Nachdem die Tetralogie um Die Artefakte von Ouranos in Deutschland erfolgreich war, legt Knaur nun eine weitere Saga von Nisha J. Tuli vor, in der die kanadische Autorin mit indischen Wurzeln ganz in diesen schwelgt. Und so entführt „Heart of Night and Fire“, der Auftakt der Nachtfeuer-Saga in eine opulente und exotische Welt.
Zayra fragt sich schon seit sie denken kann, warum sie so gefährlich sein soll, dass sie in einer Hütte im Sumpf und quasi als Gefangene aufwächst, auch wenn es ihr an nichts fehlt und sie sogar zur Kämpferin ausgebildet wird? Da sie keine Antworten erhält, zieht sie es vor, zu fliehen.
Sie findet Zuflucht in einer magischen Stadt, in der nicht nur Menschen, sondern auch Unsterbliche leben. Vor allem hat es ihr Vikram angetan, der Kommandant der Krieger, die Nacht für Nacht Dharati vor gefährlichen Dämonen verteidigen. Und dadurch entdeckt sie nach und nach selbst, was der Grund für alles sein könnte.
Mehr als in ihrer anderen Tetralogie fühlt sich Nisha J. Tuli der Romantasy verhaftet. Denn auch wenn natürlich jede Menge Action zu finden ist, die Heldin und auch ihr Umfeld immer wieder kämpfen müssen, so spielen doch auch die Beziehungen eine mehr als wichtige Rolle, das Knistern zwischen Zayra und ihrem Kommandanten ist ständig spürbar.
Natürlich lebt die Geschichte auch von der fremdartigen, an Indien und angrenzende Länder angelehnte Kultur, dennoch wird der Hintergrund dadurch nicht fassbarer, da die Mythologie erst einmal nur grob angerissen wird und wesentliche Dinge an der Oberfläche bleiben, ebenso wie viele Nebencharaktere.
Die Handlung plätschert über lange Strecken dahin, da eigentlich nichts passiert außer Geplänkel zwischen den Figuren. Um wenigstens dann und wann die Spannung aufrecht zu erhalten, werden immer wieder kleine Andeutungen und Hinweise eingestreut, die der Heldin dabei helfen, mehr über sich zu erfahren.
Und selbst das ist keine große Überraschung, erweist sie sich quasi wieder einmal als mehr als ein Mensch, ist auf ihre Art eine Auserwählte. Und natürlich werden auch in der Liebe ein paar Schwierigkeiten eingebaut. Das sind die klassischen Handlungsmuster der Romantasy, die sich zwar nett lesen lassen, aber nicht wirklich mehr überraschen. Und auch der flapsige Erzählstil, der mit Modernismen nicht geizt, passt leider nur all zu gut ins Bild.