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Gefährtin der Schatten von Lara Adrian

Reihe: Mitternachtsbrut Bd. 5

Rezension von Christel Scheja

 

Die Vampire in Lara Adrians Zyklus um die „Mitternachtsbrut“ sind keine Untoten, sondern die Nachfahren von acht Vertretern einer außerirdischen Rasse, die anders als ihre Väter gelernt haben, ihren Blutdurst zu zügeln. Seit vielen Jahrhunderten leben sie mit den Sterblichen in friedlicher Koexistenz, auch wenn sie eigene Enklaven, die „Dunklen Häfen“, besitzen. Hier können sie ihren Nachwuchs und die Stammesgefährtinnen, genetisch mit ihnen kompatible Frauen, besser beschützen.

Allein wenn die Vampire bestimmte Grenzen überschreiten, mutieren sie zu den sogenannten „Rogues“ und verwandeln sich in wilde Bestien. Diese dann zu vernichten ist eine der Aufgaben der Krieger, die einzig für den Kampf und Schutz leben. „Gefährtin der Schatten“ ist der fünfte Roman der Saga.

 

Inzwischen wissen die Krieger, das noch einer der Außerirdischen lebt, denen die Rasse der Vampire ihr Leben verdankt. Er ist jedoch nicht Herr seiner selbst sondern das Werkzeug des machtgierigen Dragos, der den Vampiren ihren ursprünglichen Status als Herrscher über die Sterblichen wiedergeben will. Zu diesem Zweck lässt er skrupellos auch immer wieder Vampire töten, die seinen Plänen gefährlich werden könnten, vor allem die der ersten Generation, die noch direkt von den Außerirdischen abstammen.

Auf der Suche nach Verbündeten sucht der Krieger Nikolai nach Verbündeten für den Kampf seiner Freunde. Dabei sucht er auch Sergej Jakut auf, der seine Gruppe allerdings auf archaisch-despotische Weise führt und selbst nicht gerade sanft mit den Menschen umspringt. So werden immer wieder junge Mädchen in das abseits gelegene Haus der Vampire verschleppt und in wilden Sexparties missbraucht. Andere – wie Straßenkinder, nach denen niemand wirklich suchen wird - verlieren ihr Leben auf Blutjagden.

An diesem ort lernt er auch die stolze und kalte Renata kennen, die sich einen gewissen Respekt bei den Vampiren erkämpft hat, aber dennoch nicht ganz frei ist. Sie beschützt Mira, ein kleines Mädchen mit einer besonderen Gabe. Deren Augen sind Spiegel, in denen man einen kleinen Ausschnitt seiner eigenen Zukunft sehen kann.

Schon bald bekommt Nikolai zu spüren, dass der Feind längst selbst Fuß in Jakuts Gruppe gefasst hat. Er überlebt nur knapp das, was man ihm antun will, weil Renata ein Einsehen hat und lieber mit ihm geht, als bei Sergejs Sohn Alexsej zu bleiben, der längst eigene Pläne hat und Dragos Ideen nicht ganz abgeneigt ist. Zudem hat der Mira an einen Vampir verkauft, der für seine perversen Neigungen gegenüber jungen Mädchen bekannt ist.

So schmieden Nicolai und Renata – als sie in Sicherheit sind – einen zerbrechlichen Bund, aus dem aber schon bald viel mehr wird.

 

„Gefährtin der Schatten“ ist einer der Romane, in der die Liebesgeschichte eher im Hintergrund abgehandelt wird, und der Fokus eher auf der Action und der Fortschreibung der eigentlichen Geschichte liegt. Dementsprechend wenig passiert im erotischen Bereich, auch wenn Renata und Nicolai zum Ende hin einige heiße Liebesnächte verbringen dürfen. Bis es so weit ist, wird man jedoch mit Gewalt und Grausamkeit konfrontiert, die den „böseren“ Vampiren eigen ist, und man lernt zudem einige Gegenspieler mehr kennen, die den Kriegern vermutlich in den kommenden Bänden noch mehr Schwierigkeiten machen werden. Das volle Ausmaß von Dragos Plänen wird bekannt, ebenso wie seine Machenschaften und Verbündeten.

Dementsprechend eindringlich werden auch die bisherigen Erlebnisse von Renata, die in ihrem Leben nur wenig Zärtlichkeit und Liebe erfahren hat, beschrieben. Das macht ihren überraschend schnellen Wandel von der eiskalten Kriegerin, die sich nach Red-Sonja-Manier alle Männer lieber vom Hals halten möchte, hin zur unersättlichen Liebhaberin allerdings etwas unglaubwürdig und übertrieben.

Zwar bietet die Geschichte etwas Abwechslung gegenüber den Beziehungs- und Liebesdramen der letzten Bücher, verlagert das Gewicht allerdings etwas zu stark auf die Action und Gewalt, was vermutlich denen missfallen dürfte, die doch eher den leidenschaftlich-erotischen Anteil der „Mitternachtsbrut“ mögen.

 

„Gefährtin der Schatten“ bietet zwar durch die Konzentration auf die Action ein wenig mehr Spannung und Drama, zeigt aber Schwächen, wenn es um die Entwicklung der Romanze geht, was vermutlich vielen missfallen dürfte, die eher an der Liebesbeziehung der Helden als an dem Abenteuer interessiert sind, auch wenn er ansonsten die eigentliche Geschichte gelungen fortschreibt.

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Eure Meinung:

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Buch:

Gefährtin der Schatten

Reihe: Mitternachtsbrut Band 5

Autorin: Lara Adrian

broschiert, 393 Seiten

LYX/Egmont, Mai 2009

Übersetzerin: Katrin Kremmler

Titelbild: Shutterstock

 

ISBN-10: 3802581857

ISBN-13: 978-3802581854

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.06.2009, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 13:26