Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Grand Theft Auto: San Andreas (PC)

Rezension von Björn Backes

 

Es gibt wohl kaum einen Spieltitel, der so heiß diskutiert wird und der vor allem die kritischen Massenmedien so sehr polarisiert wie der Rockstar Games-Klssiker „Grand Theft Auto“. Gerade im Zusammenhang mit den jüngsten gewaltsamen Entgleisungen Jugendlicher wurde das grobe Vorgehen des Protagonisten wieder in den Fokus gerückt und unter anderem auch dafür verantwortlich gemacht, dass eben solche Ereignisse geschehen, weil die Realität und die Fiktion in „GTA“ oft sehr fließend ineinander übergehen – zumindest in der Darstellung.

Die USK-Einstufung ist daher auf wackligen Beinen und sollte in den Augen vieler auch die Jugendfreigabe verhindern. Das wäre jedenfalls der Idealfall, der aber bei „San Andreas“, dem preisgekrönten vierten Teil der Serie nicht eingetreten ist. Daher auch die moralische Warnung an alle, die bislang noch nie in die korrupten Welten dieses Spiels eingedrungen sind: Es geht mitunter knüppelhart zu, und es ist selten legal, was auf dem Bildschirm geschieht. Freiwillige Selbstkontrolle? Bitte schön, aber dann bitte auch mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein – soviel vorab.

 

 

Inhalt:

Und man kann sie in gewisser Weise auch verstehen, die kritischen Moralapostel, die das verbrecherische Treiben in der virtuellen Großstadt nicht gutheißen können. Auch „Grand Theft Auto: San Andreas“ präsentiert nämlich einen bizarren Sumpf aus Kriminalität, Mordlust und brutalen Übergriffen, der aufgrund der relativ authentischen Darstellung auch erst die Wirkung erzielt, die einen so abschreckt. Oder eben auch anzieht…

Die Background-Story ist hierbei flott erzählt: Carl Johnson, Held der bisherigen Editionen, hat es endlich geschafft sich vom Chaos in Los Santos loszueisen und den harten Straßenkämpfen zu entkommen. Seine gesamte Kindheit hat er im verruchten Stadtviertel der Metropole San Andreas verbracht, bis ihm endgültig der Schritt aus der verbrecherischen Heimat gelang. Ganz unbedarft kehrt er fünf Jahre später in die Stadt zurück, die seine Familie auf dem Gewissen hat. Und kaum ist er dort angelangt, wird ihm auch schon ein Mord zur Last gelegt. Carl muss sich aus diesen Verdächtigungen befreien – und hierzu geht er gewohntermaßen in die totale Offensive!

 

Nachdem die Fronten geklärt sind, geht es auf direktem Wege in die Straßen der Großstadt, deren Umfang eine regelrecht erschlagende Wirkung hat. Die drei großen Viretel alleine würden hier schon eine komplette Spielwelt rechtfertigen, doch alte „GTA“-Junkies wissen, dass den Herrschaften bei Rockstar Games nur das Üppigste gut genug ist. Und das ist bei weitem noch nicht alles: Große Landschaftsparks, Farmen und sogar größere ländliche Anwesen trennen die drei Unterstädte voneinander und bilden damit weitere Schauplätze für die organisierte Kriminalität, in die sich Johnson peu a peu wieder hineinstürzt. Mordend und brandschatzend zieht er durch die Straßen, verschafft sich mit wachsendem Erfolg Respekt bei den ortsansässigen Banden, erweitert sein Waffenarsenal und seinen Fuhrpark und liefert sich zwischendurch immer wieder atemberaubende, manchmal auch tödliche Verfolgungsjagden mit den Cops. Hinzu kommt der ganze Sündenpfuhl der Bandenkriminalität, angefangen bei dramatischen Schießereien über korrupte Deals und Verschleppungen bis hin zu illegalen Autorennen, bei denen es zusätzlich Geld und Ehre zu verdienen gibt. Die darin enthaltenen Missionen sind vielfältig und verlangen Johnson alles ab, was seine Erfahrungen auf der schiefen Bahn ihn gelehrt haben. Ein nächtlicher Einbruch ist die eine Seite, das kontinuierliche Training im Kampfsport und Zielsicherheit eine völlig andere – doch alles muss ausgewogen verbessert und weiterentwickelt werden, damit unser Hauptdarsteller auf den Straßen von San Andreas nicht zum Opfer wird.

