Happy End gleich zu Beginn? Immerhin ist es Green Arrow endlich gelungen, nach Hause zurückzukehren. Doch in Heimkehr ist das Glück des Bogenschützens mehr als getrübt. Das liegt nicht nur daran, dass die Justice League nicht mehr existiert. Auch sein Schützling Roy Harper ist verschwunden. Und dann trachtet auch noch jemand nach Oliver Queens Leben und scheint mit einem Anschlag Erfolg zu haben.
Auch in Band 2 der neuen Green Arrow-Serie bleibt Joshua Williamson (Dark Crisis) als Autor für die Geschicke des grünen Bogenschützen verantwortlich. Das ist deswegen gut, weil sich die Handlung so optimal an das DC-Event Dark Crisis anschmiegt Zudem liefert der US-Autor einige unerwartete Wendungen und beendet gleich mehrere der einzelnen Kapitel mit veritablen Cliffhangern.
Auch dieses Mal bietet Williamson einige Bezüge zu Oliver Queens »Inselgeschichte«. Die Anfangsstory punktet dann auch noch mit einigen komischen Ideen. So erklärt etwa Super-Man, er traue Lex Luthor nur so weit, wie er ihn werfen könne – was bei einem Wesen mit Superkräften natürlich den klassischen Bedeutungsinhalt humorvoll in das Gegenteil verkehrt. Allerdings ist der Auftakt bis auf solche Bonmots etwas behäbig. Darauf folgt dann zwar nach dem Überfall auf Oliver Queen eine Überraschung. Hier macht dann aber innerfiktional das Verhalten einer Figur einfach keinen Sinn. Die Szene ist im Nachhinein zu sehr konstruiert, um Leserinnen und Leser an der Nase herumzuführen. Natürlich kann – und sollte vielleicht auch – ein Autor für derartige Überraschungen sorgen. Dann muss er allerdings auch die Gedanken bzw. inneren Monologe seiner Figuren so gestalten, dass diese weiterhin Sinn machen, weil sie ambivalent bleiben und nicht in simpler Publikumstäuschung gipfeln. Darüber hinaus wird im zweiten Teil des Comics irgendwann die Dichte an Bogenschützen zu hoch. Außerdem fehlt dieses Mal zum Ende ein echter Spannungshöhepunkt, sodass der Band in allzu harmonisch ausklingt.
Carmine di Giandomenico, Trevor Hairsine, Phil Hester, Eric Gapstur, Sean Izaakse und Tom Derenick: Die Anzahl an Zeichnern und Tuschern, die für die Optik des zweiten Green-Arrow-Bands verantwortlich ist, fällt ziemlich groß aus. Die beste Arbeit liefert wie schon im ersten Teil Sean Izaakse ab. Der verleiht Actionsequenzen nicht nur eine ansprechende Dynamik, sondern punktet auch beim Figurendesign. Schön gelingt es ihm etwa in wenigen Panels, den Gegensatz zwischen der alten »Hall of Justice« sowie der neuen »Hall of Order« zu verdeutlichen.
Etwas enttäuschender fällt Phil Hesters Bebilderung des zweiten Kapitels aus. So liefert der für eine Szene, die eigentlich emotional sein soll, auf einer Seite praktisch nur viermal das fast identische Bild. Hier wäre etwa ein Perspektivenwechsel oder Nahaufnahmen des Trauernden interessant gewesen. Zudem lässt er zwei Opponenten später einfach vor einem langweiligen weißen Hintergrund kämpfen und verschenkt einiges vom Potenzial, das die Auseinandersetzung gehabt hätte. Schade.