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Hansa

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Die Spieler wetteifern um die Vorherrschaft in den Hansestädten des 14. Jahrhunderts. Sie durchqueren mit einem gemeinsamen Handelsschiff die Ostsee, immer auf der Suche nach günstigen Gelegenheiten wertvolle Waren zu erwerben. Dabei bauen sie in den Städten ein Netz von Niederlassungen auf – bestehend aus Marktständen. Diese ermöglichen es Waren wieder rechtzeitig zu verkaufen und die Macht weiter zu vergrößern. Bei Spielende gewinnt der Spieler mit den meisten Niederlassungen und dem größten Profit aus den Warenständen.

 

Spielziel

 

Das Leben im 14. Jahrhundert war hart, selbst für die aufstrebenden Patrizier in deren Rollen die Spieler schlüpfen. Bis zum Ende des Spiels gilt es möglichst viele Waren zu verkaufen, denn sie bringen die meisten Punkte. Für jeden verkauften Warenchip bekommt der Besitzer pro aufgedrucktem Fass (max. drei) einen Punkt plus einen Bonuspunkt für den Verkauf. Jede unverkaufte Ware gibt dem betreffenden Spieler ebenfalls einen Punkt, egal wie viele Fässer auf ihm abgedruckt sind. Zusätzlich bekommt man für jede Stadt, in der man mindestens einen Marktstand hat einen weiteren Siegpunkt. Hat man in einer der Städte als einziger einen Marktstand, so hat man hier ein Monopol und bekommt sogar vier Siegpunkte. Wer dann am Ende die meisten Siegpunkte hat, darf sich Sieger nennen.

 

Ausstattung

 

Der Karton von „Hansa“ ist in eher schlichten Farbtönen gehalten und springt im Laden dem neugierigen Käufer nicht unbedingt sofort ins Auge. Auch die schöne Hafenszene auf dem Cover ist in diesen schlichten Tönen gehalten, wirkt dadurch aber auch sehr lebensecht. Im Karton befindet sich:

 

  • 1 Spielplan
  • 1 Regelwerk in deutsch und englisch
  • 1 Handelsschiff aus Holz
  • 60 Markstände
  • 78 Warenmarken
  • 4 Geldsäcke
  • 22 Taler

 

So wie der Karton sind auch die Spielkomponenten in eher gedeckten Farben gehalten. Das lässt vor allem den Spielplan auf den ersten Blick etwas leer wirken, was aber nicht der Fall ist. Dieser ist schön illustriert und richtet den Blick auf das Wesentliche. Die Taler, die Warenmarken und die Geldsäcke sind alle aus stabiler Pappe und lassen sich bequem aus ihrem Rahmen entfernen. Man hat schon den Eindruck, dass hier alle Komponenten mit einer gewissen Sorgfalt ausgesucht worden sind, denn bei „Hansa“ ist der größte Star das Spiel selbst und nicht die Komponenten.

 

Spielregeln

 

Das Regelwerk von „Hansa“ umfasst acht Seiten und ist in Deutsch und Englisch gehalten. Das heißt für die Spieler, dass sie nur vier Seiten lesen müssen, um losspielen zu können. Dazu kommt noch, dass der rechte Rand jeder Seite für Bilder und Beispiele reserviert ist. Somit braucht man nicht viel Zeit in das Studium der Regeln investieren. Das Nachschlagen erübrigt sich eigentlich auch, denn die Regeln sind sehr gut verständlich erklärt. Solche Spielregeln wünscht man sich öfters als passionierter Spieler.

 

Spielverlauf

 

Bevor man mit „Hansa“ starten kann, muss man natürlich den Spielplan auf dem Tisch ausbreiten. Sollten weniger als vier Spieler an der Partie teilnehmen, werden von den Warenmarken alle mit einer oder zwei (z.B. rot oder blau) aussortiert und zur Seite gelegt. Die übrigen Warenmarken werden gemischt und jeweils eine auf die vorgegebenen Felder bei den Städten platziert. Die übrigen werden in fünf gleichgroße Stapel aufgeteilt und verdeckt auf die Nachziehfelder in der rechten Ecke des Spielplans gelegt. Das Schiff wird auf die Stadt Copenhagen gestellt und die Münzen griffbereit neben den Spielplan platziert. Jeder Spieler wählt eine Farbe und bekommt alle 15 Marktstände und den passenden Geldsack und legt diese vor sich hin. Dann bestückt jeder noch seinen Geldsack mit drei Münzen aus der Bank. Nachdem sich die Spieler geeinigt haben wer beginnen soll, kann es losgehen.

 

Nun beginnen die Spieler damit ihre Startaufstellung auszuwählen. Mit dem Startspieler beginnend, platziert jeder Spieler zwei seiner Marktstände in einer Stadt. Dieser Vorgang wird zwei weitere Runden wiederholt, bis jeder Spieler sechs seiner Marktstände (in drei Zweiergruppen) auf dem Spielplan platziert hat. Dann beginnt der Startspieler mit seinem ersten Zug.

 

Ein Zug hat vier Phasen, die immer wieder durchlaufen werden.

 

 

Phase 1 – Einkommen nehmen

 

Hier bekommt der aktive Spieler drei Münzen von der Bank und legt sie in seinen Geldsack.

