Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Musik und Film sind untrennbar miteinander verbunden. Ob nun in unvergessenen Klassikern oder modernen Blockbustern – immer wieder erweist sich, dass eine wichtige Szene oft mit der Musik steht und fällt, die unterlegt ist.

Denn sie weckt die passenden Emotionen in den Zuschauern, ohne dass diesen gleich bewusst wird, was passiert. Aus diesem Grund kommt dem Komponisten eine genau so wichtige Rolle zu, wie dem Regisseur.

 

Zu den erfolgreichsten und bekanntesten Filmkomponisten gehört der aus einem kleinen Dorf im Taunus stammende Hans Zimmer, der in seiner Jugend eher ein exzentrisches Sorgenkind war, aber schon damals durch seine Liebe zur Musik und seine Experimentierfreude auffiel. Eine ganz besondere Schule bei London wurde schließlich zum Sprungbrett für den Autodidakten, der nie Noten lernte.

Er wurde einer der Pioniere im Bereich der computergenerierten Musik, schuf mit seiner Band das Video, mit dem MTV sein Programm startete: Video killed the Radio Star“ blieb aber nicht lange in der Popszene, weil sie zu wenige Herausforderungen bot. Über England und unabhängige aber eigenwillige Independent-Produktionen kam er nach Hollywood, wo er innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigen Komponisten aufstieg.

Heute leitet er und arbeitet er in den Hans Zimmer Studios zusammen mit anderen Komponisten und Musikern, um den Sound zu erzeugen, der ihn so unverwechselbar macht. Gleichzeitig lernen seine Mitarbeiter und Assistenten, dass es vor allem auf eines Ankommt, wagemutige Ideen, Intuition und eisernen Durchhaltewillen.

 

Die 50-minütige Dokumentation verfolgt den Lebensweg des Komponisten und zeichnet ein umfassendes Portrait von dem Deutschen, der auch heute noch für die Musik lebt und arbeitet und andere mit seinem Eifer und seiner Leidenschaft ansteckt. Hans Zimmer kommt selbst oft zu Wort und erzählt, was ihn antreibt und in den Bann schlägt, warum er seiner Intuition vertraut und bereits ist, zu seinen Fehlern zu stehen.

Er will keine Perfektion erreichen sondern sieht sich immer weit genug davon entfernt, um auf dem Boden zu bleiben und so seinen Ehrgeiz nicht zu verlieren. Zudem blickt er lieber in die Zukunft und vermeidet Fehler, die ihm aufgefallen sind, anstatt diese in fertigen Werken zu beweinen.

Auch Weggefährten aus seiner Kindheit im Taunus, auf der Schule in England und seiner Zeit in London kommen zu Wort, ebenso wie befreundete Regisseure und Musiker. Einen Großteil der Interviews, aus denen zitiert wird, kann man im Bonusmaterial auch noch in voller Länge sehen. Auch sie beinhalten viele Anekdoten und interessante Informationen, die die eigentliche Dokumentation zusätzlich abrunden.

Anhand einiger Beispiele erklären Hans Zimmer und andere, warum sie in der ein oder anderen Szene die Musik so und nicht anders gestaltet haben. Tatsächlich versucht er durch einen außergewöhnlichen Ton oft das Unterbewusstsein der Zuschauer zu erreichen und berühren. Der einzige Minuspunkt ist, so gesehen, dass es insgesamt viel zu wenige dieser Beispiele zu sehen gibt und dann auch noch eher zu unbekannteren Filmen und nicht den ganz großen Erfolgen. Interessant wäre sicherlich auch gewesen, etwas über die Zusammenarbeit mit anderen Größen des Musikgeschäfts wie bei „König der Löwen“ zu erfahren.

 

 

Fazit:

Alles in allem weiß das Portrait von Hans Zimmer sehr zu gefallen. Es geht nicht nur auf den Komponisten ein, sondern zeigt auch, wie in Hollywood heute gearbeitet wird und dass in vielen Studios ähnliche Strukturen herrschen wie in klassischen Handwerksbetrieben. Filminteressierte werden jedenfalls viele interessante Einblicke in die Arbeit derjenigen bekommen, die den nicht unwichtigen Soundtrack eines Films gestalten.

Nach oben

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230128211921d71048e0
Platzhalter

DVD:

Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 30. September 2011

Produktionsjahr: 2011

Spieldauer: 50 Minuten

ASIN: B0053OLUIY

 

Erhältlich bei: Amazon


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 19.10.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01