Ivy dient dem König als Geliebte und Assassinin, beides nicht ganz freiwillig. Seit sie 10 war, trägt sie einen Halsring, mittels dessen der König sie zwingen kann, jedem seiner Befehle zu gehorchen. Ihre Fähigkeiten wie das Unsichtbarwerden sind bei ihren Aufträgen hilfreich. Jetzt, mit 25, trifft sie erstmals auf einen Fremden, der ihren Kräften gewachsen ist, den Seelenfänger Thorne. Zwischen Misstrauen und unumgänglicher Zusammenarbeit wächst langsam Vertrauen.
Ivy Pomeroy, die Protagonistin in Madeline Taylors Fantasy-Roman, kann man durchaus als grau definieren. Neben den Morden, die sie unter dem Zwang des Königs ausführt, ist sie auch als Rächerin unterwegs, die selbst gefällte Urteile vollstreckt. Die Handlungswelt, in der diese Geschichte angesiedelt ist, wirkt allerdings selbst recht düster. König Baylor ist der einzige menschliche König dieser Welt. Alle anderen Königreiche werden von Göttern beherrscht. Seelenfänger Thorne, mit dem sich die Protagonistin notgedrungen arrangieren muss, dient dem Tod, wobei sich auch in dieser Hinsicht noch einige Überraschungen offenbaren. Doch das ist im Genre ja eigentlich schon als normal anzusehen.
Die Autorin arbeitet immer wieder mit Rückblicken, die nicht nur die Kindheit der Protagonistin entschlüsseln. Darauf, dass auch Romantasy-Vibes eine Rolle spielen, weist ja schon der Klappentext hin. Diese sind allerdings meist eher diskret. Lediglich seltene, dafür aber relativ detaillierte Sexszenen, die für die eigentliche Handlung völlig nebensächlich sind, unterbrechen diesen Stil.
Insgesamt ergibt sich eine Fantasy-Handlung, die für das Genre eher untypisch wirkt, dafür aber gerade damit überzeugen kann. Das Ende lässt durchaus die Möglichkeit einer Fortsetzung offen. Ausreichend Potenzial böte sich definitiv.
Die Autorin lässt ihre Protagonistin Ivy in der 1. Person erzählen.