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Grid 2 (PC)

Rezension von Cronn

 

Mit einem eleganten Drift gleite ich auf der Steilküste um eine Kurve. Hinter mir raucht der Gummi meiner Reifen als schwarze Wolken und vernebelt hoffentlich meinem Kontrahenten ein wenig die Sicht.

Ein wenig zu stark steuere ich nach der Kurve entgegen, so dass mein von einem Heck-Antrieb befeuerter Ford-Mustang schlingernd ausbricht. Ich komme mit dem Hinterreifen von der Straße ab und schleudere Grasnaben hinfort. Es gelingt mir, den Wagen wieder unter Kontrolle zu bekommen, aber ich habe wertvolle Sekunden verloren.

Der Gegner ist mir näher gekommen. Ich höre den Motorensound seines Nissan hinter mir aufbrausen und erkenne voller Schrecken: Er will ein Überholmanöver starten!

Das muss ich auf jeden Fall verhindern.

Ich lenke mal nach links, mal nach rechts, immer in der Hoffnung, dass mein Ford genügend Platz versperrt, so dass mein Duell-Kontrahent es nicht wagt, in dieser Küstenstrecke mich zu überholen.

Doch da ist es geschehen!

Der Kerl beschleunigt, rammt mich an der linken Seite und ist vorbei!

Aber nicht mit mir, Freundchen!

Schnell drücke ich den Y-Knopf auf dem Gamepad und spule die Szene zurück bis zu dem Zeitpunkt, als ich mich durch eine ungeschickte Lenkbewegung selbst aus dem Rennen gebracht habe.

Nun habe ich die Chance meinen Lenkfehler zu korrigieren und das Duell-Rennen doch noch zu meinen Gunsten zu entscheiden …

 

Rezension:

Grid 2 ist der Nachfolger des erfolgreichen Rennspiels Race Driver: Grid. Entwickelt wurde es von dem Entwickler Codemasters in Großbritannien, der schon für den Vorgänger verantwortlich war. Als Publisher fungiert Namco Bandai Partners Germany GmbH.

Ob »Grid 2« ein ähnlicher Erfolg zu prognostizieren ist, wie dem Vorgänger?

 

Hintergrund:

»Grid 2« bietet dem Spieler einen neuen Story-Hintergrund. Man schlüpft in die Rolle eines Rennfahrers, der im Auftrag von Patrick Callahan steht. Callahan ist ein schwerreicher Superindustrieller, der autobegeistert ist und vorhat, eine neue Rennserie zu etablieren, die sogenannte „World Series Racing“. Die Aufgabe des Spielers soll es sein, zunächst bei den verschiedensten Autoclubs für diese Rennserie zu werben, um diese dann im zweiten Zug dafür zu begeistern und sie der neu geschaffenen Rennliga beitreten zu lassen.

Die Story motiviert, man sollte aber nicht zu viel erwarten. In vorgerenderten Zwischensequenzen, die sich vor allem auf Social Media stürzen, wird die Handlung fortgesponnen.

 

Gameplay:

»Grid 2« bietet eine Menge unterschiedlicher Renntypen: Rundrennen, Duelle gegen einen Gegner, Checkpoint-Rennen, Driftveranstaltungen, Ausscheidungsrennen und noch andere mehr sollten bei jedem Renn-Fan für feuchte Augen sorgen. Einzig Crash-Derbies wurden nicht in den Renn-Zirkus übernommen, würden auch nicht zu »Grid 2« passen.

Die Rennen spielen sich hochspannend, was vor allem an der gelungenen KI liegt. Immer wieder entdeckt man erstaunlich menschlich wirkende Aktionen, Rempler inklusive. Man sollte nicht allzu zartbesaitet sein, wenn man »Grid 2« spielt, denn die Kampfaktionen bei der Suche nach der Ideallinie und beim Überholen gehören hier fast zum Alltag. Das erhöht die Spannung, gerade bei Duellen mit einem Gegner, den man schon hinter sich hört und der jede Chance auszunutzen sucht.

Wie aus dem Vorgänger gewohnt, darf man auch in »Grid 2« wieder während eines Rennens fünf Mal die Rückspul-Funktion nutzen, sollte man einen Fahrfehler gemacht haben oder ähnliches.

Der Fuhrpark ist umfangreich. Von Muscle-Cars bis hin zu japanischen Drift-Boliden ist hier viel lizensiertes Material »erfahrbar«. Zudem kann man die Autos nach Wunsch umlackieren und mit Sponsoren-Namen bekleben. Die Sponsoren bringen Zusatzziele mit, welche bei Erfüllung Sonderprämien ergeben, wie beispielsweise neue Fans. Denn in Fans wird der Erfolg des Spielers bemessen und deren Anzahl entscheidet über den Fortgang der Kampagne.

Die Autos können auch fachgerecht in ihre Einzelteile zerlegt werden. Bei Crashs zerdellt sich das Blech, es fliegen Türen auf und Kotflügel bekommen Schrammen. Das Schadensmodell sucht seinesgleichen und ist intensiv geworden. Wer möchte, kann es optisch belassen, so dass es keine Auswirkung auf das Fahrverhalten hat.

Selbstverständlich ist auch wieder der Mehrspieler-Bereich mit an Bord. In verschiedenen Renn-Modi darf sich der Spieler mit seinen Freunden und Unbekannten aus aller Welt messen. Die Einbindung von Steamworks bemerkt man an allen Ecken und Enden: man wird mit den Ergebnissen seiner Freunde gemessen. Das kann spaßig sein und reizt zum erneuten Durchspielen so mancher Strecke, nur um den Rekord des Kumpels zu unterbinden. Gelungene Sache!

 

Grafik und Sound:

Die Grafikabteilung von Codemasters darf sich auf die Schulter klopfen. Was sie hier bei »Grid 2« abgeliefert hat, ist Rennspiel-Grafik vom Feinsten. Sonnenblend-Effekte, dichter voluminöser Rauch, umherwirbelnde Grasnaben, glänzendes Chrom und Blech, dazu die erkennbaren Wahrzeichen verschiedener Länder (u.a. Eiffelturm in Paris), machen »Grid 2« zu einer Grafikbombe im Rennspielbereich.

Auch in Sachen Sound macht den Entwicklern keiner was vor. Die Motoren klingen satt und deutlich unterschiedlich. Zudem sind sie während der Rennen stets gut verortbar.

 

Fazit:

»Grid 2« ist actionlastiger geworden als der Vorgänger. Der Wegfall der Cockpit-Perspektive mag Puristen verschrecken, aber die Spielweise als Mischung zwischen Simulation und Arcade-Racer rechtfertigt dies durchaus. Vielleicht bietet Codemaster aber später den Simulation-Fans diese Perspektive per Patch an.

»Grid 2« ist ein gelungener Rennspaß, der weitab vom reinen Arcade-Racer sich zwischen den Stühlen positioniert und auch die Simulations-Puristen ansprechen sollte. Wer hier glaubt, einfach Gas geben zu können, landet schneller im nächsten Acker, als er „F…ck!“ schreien kann! Anspielen lohnt sich!

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Eure Meinung:

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PC-Spiel:

Grid 2

Codemasters / Namco Bandai, 31. Mai 2013

Plattform: Windows 7 / Vista

USK: 6

 

ASIN: B00BIE5I72

 

Erhältlich bei: Amazon

 

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Erstellt: 16.06.2013, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50