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Hägar Sonntagsstrips 1973 bis 1979 von Dik Browne

Hägar Gesamtausgabe Bd. 4 | Sonntagsstrips 1973 bis 1979

Rezension von Christian Endres

 

Michael Bregel bietet zu Beginn dieses vierten Hardcover-Bandes mit den Strip-Abenteuern des alles andere als sorgenfreien, manchmal aber eben reichlich sorglosen Wikinger-Häuptlings Hägar einen schönen Überblick der Geschichte der legendären Comic-Sonntagsseiten in den amerikanischen Zeitungen, um die es in diesem Band ja schließlich geht.

 

Anders als etwa bei Ehapa-Gesamtausgaben-Kollege Garfield sind bei Hägar die Sonntagsseiten nicht in die vorzüglichen Jahrgangs-Sammelbände integriert: stattdessen hat man sie ausgelagert und den Sonntags-Episoden von 1973 bis 1979 nach drei Bänden mit den täglichen Funny-Strips einen eigenen Sammelband spendiert. In seinem wirklich lesenswerten Vorwort erklärt Bregel auch direkt eine Besonderheit dieser längeren Strips, die es im dann auch gleich beim ersten Beispiel zu bestaunen gibt: Den »Strip im Strip«.

 

Die Anforderungen an einen Zeitungscomicstrip haben sich über die Jahre drastisch verändert. Wo gerade sonntags früher, zu Hoch- und Glanzzeiten des amerikanischen Zeitungscomics, noch sündhaft viel Platz für mehrere Strips auf mehreren Seiten zur Verfügung gestanden haben und etwa Künstler-Legende Hal Foster nahezu Tischtennisplatten für eine Original-Sonntagsseite seines Prinz Eisenherz benötigte, da schlug die Rezession auch beim Zeitungscomic am siebten Wochentag gnadenlos zu: Mehr Comics, aber immer weniger Platz!

 

Und dann war der zur Verfügung stehende Raum auch noch von Zeitung zu Zeitung verschieden: Manchmal gab es drei Zeilen, manchmal aber auch nur drei pro Strip. Um potenzielle Kunden nicht von vorn herein abzuschrecken, nutzte Dik Browne die erste Zeile – also die ersten drei Panels – eines jeden sonntäglichen Hägar-Strips für das Logo und einen Zwei-Panel-Minigag. Dieser ist eine Art Prolog für den restlichen Sonntagsstrip, der wiederum aber auch noch funktioniert, wenn man eben diese erste Zeile mit dem »Prolog« wegstreicht – wie es manche Verleger eben taten.

 

Doch egal ob mit oder ohne erste Zeile - die Sonntagsseiten stehen Hägar gut zu Gesicht. Vom Ton her hat sich nicht viel getan, Hägars Probleme sind immer noch die gleichen: Frau, Kinder, Job, Kollegen, Zeitgeist – das alles ist nicht leicht zu ertragen, wenn man eigentlich nur England oder Frankreich erobern und gelegentlich ordentlich »Einen heben« möchte. Hägar macht das beste aus allem, aus Heim, Herd, Weib, Kindern und trotteligen Kollegen. Es bleibt ihm ja auch kaum etwas anderes übrig.

 

Uns auch nicht, denn die schmucke Gesamtausgabe im Hardcover muss man fast schon gelesen haben. Brownes simpler Humor und all die dazugehörigen Wikinger-Zoten mögen den Intellekt nicht gerade stimulieren und hier und da sogar ein wenig platt wirken - abschalten kann man trotzdem vorzüglich, schmunzeln und grinsen sowieso. Insofern erfüllt der aus Prinzip unmissionierte Wikinger-Chef seine Mission bestens.

 

Hägar der Schreckliche - auch an den Sonntagen der Siebziger und damit den Anfängern seiner Karriere der sympathischste Wikinger aller Zeiten!

 

 

Eure Meinung:

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Comic:

Hägar: Sonntagsstrips 1973-1979

Hägar Gesamtausgabe 4

Autor/Zeichner: Dik Browne

Ehapa, August 2008

Hardcover Album,

Querformat, 320 Seiten

ISBN: 3770431502

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 30.08.2008, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53