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Hägar 1975 bis 1977 von Dik Browne

Hägar Gesamtausgabe Bd. 2

Rezension von Christian Endres

 

Übersetzer Michael Bregel schafft mit seinem Essay über das Wikinger-Motiv in der Vergangenheit der westlichen Comics einen sehr schönen Einstieg in diesen zweiten Hägar-Sammelband, der sich den Werktags-Strips aus den Jahren 1975 bis 1977 widmet. Danach geht es im wieder einmal ebenso schön wie plakativ aufgemachten Hardcover im Querformat weiter, wie und wo der erste Band aufgehört hat: Dik Browne lässt Wikinger-Chef Hägar nicht nur gegen die Engländer zu Felde ziehen, sondern auch gegen alle möglichen Ehemann- und Vater-Probleme - also mit der Kindeserziehung, der Emanzipation, den Nachbarn, der Arbeit und den Kollegen oder dem Staat und der Steuerpolitik (wobei ja gerade letzteres nicht nur bei Brownes Hägar-Strips aus den 1970ern ein Thema ist).

 

Browne projiziert also auch diesmal wieder nach bewährtem Rezept universelle und zeitlose (und primär maskuline) Alltagssorgen auf das recht frei gestaltete Wikinger-Sujet, zwischendurch immer wieder aufgelockert durch einen etwas fantastischeren oder weniger allegorischen Abenteuer-Strip in Tradition der klassischen Funnys. So ergibt sich eine angenehme, leicht bekömmliche Mischung an kurzen, knackigen Strips, die auch bei üppigerem Konsum bestens unterhält. Dabei bietet der frühe Hägar fortwährend einen sehr simplen, ziemlich rustikalen Humor, der in der Summe allerdings durchaus zu gefallen weiß.

 

Nicht weniger simpel und reduziert sind Brownes minimalistisch-lässige Zeichnungen, die dem legendären Zeitungscomic-Strip schon in den 1970ern seinen typischen, bis heute bekannten Look verpasst haben. In ihrer gemeinsamen Schlichtheit ergibt sich für Artwork und Humor am Ende fast schon kongeniale Synthese, die eine ganz eigene Wirkung entfaltet und gerade in gesammelter Form für charmanten Lesespaß sorgt.

 

Hägar ist natürlich kein philosophischer Comic wie Wattersons Calvin und Hobbes oder Schultz’ Peanuts. Die Strips mit dem Wikinger-Häuptling bieten eher einen einfachen, geradlinigen Humor ohne Fallstricke und Ösen. Manchmal genügen Vorzeige-Minimalist Browne schon ein oder in der Regel zwei Panels, um eine Idee und einen Gag zu visualisieren. So simpel Hägar damit manchmal auch wirken mag, so angenehm und locker gestaltet sich letztlich die Lektüre der schwarzweißen Werktags-Strips.

 

Auch ohne die noch gesondert folgenden Sonntagsseiten nach wie vor eine der besten Gesamtausgaben auf dem deutschen Markt.

 

 

Eure Meinung:

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Comic:

Hägar: 1975-1977

Hägar Gesamtausgabe 2

Autor/Zeichner: Dik Browne

Ehapa, Februar 2008

Hardcover Album,

Querformat, 320 Seiten

ISBN-Code: 3770431480

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 25.02.2008, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53