 

Nach und nach erobert man schließlich ganze Teile von San Andreas und schlüpft selber in die Rolle des gefürchteten Gangsters. Leichen werden regelmäßig zurückgelassen, flottere Boliden einfach so gepfändet und hinterlistige Beamte mal eben zur Strecke gebracht. Es geht hart zu, der Umgangston ist der Slang der Straße, doch irgendwann hat man sich zurechtgefunden und vor allem die Szenerie verinnerlicht. Und dann beginnt ein schier unendlicher Marathon, der auch „San Andreas“ zum Dauergast auf Monatsdistanz macht – mindestens.

 

 

Technik/Grafik:

Optisch ist „Grand Theft Auto: San Andreas“ ein echter Leckerbissen, der gerade in den Nahaufnahmen überwältigend ist – auch was die Brutalität mancher Ereignisse betrifft. Aber auch der Detailreichtum in der Stadt, die unzähligen verschiedenen Landschaftsbilder, ja überhaupt das ganze Drumherum – hier waren Leute am Werk, denen jedes kleinste Fragment unheimlich wichtig war. Und das spürt man in jeder Sekunde, die man in den Straßen des korrupten Staates verbringt.

Die Technik setzt dem Ganzen sogar noch einen drauf. Die Auswahl an Handlungsoptionen ist kaum mehr erfassbar, die Umsetzung aber individuell so fabelhaft, dass man sich regelrecht wundern muss, dass man nicht mit längeren Ladezeiten kämpfen muss bzw. alle Szenen so fließend ineinander übergehen. Die „GTA“_Serie bleibt damit aber auch einer alten Tradition treu, nämlich der Tradition der Qualitätssicherung. Auch „San Andreas“ ist alles andere als ein Schnellschuss und bis in die letzte Ecke konsequent durchdacht!

 

 

Spielspaß:

Um klar darzustellen, wie groß der Anreiz ist, Carl Johnson durch die verruchten Straßen der Stadt zu manövrieren, reichen eigentlich schon die Fakten, die großspurig klingen, aber fast noch untertrieben wirken. Von 150 Stunden Spielzeit ist dort die Rede, und nach dem Intensivtest kann man eigentlich sogar behaupten, dass diese Schätzung optimistisch ist und nur für Cracks gilt. So viele Missionen, so viele unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten, so viele strategische Ansätze – ja, es ist alles so unheimlich viel! Quantität bedeutet bei „Grand Theft Auto: San Andreas“ aber definitiv nicht Verlust oder Reduzierung der Qualität. Der Kreis schließt sich zum Abwechslungs- und Detailreichtum, der den vierten Titel der Erfolgsreihe umgibt, so dass Fans ohne große Bonusmotivation wissen was zu tun ist – nämlich zugreifen!

 

 

Fazit:

Auch wenn so heiß diskutiert wird, welchen Einfluss Games wie „GTA“ auf die jugendliche Gesellschaft haben, kann man einfach nicht leugnen, dass die Sache jedes Mal wieder superb aufgemacht und formidabel inszeniert ist. Die vierte Episode macht diesbezüglich keine Ausnahme und stellt den Höhepunkt einer steil nach oben verlaufenden Entwicklungskurve dar.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

MEDIUM:

Grand Theft Auto: San Andreas

System: PC (Windows XP / Vista)

Entwickler: Rockstar Games

Publisher: ak tronic / Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ab 16 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B00076YSDM

Erhältlich bei: Amazon


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 20.10.2009, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50