Seit dem Tod ihrer Mutter lebt die 23-jährige Hexe Cordelia bei ihrer Tante im viktorianischen London. Ihren Vater, der ein französischer Parfümeur sein soll, hat sie nie getroffen. Als sie ein mysteriöser Fremder anspricht, um sie zu ihrem Vater zu bringen, lehnt sie ab. Kurz darauf wird sie von ihm einfach entführt und zu ihrem Vater gebracht – der weder Parfümeur noch Franzose ist. Er ist der Alpha eines Werwolf-Rudels, und Cordelia trägt auch wertvolle Werwolf-Gene in sich.
Mit dieser Ausgangslage fängt Kaylee Archers historische Urban-Fantasy-Story interessant an. Allerdings sinkt das Niveau dann leider deutlich ab. Der Vater der Protagonistin interessiert sich nämlich nicht wirklich für seine Tochter. Er will sie lediglich mit einem Werwolf seines Rudels verpaaren, und das ist ausgerechnet ihr Entführer. Cordelia lehnt natürlich entrüstet ab und hofft, von ihrer Tante bald-möglichst gerettet zu werden. Gleichzeitig hat sie sich aber schon längst in genau diesen Werwolf verliebt. Die Annäherung zwischen beiden wird stellenweise auch recht explizit geschildert.
Muss man wirklich mehr zum Inhalt dieses Buches sagen? Fairerweise muss man zugeben, dass es auch durchaus interessante Szenen gibt, in denen diese widersprüchlichen Gefühle in den Hintergrund treten und es zu einer wirklichen Handlung kommt. Trotzdem wirkt das Werk eher wie eine erotische Liebesgeschichte, die in die Urban-Fantasy-Handlung verpackt ist. Das kann aber wohl eher Fans von verdrehten Love-Stories als Fantasy-Freunde überzeugen. Ob eventuell sogar eine Fortsetzung geplant ist, wird am Ende nicht deutlich.
Die Autorin lässt ihre Protagonistin als Ich-Erzählerin agieren.