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Helden, Mythen und Magie

Reihe: LUNAs Fantastische Musik Vol. 1

Rezension von Marcel Dykiert

 

Musik und Rollenspiel sind ja so ein Thema, dem man schon einige Zeit widmen kann. Für die einen stellt sie eine Belästigung dar, etwas, das im passenden Moment sowieso die falsche Untermalung bietet, gar durch Text und Gesang vom eigentlichen Geschehen ablenkt und das alles, wo Rollenspiel für viele eben doch etwas anderes sein soll, als die übliche Berieselung des Alltags durch Glotze und Radio.

Ich habe in meinen Runden hingegen schon immer Musik im Hintergrund zu laufen gehabt, musste mich bis jetzt aber eigentlich immer auf Filmmusik beschränken. Im Normalfall klappte das auch ganz gut: den Soundtrack von „Gladiator“ zu epischen Kämpfen, die freundliche Musik von James Horners „Willow“ für die Gasthausaufenthalte und „Alien“, wenn es unheimliche Stollen zu erkunden gilt.

Tatsächlich habe ich im Laufe der Jahre weit über hundert Soundtracks angesammelt, die ich zu verschiedenen Szenen meiner Sitzungen einspiele – offenbar hat es ebenso viele Jahre gedauert, bis jemand auf die Idee kam, eine CD herauszubringen, die meinem Spiel wie auf den Leib geschneidert ist: Lunas fantastische Musik hat ihren ersten Teil herausgebracht:

„Helden, Mythen und Magie“.

 

Sowohl der Titel, als auch das geschmackvolle Cover verweisen bereits darauf, an welche Art von Rollenspiel hier vornehmlich gedacht wurde, nämlich an das klassische Fantasy Rollenspiel und warum auch nicht, schließlich hat es damit einmal angefangen. Bereits die in der CD Hülle eingeschlossenen Würfel verweisen, dass hier eine Compilation von Fans für Fans entstanden ist.

 

Der erste Track, der den Titel „As old as the Bones of the Earth“ ist eine sehr stimmungsvolle Eröffnung, die einen stimmungsmäßig sofort in jede beliebige Rollenspielwelt versetzt, der düstere Song ist wie eine musikalische Wanderung durch finstere Verließe, die sparsam eingesetzten Lyrics wirken fast wie Begegnungen mit ...? Dargaard, so der Name der Band, ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen, aber das wird sich mit Sicherheit ändern!

 

Schelmish heißt die zweite Band, die einen Beitrag zu dem Sampler geliefert hat; „Alleluia“ klinngt bereits klassisch und ist es auch. Mittelalterliche Instrumente, Takt und Rhythmus und man sieht sie förmlich vor sich, die Spielleute und Barden vergangener Tage. Die dunklen, treibenden Klänge machen die Musik aber zu mehr als bloßer Hintergrundmusik für einen Besuch auf einem Marktplatz.

 

„Lost“ von Haggard beginnt etwas rockiger, als die beiden vorangegangen Titel und erinnerte mich am ehesten an eine der sanfteren Songs von Blind Guardian – was als ausgesprochenes Kompliment gewertet werden darf. Noch eine Band, von der ich noch nie etwas gehört hatte, die aber in naher Zukunft mein Rack zieren wird.

 

Mit Blackmore’s Night tritt zum ersten Mal eine Band auf den Plan, die ich schon kannte. Der Song „Ivory Tower“ macht ziemlich genau da weiter, wo Haggard aufgehört hatte – Rock meets Fantasy: das lässt sich ebenfalls sehr gut hören.

 

„Rejthar“ ist der etwas schwierige Titel einer Band, die mit ihrem Namen auch nicht gerade entgegenkommend ist: Za Frûmi. Und der Name ist Programm. Track Nummer fünf ist sperrig und eröffnet seine Qualitäten keineswegs beim ersten Hören. Nach einigen weiteren Durchgängen wird er nicht nur eingängiger, sondern entwickelt sich zu einem heimlichen Hit der CD, auch wenn man den Verdacht nicht los wird, es handele sich um einen Track aus einem Computerspiel Soundtrack – das muss ja heutzutage keine Beleidigung mehr sein ...

