998 von Jim Davis

Garfield Gesamtausgabe Bd. 10

Rezension von Christian Endres

 

Hat wirklich jemand geglaubt, Garfield würde sich ändern, nur weil mal wieder ein Geburtstag ansteht oder seine Gesamtausgabe mit Band Nummer zehn sozusagen ein kleines Jubiläum feiert? Dass er allein aus diesem Grund seine Diäten mit mehr Elan und Aufrichtigkeit durchzieht oder Haustier-Kollege Odie und vor allem Herrchen Jon weniger ärgert? Netter Gedanke, aber ...

 

Vor allem Jon kriegt auch in diesem 10. Band der Garfield-Gesamtausgabe bei Ehapa wieder einiges ab: der glücklose Romeo aus der Junggesellen-WG wird niedergemacht, beleidigt, verspottet, ausgenutzt, terrorisiert, abserviert und stellenweise sogar mit körperlicher Gewalt genötigt, Katzen-Leckerli zu kaufen. Nicht mal beim Einkaufen im Supermarkt hat Jon seine Ruhe, wenn Garfield im Auto sitzt und mit dem Lichtknopf spielt. Aber auch andere Zeitgenossen werden von Garfield heftig angegangen, allen voran die Kleintiere im Hause Arbuckle. Fische und Vögel werden gefressen, und mit Fliegen und Spinnen hat’s der Schlaf-Freak einfach nicht. Anfangs kommen die geballten Spinnen-Gags aber nicht so wirklich ins Rollen, ist es des Guten eindeutig zu viel. Erst in der zweiten Hälfte des Bandes zünden sie richtig und wirken nicht mehr so überstrapaziert wie zu Beginn. Eine der wenigen, die Garfield die Stirn bietet, ist Mutter Natur – wie so oft in Form von Garfields altem Freund, dem Baum. Mit Schmeicheleien und dem Versprechen von frischer Rinde und Vogelnestern lockt er Garfield auf seine Äste – und wenn das nicht klappt, dann lässt er sich nicht nur am Rücken kratzen oder einfach gehen, sondern fällt gleich der Länge nach hin, womit er eine erschlagende Wirkung erzielt.

 

In Jons vier Wänden tanzen die Mäuse nicht nur dann auf dem Tisch, wenn die Katze aus dem Haus ist, sondern hüpfen auch munter auf dem Sessel herum, wenn Garfield fernsieht. Dem Kater wird das nur zu bunt, wenn eine die Fernbedienung vereinnahmende Maus aus dem Hawaii-Urlaub zurück kommt und er beim Zappen gestört wird. Schlimmer als Mäuse sind für Garfield – der in diesem Band übrigens einmal mehr gar keine Lasagne kriegt – aber die sadistischen Wecker, die von der Garstigkeit jedem Montag Konkurrenz machen können, und die üblichen, fruchtlosen (und von Halluzinationen geprägten) Diäten mit ihren vorlauten Waagen. Aber nun ist ja vorgesorgt, falls Garfield mal eine Pause brauchen sollte, und Aushilfskater Biff eingeführt.

 

Lediglich in einer Handvoll Strips werden Computerspiele, das Internet, E-Mails und ein Handy thematisiert – ein Indiz dafür, dass man die zeitlose Ausrichtung der täglichen und sonntäglichen Strips nicht wegen technischem Fortschritt aushebeln wollte. Immerhin: Zum Ende des Bandes taucht in den Strips vermehrt die Web-Adresse Garfield.com neben dem obligatorischen Copyright und Jim Davis’ Signatur auf – Garfields einziges Zugeständnis an den Dotcom-Wahn.

 

Er ist eben absolut zeitlos, dieser fettfaulfilosofische Kultkater. Das beweist auch wieder der vorliegende spritzige zehnte Band mit den Strips aus den Jahren 1996 bis 1998.

 

Millennium, wir kommen!

 

Eure Meinung:

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Comic:

Garfield: 1996-1998

Reihe: Garfield Gesamtausgabe 10

Autor/Zeichner: Jim Davis

Ehapa, Februar 2009

Hardcover Album,

Querformat, 320 Seiten

ISBN: 3770432010

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 27.02.2009, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53