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Geheimnisvolle Welt der Ozeane von Emily Hawkins & A. J. Wood

Rezension von Christel Scheja

 

Die Reihe „Geheime Welten“ greift mit ihrem neusten Buch „Geheimnisvolle Welt der Ozeane“ auf den ersten Blick ein nicht gerade phantastisch wirkendes Thema auf.

Das ändert sich aber, wenn man den Untertitel genauer betrachtet: „Die wahre Geschichte der Nautilus“. Damit weiß man, welche Klassiker aus der Feder von Jules Verne hier Pate gestanden haben – vornehmlich „20.000 Meilen unter dem Meer“. Schon das Titelbild – durch ein Bullauge blickt man auf das 3-D-Bild eines Kraken, lässt ahnen, was einen erwartet.

 

Beschrieben wird die abenteuerliche Fahrt aus der Sicht des jungen Zoticus de Lesseps, der einwilligt, einen alten Freund seines Vaters zu begleiten. Professor Aronnax will die Meere erforschen. Die Reise nach Cadiz im Jahr 1863 ist nur der Auftakt dazu, denn dort gehen sie an Bord eines bisher noch nicht da gewesenen Vehikels – eines Untersee-Bootes - das einem Mann gehört, der sich Kapitän Nemo nennt. Dieser unterstützt zwar den Forschungsdrang des Naturwissenschaftlicher, aber nur, um den Geheimnissen der Welt ein Stück näher zu kommen und nicht, um sie zu missbrauchen. Dem Jungen ist unheimlich, aber der Professor und der Kapitän scheinen sich gut zu kennen.

So beginnt die abenteuerliche Reise, die dem jungen Mann viel Wissen vermittelt. Er erfährt, dass manche Berge unter Wasser viel höher sind als der Mount Everest, dass es in der Tiefsee Gräben gibt, in die kein Mensch vordringen kann und die Tiefsee Wesen aufzubieten hat, die der bizarren Fantasie eines Verrückten entsprungen zu sein scheinen.

Neben den Geheimnisse der Meereslebewesen, enthüllen sich vor ihm auch die der Strömungen, die wichtig für das Klima auf unserer Erde sind und das Wetter mehr beeinflussen als viele Menschen vermuten. Auch der Meeresboden birgt so manche Überraschung, seien es nun seltene oder uralte Wesen und nicht zuletzt versunkene Städte wie das mythische Atlantis.

Die Reise folgt den Strömungen auch in die Polarmeere und begleitet Wale und andere Tiere auf ihren Reisen durch die Fluten. Die Nautilus besucht das „Great Barrier Reef“, die Unterwasservulkane der Südsee und die Untiefen der Gräben, in denen Monster leben, die bisher nur als Seemannsgarn galten.

Am Ende dieser Fahrt ist der Mann jedenfalls tief beeindruckt und kann sie nicht vergessen, so dass er sie irgendwann einmal weiter erzählt. Vielleicht ist sogar er derjenige, der Jules Verne zu seiner Geschichte inspiriert.

 

Wie viele der Sachbücher zu phantastischen Themen ist auch „Geheimnisvolle Welt der Ozeane“ wie das Tagebuch einer Person aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert aufgemacht und mit vielen Anmerkungen, Zeichnungen, „Dokumenten“ wie Briefen oder Buchauszügen versehen und mit ein paar „Funden“ gespickt, die die Entdeckungen vertiefen sollen.

Allerdings kann man davon ausgehen, dass einiges von dem Wissen auch mit modernen Erkenntnissen abgeglichen und nur ein wenig altertümlich aufbereitet wurde. Das Buch nähert sich Jules Vernes Klassiker auf eine andere Weise – es erzählt nicht die klassische Geschichte nach, sondern geht einfach davon aus, dass Professor Aronnax Nemo bereits kennt und mit diesen noch einmal auf große Fahrt geht, um weitere Dinge zu erkunden.

Das Buch geht dabei auf alle Bereiche ein, die mit dem Meer zusammen hängen. Geologie ist ebenso ein Thema wie Meteorologie, Biologie und nicht zuletzt Geschichte und Mythologie. Es lässt abenteuerliche Erzählungen der Seefahrer wie Wahrheit erscheinen und nennt einige der Funde, die manches sogar belegen könnten – seien es nun Teile eines Fangarms, die es möglich machen könnten, dass das dazugehörige Tier bis zu 20 m groß ist.

Die Leser ergründen mit den Figuren die Geheimnisse des Meeres von den elementaren Geheimnissen, die das Leben betreffen bis hin zu den bizarren Geschöpfen und alten Legenden, die weder be- noch widerlegt wurden und reisen in Gegenden der Welt, die vermutlich nur wenige Menschen zu dieser Zeit aufgesucht haben.

All das geschieht auf eine einfühlsame und freundliche Art und Weise, die sich zwar in erster Linie an Kinder ab acht Jahren richtet, aber auch für Erwachsene sehr stimmungsvoll aufbereitet wurde. Denn immerhin werden auch Details erwähnt, die kaum bekannt sind, es wird nicht nur ein grober Überblick über das Thema gegeben.

 

So erweist sich „Geheimnisvolle Welt der Ozeane“ als eine stimmungsvolle und lebendige Hommage an Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“, in die ruhig auch einmal begeisterte Fans des SF-Klassikers einen blick werfen dürften, denn Aufmachung und Inhalt des Buches sind weit davon entfernt, wie „Kinderkram“ zu wirken.

 

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Geheimnisvolle Welt der Ozeane

Reihe: Geheime Welten

Autoren: Emily Hawkins & A. J. Wood

gebunden, 32 Seiten

ArsEdition, erschienen September 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Cornelia Panzacci

Titelbild und Illustrationen von Ian Andrew, Wayne Anderson, Gary Blythe, David Wyatt und Tomislav Tomic

ISBN-10: 3760752861

ISBN-13: 978-3760752860

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.10.2010, zuletzt aktualisiert: 21.02.2015 10:21