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Grabeshauch von Charlaine Harris

Rezension von Christel Scheja

 

Neben ihrer Romanserie um die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stackhouse und ihre Vampirfreunde, die inzwischen sogar durch die Fernsehserie „True Blood“ Erfolge im feiert, scheinen die Romane ihrer anderen Reihe eher unterzugehen. Nach „Grabesstille“, „Falsches Grab“ und „Ein eiskaltes Grab“ ist nun auch der vierte Band um Harper Conelly, die Frau, die die Toten spüren kann, erschienen, nämlich „Grabeshauch“.

 

Die letzten Abenteuer haben der jungen Frau und ihren Stiefbruder Tolliver gezeigt, dass sie eigentlich zusammen gehören und weniger Geschwister als Liebende sind. So machen sie sich nun auf den Weg nach Texas, um Kontakt mit dem Rest der Familie aufzunehmen und sie davon zu unterrichten, dass sie heiraten werden. Außerdem wollen sie wie immer ihre kleinen Geschwister besuchen.

Auf dem Weg dorthin machen sie Halt auf einer Ranch. Eine vom Übersinnlichen faszinierte Ranchbesitzerin möchte wissen, ob ihr Großvater wirklich eines natürlichen Todes gestorben ist. Dem scheint so zu sein, auch wenn einige Umstände seines Ablebens eher merkwürdig wirken. Dann ist da noch das Grab einer jungen Frau, der Pflegerin des alten Mannes, die nur wenige Wochen vor ihm verschieden ist.

Harper nimmt Dinge wahr, die sie irritieren, forscht aber nicht weiter, da das nicht zu ihrem Auftrag gehört. Noch ahnt sie nicht, dass genau diese Wahrnehmungen sie schon bald einholen werden.

Zunächst aber werden Tolliver und sie von den familiären Problemen abgelenkt und in Atem gehalten. Vor allem die Versuche ihres Stiefvaters, wieder engeren Kontakt zu ihnen allen zu bekommen, missfällt Harper, denn sie will nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Dann aber überstürzen sich die Ereignisse, denn ausgerechnet Tolliver wird angeschossen und schwer verletzt. Und es sieht so aus, als sei auch Harper in Gefahr.

 

Anders als viele andere Romane mit übersinnlich begabten Frauen, ist „Grabeshauch“ eher nüchtern und bleibt nahe an der Realität. In Harper Conellys Leben ist nicht alles eitel Sonnenschein.

Sie muss damit leben, dass sie durch ihre Gabe im Grunde als Freak gilt und leidet oft genug darunter, ständig die Toten wahrzunehmen, auch wenn diese schon viele Jahrhunderte in der Erde liegen. Auch ihre Familienverhältnisse sind nicht die allerbesten. Zudem liegt immer noch der Schatten der Ungewissheit, ob ihre Schwester Cameron noch lebt, oder nicht, über ihr – allerdings nicht mehr lange.

Charlaine Harris scheint genau zu wissen, wie lange sie eine Hintergrundgeschichte heraus zögern kann, denn es ist erstaunlich, dass sie die Triebfeder für Harper, überhaupt im Land herum zu reisen, schon jetzt auflöst und nicht noch über weitere Romane hinzieht. Die Entwicklung ist so weit fortgeschritten, dass die Enthüllung im richtigen Moment kommt und sich interessant mit einem der anderen Fälle verbindet.

Die Auflösung ist interessant, ungewöhnlich und dennoch sehr gut nachvollziehbar, zudem lässt sie sich auch ein Schlupfloch für weitere Geschichten offen. Ansonsten aber ist die Reihe wunderbar in sich geschlossen.

Ebenso gefällt, dass sie ihre Geschichte sehr lebensnah schildert und Personen erschafft, denen man jeden Tag auf der Straße begegnen kann.

 

Alles in allem ist „Grabeshauch“ wie sein direkter Vorgänger intensiv und tiefgründig, beantwortet viele Fragen und umgibt dass alles mit einer spannenden Handlung voller überraschender Wendungen. Da nun auch alle wichtigen offenen Fragen zufriedenstellend geklärt wurden, ist der Roman zudem der gelungene Abschluss der Harper Conelly-Reihe.

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Grabeshauch

Autorin: Charlaine Harris

Original: Grave Secret, USA 2009

Broschiert, 318 Seiten

dtv, erschienen Januar 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Christiane Burkhardt

Titelbild von Darren Winter

ISBN-10: 3423212683

ISBN-13: 978-3423212687

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 25.01.2011, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 13:26