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Gierige Schatten von Laurel K. Hamilton

Reihe: Anita Blake

Rezension von Christel Scheja

 

Anita Blake ist hauptberuflich Privatdetektivin und Totenerweckerin. In blutigen Ritualen ruft sie Verstorbene aus ihrem ewigen Schlaf, damit sie ihren Erben und Nachfahren Auskunft geben können, zumeist um Generationen alte Flüche endlich mit Hilfe von Hexen aufzulösen oder Streitigkeiten und andere Probleme zu klären, die diese zu verantworten haben. Ganz nebenbei jagt. Anita auch noch Vampire, was ihr die Feindschaft einiger Blutsauger eingebracht hat.

 

Aber das kann Anita Blake nicht einschüchtern. Sie hat einen gut bezahlten Job, weil sich mit allen Mitteln zu wehren und Gefahren einzuschätzen. Außerdem hat sie nach einer enttäuschenden und anstrengenden Beziehung wieder einen Mann gefunden, den sie nicht missen möchte und der sie auf Händen trägt.

Gerade vor Weihnachten kann sie die Zeit genießen, denn es gibt nicht viel zu tun, nur ihr Chef macht ihr mit seinen seltsamen Wünschen in Bezug auf das Fest etwas zu schaffen. Da schneit jedoch heftig und unerwartet ein neuer Auftrag herein, der sie ganz alleine betrifft. In St. Louis sind in den letzten Wochen immer wieder Leute verschwunden – jedoch keine gewöhnlichen Menschen sondern Werwölfe, die inmitten der Sterblichen Leben.

Marcus, der Leitwolf des führenden Rudels in der Stadt beauftragt Anita mit einem hinterhältigen Trick, den Serienmörder zu finden und auszuschalten. Sie ist ganz und gar nicht damit einverstanden, denn sie hat das Gefühl nur benutzt zu werden. Denn unter den Werwölfen ist ein Machtkampf ausgebrochen, und gerade Richard, ihr Geliebter, ist einer der aussichtsreichsten Rivalen. So kann der Auftrag auch eine Finte sein, um sie abzulenken und auszuschalten.

Anita Blake hat jedoch keine andere Wahl und beginnt den vagen Spuren nachzugehen. Mehrfach läuft sie in die Irre, bis sie endlich etwas findet, das aussichtsreich zu sein scheint. Als sich dann auch noch die Vampire einmischen und die Situation verschlimmern, gerät sie in tödliche Gefahr.

 

Anita Blake liebt in einer Welt, in der das Zusammenleben von magischen, dämonischen und ganz einfachen Wesen normal ist. So ähnlich sie unserer Welt ist, so selbstverständlich gehen die Menschen mit den Metawesen um, arbeiten teilweise sogar mit Vampiren und Werwölfen zusammen, die hier kein Schattenleben führen müssen.

Ansonsten wird eine eher geradlinige Thrillerhandlung erzählt, die nicht viele Überraschungen bietet. Man ahnt sehr schnell, worauf die Geschichte hinaus läuft, einige Möglichkeiten, um überraschende Wendungen einzubringen werden verschenkt. Auch wenn alles aus der Sicht von Anita Blake erzählt wird, so bleibt die Totenerweckerin doch seltsam blass. So salopp wie ihre Sprache ist leider auch ihr Charakter, der sich nicht viel von dem anderer tougher Frauengestalten unterscheidet. Der Vergleich mit Buffy kommt nicht von ungefähr, denn auch Anita setzt eher auf ihre kämpferischen als ihre geistigen Fähigkeiten, obwohl sie nicht dumm ist.

 

Der Roman ist daher leidlich spannend, er weiß zwar zu unterhalten, aber bleibt auch nicht mehr in Erinnerung als eine durchschnittliche Folge von „Buffy“ oder „Angel“. Fans der beiden Serien werden sicher ihren Spaß an den Abenteuern von Anita Blake haben, für andere ist das Buch nicht unbedingt so interessant, wie es sein könnte.

Eure Meinung:

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Gierige Schatten

Reihe: Anita Blake

Autorin: Laurel K. Hamilton

Broschiert - 460 Seiten

Bastei-Lübbe, erschienen März 2006

ISBN: 3-404-15466-5

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Angela Koonen

Titelbild von Steve Gardner

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.07.2006, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 13:26