 

Phase 2 – Angebot Auffüllen

 

Im Laufe des Spieles werden immer mehr Warenmarker aus den Städten entfernt. Will man alle leeren Felder wieder auffüllen, bezahlt man einen Taler in die Bank und beginnt nun vom Nachziehstapel mit der „1“ Warenmarker nachzuziehen und sie offen auf alle leeren Lagerhäuser auf dem Spielplan zu platzieren. Ein Spieler kann natürlich in seinem Zug darauf verzichten die Felder aufzufüllen, sind aber alle Lagerhäuser leer, muss er allerdings auffüllen.

 

Phase 3 – Aktionen durchführen

 

Diese Phase ist das Herzstück des ganzen Spiels. Immer wenn man das Schiff in eine neue Stadt bewegt hat, darf man genau eine Aktion in der betreffenden Stadt durchführen. Um das Schiff zu bewegen, muss man einen Taler zahlen und man darf es nur in eine der durch Pfeile vorgegebenen Richtungen bewegen. Aktionen sind:

 

Kauf von Waren

 

In der derzeitigen Stadt kann ein Spieler eine der offen ausliegenden Warenmarken kaufen. Dazu nimmt er sich die betreffende Marke und ermittelt wem er einen Taler zahlen muss. Hat noch kein Spieler einen Marktstand in der Stadt, wandert der Taler in die Bank. Hat ein anderer Spieler die Mehrheit der Marktstände vor Ort, bekommt dieser den Taler. Hat der aktive Spieler die meisten Marktstände in der Stadt, muss er natürlich keinen Taler zahlen.

 

Marktstände errichten

 

In einer Stadt kann ein Spieler auch weitere Marktstände errichten. Dazu gibt er eine seiner offen vor ihm ausliegenden Warenmarken ab und stellt so viele seiner Marktstände in die Stadt wie auf der Marke abgebildet sind.

 

Verkauf von Waren

 

Irgendwann werden den Spielern die Marktstände ausgehen und einmal eingekaufte Waren sollten ja auch mal verkauft werden. Verkaufen kann man seine Waren in jeder Stadt, in der man mindestens einen Marktstand hat. Dazu entfernt man zuerst einmal einen Marktstand aus der Stadt und legt ihn vor sich ab. Dann darf man seine Warenmarken verkaufen/umdrehen. Dabei gibt es aber zu beachten, dass man mindestens zwei Marken der gleichen Farbe umdrehen muss. Man darf auch mehrere Waren verkaufen, die auch verschiedene Farben haben dürfen, doch müssen pro Farbe immer mindestens zwei Marker umgedreht werden. Haben andere Spieler ebenfalls Marken der verkauften Farben vor sich ausliegen, müssen sie jeweils eine Marke der betreffenden Farben abgeben.

 

Wichtig ist, ein Spieler darf so viele Aktionen ausführen, wie er bezahlen kann, aber immer pro Stadt nur eine Aktion. Will man eine weitere Aktion dort ausführen, so muss man zunächst die Stadt verlassen und dann wieder zu ihr hinsegeln.

 

Phase 4 – Steuern und Zölle

 

Hat der aktive Spieler jetzt noch jeweils mehr als drei Münzen und drei offene Warenmarken, muss er das gesamte überzählige Geld und die Marken abgeben.

 

 

Wird der letzte Nachziehstapel der Warenmarken angebrochen, wird eine Runde noch zu Ende gespielt, dann werden die Siegpunkte ausgezählt. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten ist der erfolgreichste Händler und gewinnt die Partie.

 

Spielspaß

 

Das Spielprinzip von „Hansa“ sieht auf den ersten Blick recht einfach aus, dahinter versteckt sich aber schon eine sehr gute Portion Taktik. Hier geht es um mehr, als nur einfach das Schiff von Hafen zu Hafen zu bewegen und ein paar Waren zu verkaufen. Jeder Zug muss sehr gut durchdacht sein und es lohnt sich immer einen Blick auf die offen ausliegenden Warenmarken der Gegenspieler zu werfen.

 

Darin liegt aber auch die Gefahr. Denn hier versucht nicht nur jeder einfach seine Waren wieder zu verkaufen und dabei möglichst viele Punkte einzustreichen. Dadurch dass man die Gegenspieler auch ihrer Waren berauben kann, kann man sie sehr gut behindern.

 

Aufgrund dieses taktischen Tiefgangs ist „Hansa“ auch nicht unbedingt ein Spiel für die ganz jungen Spieler. Die werden auch eher nach etwas bunteren Spielen Ausschau halten. Die vorgesehene Spielzeit von 60 Spielminuten wird dabei oft auch überschritten, so dass man eine Runde „Hansa“ nicht unbedingt für „zwischendurch“ einplanen sollte.

 

Fazit

 

Abacus Spiele beweist, dass es kein buntes Spiel mit einer riesigen Ausstattung sein muss, um für Spaß und Spannung am Spieltisch zu sorgen. Auch wenn man „Hansa“ auf den ersten Blick im Regal übersehen könnte, es lohnt sich wirklich genauer nach ihm Ausschau zu halten!

 

(anklicken zum vergrößern)
 

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Hansa

Autor: Michael Schacht

AbacusSpiele

Spieleranzahl: 2 - 4

Spielzeit: ca. 60 Minuten

Mindestalter: ab 10 Jahren

ASIN: B0002V5EV2

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielplan
  • 1 Regelwerk in deutsch und englisch
  • 1 Handelsschiff aus Holz
  • 60 Markstände
  • 78 Warenmarken
  • 4 Geldsäcke
  • 22 Taler

 


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Erstellt: 12.05.2008, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40