Gebt mir mehr, bitte sehr!, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Die eine oder der andere hat es vielleicht schon einmal im Sandkasten erlebt: Mit großem Ernst macht der Sandkastenfreund, die Kindergartenfreundin klar: „Wenn wir groß sind, werden wir heiraten!“ Natürlich sind diese Versprechen spätestens dann vergessen, wenn sich die Wege der Kinder trennen, weil sie andere Schulen besuchen, oder die Eltern gleich ganz wegziehen – aber was passiert, wenn dem nicht so ist?

 

Shin Yumachi thematisiert dies in ihrem Manga „Gebt mir mehr, bitte sehr!“ Im Mittelpunkt der Geschichte steht Aoi. Sie hat durchaus nicht vergessen, dass Mitsuru-kun ihr genau das versprochen hat, bevor sie sich getrennt haben, weil seine Familie aus dem Nachbarhaus weggezogen ist.

Nun sieht sie ihn wieder – er ist der neue Schüler in ihrer Klasse. Und nicht nur das. Nun hat er auch noch einen Zwillingsbruder namens Ryo, der sich gleich an Aoi heran macht, sie küsst und ihr später sogar an die Wäsche geht.

Natürlich ist das junge Mädchen jetzt ganz durcheinander, da sie nicht weiß, was hier gespielt wird und die alten Empfindungen wieder zurückkehren. Warum hat sie Mitsurus Bruder als Kind nicht kennengelernt? Und warum behandelt Ryo sie so, als sei er schon viele Jahre ihr Freund? Denn eigentlich liebt sie ja einen anderen, wie sie glaubt.

Zu allem Übel schlagen ihre Gefühle nun auch noch wilde Purzelbäume, denn sie kommt gar nicht erst zur Ruhe, da Mitsurus Zwillingsbruder keinen Augenblick auslässt, um sie zu bedrängen. Und irgendwann ist sie sich ihrer Gefühle gegenüber dem Sandkastenfreund gar nicht mehr so sicher wie sie glaubt.

 

Die Idee mag interessant sein, die Umsetzung ist es allerdings nicht – wenn man weit über das Schulalter hinaus ist und nach der Logik hinter dem Verhalten der drei Helden fragt. Jüngere Leser werden sich sicherlich eher über die Fettnäpfchen wundern, in die Aoi tritt, weil sie die beiden Jungs nicht so ganz auseinander halten kann. Oder sie werden sich amüsieren, wenn Ryo frech an die Wäsche von Aoi geht und auch sonst kein Blatt vor den Mund nimmt, dürfte das ein oder andere doch durchaus auch in ihren Schulen passieren.

Ansonsten ist die Geschichte eher konventionell. Während der eigentliche Sandkastenfreund eher zurückhaltend ist, greift sein Bruder gleich zu, und das Mädchen wehrt sich nicht wirklich. Auch hier spielt die Künstlerin mit vielen alten Archetypen und Klischees, macht ihre Heldin eher zu einem schwachen und weitestgehend willenlosen Opfer, das nur reagiert, aber nichts unternimmt um das Chaos zu lichten.

Aus die Zeichnungen sind nur Mittelmaß. Sie schwanken zwischen niedlich und ansehnlich, allerdings sehen sich auch viele Figuren ähnlich. Vor allem die Zwillinge kann man nicht wirklich unterscheiden.

 

Alles in allem ist „Gebt mir mehr, bitte sehr!“ einer der typischen Romantik-Titel der vor allem Mädchen zwischen dreizehn und siebzehn ansprechen dürfte. Die Geschichte kommt ebenso wie die Zeichnungen nicht über den üblichen Standard hinaus, so dass man nichts verpasst, wenn man auf die Reihe verzichtet.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Gebt mir mehr, bitte sehr! (Bd. 1)

Autorin & Künstlerin: Shin Yumachi

Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler

Asa made motto, Vol.1, Japan 2005

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 10/2010

ISBN-10: 3770473663

ISBN-13: 978-3770473663

Erhältlich bei Amazon


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zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39 | Users Online
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