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Green Arrow Megaband 1: Kampf um Queen Industries von Ann Nocenti, J. T. Krul, Dan Jurgens, Freddie Williams Jr u. a.

Rezension von Ingo Gatzer


 

Rezension:

Der 1941 erstmals aufgetretene Held Green Arrow kann sich hinsichtlich seiner Beliebtheit und Prominenz nicht mit Größen des DC-Universums wie Superman oder Batman messen. Tatsächlich erinnert er aber an Letzteren. Schließlich handelt es sich bei ihm um einen schwerreichen Milliardär, der ohne Superkräfte, sondern nur mit seinem Willen und diversen technischen Gimmicks Schurken zur Strecke bringt. Der erste "Green Arrow Megaband: Kampf um Queen Industries" beinhaltet die ersten 16 Einzelhefte der neu gestarteten Serie, die zwischen November 2012 und März 2013 erschienen sind und von diversen Autoren - vor allem J. T. Krul, Ann Nocenti, Beith Griffen sowie Dan Jurgens - und Zeichnern - wie Freddi E. Williams Junior, Harvey Montecillo und wiederum Dan Jurgens - stammen.

 

Oliver Queen ist ein Playboy, der seine Zeit bevorzugt seinem Vergnügen widmet. Da seiner Familie ein milliardenschweres Unternehmen, Queen Industries, gehört, sieht seine Zukunft rosig aus. Doch dann wird die Ölplattform, auf die man ihn abgeschoben hat, von einem schwer bewaffneten Kommando überfallen. Doch Oliver will sich das nicht gefallen lassen und sein Bogen, mit dem er sich bislang nur die Zeit während den Feierpausen vertrieben hatte, wird zu seiner wichtigsten Waffe. Diese Entscheidung wird sein ganzes Leben verändern.

 

Judd Winck darf die eigentliche Entstehungsgeschichte von Green Arrow erzählen. Der US-Amerikaner war bereits für den renommierten Eisner-Award ("Pedro and Me") nominiert und zeigt anschaulich, wie der Held Green Arrow - bzw. Oliver Queens Motivation dieser Held zu werden - geboren wird. Allerdings verschenkt Winck Potenzial, indem er etwa Queens Inselaufenthalt fast komplett ausspart und hier mehrere Monate auf einer Seite abhandelt. Aber gerade der Überlebenskampf hätte ein interessanter Schlüssel zur Psyche der Hauptfigur werden können. Die erste und die letzten drei Folge(n) werden von Freddie E. Williams Jr. gezeichnet, der zuvor unter anderem die DC-Helden Robin und Flash in Szene gesetzt hat. Seine Panels sind sehr schön detailliert und er arbeitet die Mimik der Figuren sehr expressiv heraus. Dafür wirkt sein Zeichenstil manchmal etwas altbacken und scheint nicht ganz zu so einem modernen Helden wie Green Arrow zu passen.

 

Die Entscheidung, Comic-Legende Dan Jurgens die grafische Umsetzung der nächsten sechs Folgen von Green Arrow zu überlassen, war goldrichtig. Jurgens hat mit "Superman Nr. 75" das wohl meistverkaufte Comic-Heft aller Zeiten geschaffen und überzeugt hier vor allem durch sein geniales Charakterdesign von Green Arrow. Keinen anderen Zeichner gelingt es, die Hauptfigur so ansprechend zu gestalten und ihr derart überzeugend Leben einzuhauchen. Zudem wirkt das frischere Design absolut stimmig, wobei er immer wieder gute Ideen beweist. Die Geschichten der Teile zwei bis vier stammen von J. T. Krul, der sich bereits an den verschiedensten Helden wie "X-Men", "Spiderman" oder "Captain Atom" versuchen durfte. Ihm gelingt eine hochklassige Storyline, die nicht nur spannend ist, sondern auch eine wohldosierte Prise Gesellschafts- und Medienkritik bietet, ohne dass dieses aufgesetzt wirkt. Die drei Hefte des Duos Jurgens/Krul - "Privilegiertes Leben", "Bekanntheitsgrad" und "Green Arrows letzter Kampf" - sind zweifellos die Höhepunkte des Megabandes.

 

Dagegen überzeugen die Storys von Ann Nocenti - die für die Bände acht bis sechzehn verantwortlich ist - nur teilweise. Während Green Arrows Reise nach China - in welcher der Kulturgegensatz zwischen den USA und China doch eher konstruiert wirkt - recht schwach ist, sind die Robin-Hood- und Robotergeschichten durchaus ansprechend. Ziemlich abstrus ist hingegen der Dreiteiler geraten, in dem Green Arrow auf Drillingsblondinen trifft, deren Vater merkwürdige Tierexperimente durchführt. Auch zeichnerisch ist die von Harvey Montecillo Tolibao illustrierte Trilogie nicht besonders gelungen. Green Arrow wirkt wie ein naiver Jüngling und sein Gegenspieler sieht wie ein bleicher Rübezahl in kurzen Hosen aus.

 

Fazit:

Der Megaband "Green Arrow: Kampf um Queen Industries" bietet angesichts einer Vielzahl von Autoren und Zeichnern Licht und Schatten. Welches Potenzial die Figur des grünen Bogenschützen hat, zeigen vor allem Comic-Legende Dan Jurgens, der der Figur ein tolles Charakterdesign verpasst, und Autor J. T. Krul, der mit Abstand die bisher interessantesten neuen Storys über Green Arrow verfasst hat.

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Comic

Green Arrow Mwgaband 1: Kampf um Queen Industries

Autoren: Ann Nocenti, Keith Giffen, Judd Winck, J. T. Krul, Dan Jurgens

Zeichner: Freddie E. Williams Jr., Dan Jurgens, Ignacio Calero, Harvey Montecillo, Steve Kurth

Erscheinungsdatum: Juli 2013

Panini - 340 Seiten - Softcover

ISBN-10: 3862015955

ISBN-13: 978-3862015955

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 22.08.2013, zuletzt aktualisiert: 20.08.2019 17:15