GmbH (Autor: Christian Riesslegger, Shadowrun)
 
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GmbH

Reihe: Shadowrun

Rezension von Bernd Wachsmann

 

Christian Riessleggers Roman „GmbH“ hat mindestens vier Besonderheiten: Er spielt in Österreich, ist in der „Landessprache“ geschrieben, umfasst knapp 400 Seiten und ist trotz der hohen Seitenzahl nicht abgeschlossen, da es einen Fortsetzungsroman geben wird.

 

Die Handlung schwankt zwischen Satire und derben Shadowrun-Stoff. Gerade das Anfangskapitel ist genial, in dem diverse österreichische Politiker vorgeführt werden. Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind natürlich vollkommen zufällig ... Hier zeigt sich das große satirische Potential des Autors. Aber auch später wird so ziemlich alles durch den Kakao gezogen, egal ob Wicca-Anhängerinnen, Dorffaschos, Konzern-Execs oder die Regierung.

 

Aber es ist ja kein Satireroman, sondern ein Shadowrun-Roman. Also gibt es auch einen Run und ein (sich bildendes) Team. Die Runner-Legende Karo Ass ist nach Österreich zurückgekehrt und sucht sich für einen ultraheissen Run ihr Team zusammen. Paralell dazu versucht ein Todkranker innerhalb von 4 Wochen genug Geld zu verdienen, um die lebensrettende Operation bezahlen zu können. Bazooka, ein abgebrannter Zwergen-Decker, ist mit seinem Team auf einen Matrix-Run. Vollkommen unabhängig davon ist eine Ork-Rattenschamanin auf den Weg nach Salzburg.

 

Leider ist das Ende arg offen, alles führt in Richtung Teil Zwei hin, was aber hinnehmbar ist. Ein 800-Seiten-Buch wäre wohl nicht verkäuflich gewesen in der Reihe. Die Länge kommt aber auch daher, dass Österreich noch nicht so detailliert in der Roman-Reihe beschrieben wurde, sodass in „GmbH“ noch viele Beschreibungen kommen (müssen). Und der satirische Teil ist für dieses Buch wichtig, nimmt aber auch Raum ein.

 

Der Roman ist in einem gewöhnungsbedürftigen österreichischen Schmäh geschrieben, glücklicherweise gibt es aber am Ende des Buches ein kleines Glossar. Das deckt nicht alle Begriffe ab, die Lesern aus der BRD seltsam vorkommen dürften, aber die Wichtigsten. Insgesamt gesehen ist der Roman verständlich, da er sehr umgangssprachlich geschrieben wurde. Es geht ziemlich derbe zur Sache, dass ist wohl dem Wunsch von FanPro geschuldet, dass Shadowrun dreckiger und realistischer werden soll. Bis auf die Oberklasse und einigen sehr erfolgreichen Runnern lebt hier eigentlich jeder im Dreck. Und die Straßen sind nicht nur dreckig, sondern auch gefährlich. Mehr Perversionen und Obszönitäten als üblich kommen vor. Weibliche Leserinnen finden höchstens in Karo Ass eine Identitätsfigur, die aber in Teil Eins noch sehr farblos bleibt.

 

Fazit:

Ein interessanter Shadowrun-Roman, der Freunde wie Feinde finden wird. Einzeln kann man ihn nur schwer beurteilen, da er hauptsächlich der Beschreibung der Umgebung und der Teambildung/-vorstellung dient. Dank des satirischen Teils und der ungewohnten Umgebung ist es trotzdem lesenswert. Der normale Runnerteil ist Durchschnitt/Standard, aber schön dreckig und realistisch. Der Satireteil und der Sarkasmus heben das Buch hoch auf Gut und für den, der Schauplatz mag und die Sprache mag, ist es Pflicht.

 

Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH, www.fanpro.com und www.f-shop.de.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240518001832af738317
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GmbH

Autor: Christian Riesslegger

Reihe: Shadowrun

Broschiert - 400 Seiten - Fantasy Productions

Erscheinungsdatum: April 2006

ISBN: 3-89064-463-5

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 11.06.2006, zuletzt aktualisiert: 27.03.2024 18:28, 2374