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Hauptrolle: tot

Hörspiel

Reihe: Point Whitmark 32

 

Rezension von Markus Mäurer

 

Rezension:

Folge 32 von Point Whitmark ist erschienen. Moment, wird sich der aufmerksame Hörer fragen, was ist denn mit Folge 31 passiert? Nach der Doppelfolge Nr. 30 Der Seelenkünder, dessen zweiter Teil am 15.10.2010 erschien, kam doch sonst gar nichts mehr. Warum hat es überhaupt so lange gedauert, bis die nächste Folge erschien?

Lange Zeit rätselten die Fans, was bei Folgenreich und Volker Sassenbergs Firma Decision Products los sei, denn auch von Gabriel Burns kam kein Lebenszeichen mehr. Für letztere Hörspielreihe gilt dies auch immer noch. Die Pause für Point Whitmark lässt sich dadurch erklären das es Meinungsverschiedenheiten zwischen Sassenberg bwz. Decision Products und der Plattenfirma Universal Music gab (siehe Fragebox auf Experiment Stille) und immer noch gibt und diese jetzt per Gericht ausgetragen werden. Zumindest in Bezug auf Point Whitmark ist die Lage jetzt klar und man bringt die Reihe jetzt selbständig im Vertrieb von Sony Music heraus. Die lange Wartezeit blieb übrigens nicht ungenutzt. Es wurden weiterhin fleißig Folgen produziert, weshalb man sie jetzt in schneller Folge raus hauen kann. Die nächsten drei Folgen sind bereits angekündigt. Wann und ob Folge 31 erscheint, ist allerdings unklar, da hier die Rechte scheinbar noch bei Universal liegen und von denen noch keine Informationen über »Die verbotene Folge« vorliegen.

 

Aber genug Geschwafel, kommen wir zum wirklich Wichtigen: der neuen Folge.

In Hauptrolle: tot folgen Derek, Tom und Jay der Mutter von Derek in tiefster Nacht, um herauszufinden, was sie Nacht für Nacht noch so spät aus dem Haus treibt. Sie finden einen Drohbrief, werden von einem mysteriösen »Doktor« gewarnt, und als sie jemanden retten wollen, landen sie plötzlich mitten in den Dreharbeiten zu einer Filmproduktion. Der Film ist nicht irgendein Film, sondern die Fortsetzung eines Streifens über die real existierende Mafiafamilie Bertani. Und wie es sich für ein ordentliches Hörspielabenteuer gehört, geht es bei diesen Dreharbeiten nicht mit rechten Dingen zu. Auf die Hauptdarstellerin werden mehrere Attentate verübt und Tom, Jay und Derek beginnen zu ermitteln, wer den Film versucht zu sabotieren.

 

Ich sage es direkt vorweg, nach dem Highlight der letzten Doppelfolge, gehört »Hauptrolle: tot« zu den schwächsten Point Whitmark Folgen überhaupt. Filmproduktionen sind ein beliebtes Thema für Hörspielermittler, haben aber auch einige Schwachpunkte. Die bedrohte Hauptdarstellerin wirkt mit ihrem hysterischen und überkandidelten Auftreten selbst für PW-Verhältnisse überzogen. Auch der »Doktor« mit dem Nasenverband scheint einem schlechten B-Movie entsprungen zu sein. Wirkliche Spannung will bei diesem Fall nicht aufkommen. Meist stolpern die drei vom Radio nur von einer hysterischen Szene zur nächsten. Der Fall selbst wirkt zu konstruiert und weit hergeholt, vor allem in Bezug auf die Motivation des Täters.

Technisch ist die Produktion wie immer erstklassig und auch die Sprecher liefern durchweg eine gute Vorstellung. Das Setting einer Filmproduktion ist in der kleinen Küstenstadt mal was Neues, aber so richtig will der Funke nicht überspringen. Die Handlung bleibt über weite Strecken zu eintönig und unspannend. Eines der wenigen Highlights sind die Auseinandersetzungen Dereks mit seiner Mutter, die von der wunderbaren Martina Treger gesprochen wird, die vielen sicher noch als Mutter von Malcom mittendrin bekannt ist. Ansonsten wirken die Figuren zu sehr wie aus der Klischeeschublade für Filmschaffende. Skurrile und überzogene Figuren gab es bei PW schon immer, aber hier treten sie zu massiv auf.

 

Fazit:

Im Internet hat die neue Folge größtenteils gute Kritiken bekommen. Dem kann ich mich leider nicht anschließen und ich frage mich, bei, wie vielen die Freude über neuen »Stoff« nach dieser langen Durststrecke die Bewertungen positiv beeinflusst hat. Denn eine spannende Folge kann ich hier nicht entdecken. Die Story ist einfach zu dünn und an den Haaren herbeigezogen, der Handlungsverlauf zu eintönig und die auftretenden Gastfiguren insgesamt zu überzogen und karikaturhaft.

Bei einer Reihe mit jetzt 32 Folgen ist es aber ganz normal, dass es auch schwächere Folgen gibt und ich freue mich bereits auf die nächsten Episoden, deren Inhaltsangaben wieder Unheimliches und Mysteriöses versprechen.

Eure Meinung:


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Hörspiel:

Hauptrolle: tot

Reihe: Point Whitmark 32

Umfang: 1 CD

Decision Products, 29. Juli 2011

Dauer: ca. 60 Minuten

Idee und Konzeption: Volker Sassenberg

Drehbuch: Andreas Gloge und Volker Sassenberg

Musik: Matthias Günthert, Markus Segschneider, Volker Sassenberg und Manuel Rösler

Ton und Schnitt: Volker Sassenberg, Marc Sander

Illustration: Ingo Masjoshusmann

Regie: Volker Sassenberg

Produktion: Volker Sassenberg

 

ASIN: B005805FW0

 

Erhältlich bei Amazon

 

Sprecher:

Erzähler: Jörg Löw

Jay Lawrence: Sven Plate

Tome Cole: Kim Hasper

Derek Ashby: Gerrit Schmidt-Foss

Mr. McLaughlin: Horst Lampe

Jimmy Chase: Dominik Freiberger

Norma D‹Arcy: Sonja Deutsch

Monica Ashby: Martina Treger

Jonathan Walcott: Olaf Baden

Der alte Fry: Bert Franzke

Rosie Day: Tirzah Haase

Der Doktor: C. -D. Clausnitzer

Mr. Crowley: Herr Steiner

Portier: Ernst Meincke

Weitere Infos:

Serienguide


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Erstellt: 18.09.2011, zuletzt aktualisiert: 02.06.2019 11:30