 

„Flames“ kann man sich da schon leichter merken und dem geübten Rollenspieler wird der Name Arcana Obscura auch leichter von der Hand gehen. Ruhig und düster kommt er daher, der Funke will aber nicht so recht überspringen (ja, ja, 5€ in die schlechte Wortspielkasse).

 

Mila Mars „Nova“ ist da schon wieder etwas beschwingter, erinnerte mich vage an das „5. Element“.

 

Der „Totentanz“ von Veitzfluch, die ja auch eine der bekannteren Bands der Szene darstellt, ist sicherlich Geschmackssache, aber ich bin kein großer Fan von deutschsprachigen Rock/ Mittelaltercrossovers. In die gleiche Kerbe schlagen übrigens auch die Irrlichter mit ihrem gleichnamigen Song, die „Götterdämmerung“ von Cultus Ferox, „die Hexe“ von Malleus und die Streuner mit „Zehn Orks“. Wie gesagt, mag Geschmackssache sein, ich drück sie lieber weg ...

 

Noch eine unausprechliche Band, noch ein unaussprechlicher Titel und wieder wunderbar eingängige Musik; diesmal von Qntal mit „Entre Moi er Mon Amin“. Definitiv ein weiteres Highlight, vielleicht eher zum Ende einer Spielrunde: Man sieht richtig den Abspann vor seinen geistigen Augen runterlaufen ...

 

„Der Zug der Dunkelelfen“ und „Forlorn Elven Realms“ von den Bands Furunkulus und Crown of Autumn stellen sich in eine Reihe mit „Flames“. Musik dieser Art kann man sicherlich bedenkenlos im Hintergrund spielen, Ohrwürmer sind es aber nicht.

 

„Rollenspiel“, so ist im Booklet nachzulesen, „ist ein Film unserer Fantasie.“ Jeder Film steht und fällt natürlich mit seinem Soundtrack und Lunas Compilation kann da sicher einiges zu beitragen. Darüber hinaus ist der Silberling aber auch privat gut hörbar und muss keineswegs nur zu den Spieleabenden ausgegraben werden.

 

Dem Eindruck, dass es sich allerdings um eine recht geschickte Werbestrategie handelt, die Bands der Szene geschlossen auf einem Album zu präsentieren und dann auch noch im Booklet Werbung für die bekanntesten Spielsysteme zu machen, kann man sich allerdings nicht erwehren. Das mindert den positiven Gesamteindruck aber nicht, im Gegenteil, ich warte gespannt auf den nächsten Teil, der sich dann den Horrorspielsystemen widmen soll.

 

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Helden, Mythen und Magie

Reihe: Lunas fantastische Musik Vol. 1

Hersteller: Pegasus Press, KOM4 und Mondschatten.de

Stil: Gothik / Dark Fantasy

 

Erhältlich bei: Amazon

 

 

Trackliste:

 

1.DARGAARD – As Old As The Bones Of The Earth

2.SCHELMISH – Alleluia 3.HAGGARD – Lost (Robin’s Song)

4.BLACKMORE’S NIGHT – Ivory Tower

5.ZA FRÛMI – Rejthar

6.ARCANA OBSCURA – Flames

7.MILA MAR – Nova

8.VEITZFLUCH – Totentanz

9.QNTAL – Entre Moi Et Mon Amin

10.FURUNKULUS – Der Zug der Dunkelelfen

11.CROWN OF AUTUMN – Forlorn Elven Realms

12.CULTUS FEROX – Götterdämmerung

13.DIE IRRLICHTER – Irrlichter

14.MALLEUS – Die Hexe

15.DIE STREUNER – Zehn Orks

 


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Erstellt: 13.03.2007, zuletzt aktualisiert: 29.03.2017 21:04