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Herbst der Kriege von Daniel Abraham

Reihe: Die magischen Städte, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Die Tetralogie „Die magischen Städte“ nähert sich im dritten Band „Herbst der Kriege“ langsam dem Höhepunkt. Daniel Abraham erzählt die in „Sommer der Zwietracht“ und „Winter des Verrats“ begonnene Geschichte konsequent weiter.

 

Nachdem sich seine Brüder im Krieg gegeneinander zerfleischt haben, ist nur noch Otah Machi, der jüngste der Brüder am Leben und hat mit Hilfe der Dichter die Macht über die reichste und mächtigste der Städte übernommen. Doch weil er nicht noch einmal miterleben will, dass nur wegen der Thronfolge Leid und Not über die Bevölkerung kommt, versucht er alles besser zu machen als seine Vorgänger. Er verzichtet darauf mehr als eine Frau zu nehmen und einen legitimen Sohn zu zeugen, auch wenn sein Erbe Danat ständig kränkelt und kein Arzt sagen kann, warum.

Seinen Untertanen versucht er ein weiser und gerechter Herrscher zu sein, was nicht immer einfach ist. Aber er vertraut der inneren Stärke und Kraft seiner Frau Kivah, die er mehr als alles andere auf der Welt liebt, um niemals den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Derweil wächst unter dem Volk der Galten mit Balasar Gise ein zu allem entschlossener und tatkräftiger Heerführer heran, der ein für alle Mal den schon Generationen schwelenden Kampf zwischen seinem Land und den vierzehn Städten der Khais beenden will. Dazu gehört auch, die Andaten zu vernichten. Denn nicht länger sollen die nur entfernt menschenähnlichen Wesen aus einer Zwischenwelt ihre magische Macht entfesseln können, um den normalen Menschen Schaden hinzu zu fügen. Und das geht nur, wenn man die ausschaltet, die allein die Kraft dazu haben, diese Kreaturen aus ihrer Heimat zu rufen und zu einem Gefallen zu zwingen – die Dichter.

Deshalb entwickelt er einen grausamen Plan – von dem allerdings auch Otah Machi Wind bekommt. Deshalb bricht der junge Khai auf, um das Schlimmste zu verhindern, auch wenn er selbst nicht unbedingt viel mit den Andaten zu tun haben will. Aber im Krieg hat nun einmal die Sicherheit seiner Leute Vorrang.

 

Auch „Herbst der Kriege“ betrachtet einen weiteren Aspekt des Niedergangs. Er zeigt, wie leicht ein Volk, das sich auf den Schutz durch die Andaten verlassen hat, von einer aufstrebenden jungen Macht und ihrem entschlossenen Heerführer besiegt werden kann. Als gleichrangiger Gegenspieler gilt allein Otah Machi, der ohnehin schon ein Reformator in den Augen seiner Volksgenossen ist, der ständig gegen alte Traditionen rebelliert und gegen Neuerungen nichts einzuwenden hat.

Auf drei Ebenen – denn die Dichter bemerken ebenfalls, dass sich Unheil gegen sie zusammen braut, das unangenehme Folgen haben könnte – erzählt Abrahams die dramatischen Ereignisse. Dabei ergeht er sich weniger in opulenten Schlachtenbeschreibungen als in der genauen Ausarbeitung der Einzelschicksale und der Umgebung. Wieder spielen viele kulturelle Entwicklungen mit hinein, das Denken und Fühlen der Hauptfiguren steht im Mittelpunkt. Beweggründe, Ängste und Sorgen werden genauestens beschrieben, so dass man ihre Handlungsweise genau so nachvollziehen kann wie die üblichen Intrigen im Hintergrund. Wie immer sind die Ideen sehr interessant, werden aber leider auch wieder entsprechend ausgewalzt. Aber auch hier ist erneut eine Besserung zu erkennen.

Der Spannungsbogen ist zwar immer noch sehr flach, aber straffer als im ersten und zweiten Band, die Bedrohung wird auch als eine solche empfunden. Alles in allem merkt man eine positive Entwicklung, die sich hoffentlich auch im vierten Band fortsetzt. Aber auch hier sollte man die ersten Bände der Reihe kennen, um überhaupt noch zu verstehen, wer die Figuren sind, und was diese wollen.

 

Das macht „Herbst der Kriege“ zum bisher besten Roman der Tetralogie „Die magischen Städte“. Zwar hätte ihm immer noch ein wenig Straffung gut getan, aber die früheren Schwächen – gerade was die Längen betrifft, sind fast ganz verschwunden, so dass man dem vierten Band gespannt entgegen blicken kann.

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Herbst der Kriege

Reihe: Die magischen Städte, Bd. 3

Autor: Daniel Abraham

broschiert, 446 Seiten

Blanvalet, erschienen Februar 2009

Übersetzung von Andreas Heckmann

Titelbild von Stephane Martiniere und Eigenarchiv Hildendesign

ISBN-10: 344224448X

ISBN-13: 978-3442244485

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.04.2009, zuletzt aktualisiert: 08.09.2019 14:34