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Herbst Stadt von David Moody

Reihe: Herbst Bd. 2

Rezension von Carina Schöning

 

Rezension:

„Herbst Stadt“ ist der zweite Teil der „Herbst“ -Reihe des englischen Autors David Moody. Das Szenario ist wie beim ersten Teil „Herbst Beginn“ gleich geblieben.

 

Der neue Arbeitstag beginnt für die gewöhnliche Büroangestellte Donna Yorke wie immer. Routiniert ist sie in der Frühschicht etwas eher am Schreibtisch als ihre Kollegen und bereitet alles vor. Sie lässt schon mal alle PCs hochfahren und kontrolliert die Post, bis die ersten Kollegen eintreffen … und sterben. Donna kann kaum ihren Augen trauen. Joan Alderney, Neil Peters und auch Trudy Phillips bekommen keine Luft mehr und ersticken mitten in ihren früheren Büros. Donna taumelt zwischen Wahnsinn und Trauer. Um ihr herum liegen die Leichen der Menschen, denen sie gestern noch einen schönen Feierabend gewünscht hat und plötzlich ist sie ganz allein.

 

Nach dem Massensterben, dem allgemeinen Röcheln und das laute Verkehrschaos senkt sich nun eine unheimliche Stille über die Stadt. Die meisten der Einwohner liegen tot auf den Straßen und nur wenige Menschen haben aus unerklärlichen Gründen überlebt.

 

Der Lagerarbeiter und Witwer Jack Baxter ist wie auch Donna vor dem Kopf gestoßen. Umso mehr freut er sich als er im örtlichen Supermarkt auf weitere Überlebende trifft. Zusammen mit der jungen Schülerin Clare Smith, dem Universitätsdozent Bernard Health und dem Sicherheitsbediensteten Nathan Holmes fliehen sie in ein leer stehendes Studentenwohnheim, wo weitere Überlebende zwischen Trauer und Hoffnung schwanken und warten. Ja, sie haben die Katastrophe überlebt, aber zu welchem Preis? Angehörige, Familie, Arbeit… alles ist auf einmal weg und für immer verloren. Nur wenige im Wohnheim können einen klaren Gedanken fassen und praktisch denken.

Nachdem sie sich etwas häuslich eingerichtet und Vorräte gesammelt haben, stellen sie erschrocken fest, dass die Menschen doch nicht so tot sind. Nach und nach kommt wieder Leben in ihre verwesenden Körper und die Zombies werden mit jedem Tag beweglicher und aggressiver.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist das Auftauchen eines Militärsfahrzeugs. Doch sind die Soldaten wirklich zur Rettung der Menschen gekommen oder sind ihre Absichten doch ganz anders?

 

„Herbst Stadt“ beginnt wie der Vorgänger „Herbst Beginn“ mit dem Ausbrechen des unbekannten Virus. Eigentlich kein so neues Thema und auch der Verlauf der Handlung ist ähnlich aufgebaut wie der Vorgänger: erst die Konfrontation mit dem Unglück, dann die Rettung durch die Gemeinschaft, die ansteigende Verzweiflung und letztendlich der Ausbruch aus der Gemeinschaft. So gesehen bietet der Roman, abgesehen von dem ersten Auftauchen und Eingreifen des Militärs, nichts wirklich Neues. Dennoch vermag das Buch einen zu fesseln.

David Moody beweist erneut sein Talent zum Erzählen und einen guten Blick für Kleinigkeiten. Dabei sind die Figuren allesamt realistisch gezeichnet und Unglück und Schmerz sind wirklich nachvollziehbar. So leidet man als Leser mit Sonya bei dem Tod ihres gerade erst geborenen Kindes mit, schmunzelt über Heaths und Nathans feuchtfröhlichen Freitod im örtlichen Pub und fiebert bei dem Überlebenskampf von Donna und Jack richtig mit. Hinzu kommt, dass auch die Geschichte der beiden Überlebenden aus dem ersten Teil fortgesetzt wird. Emma Mitchell und Michael Collins konnten bis jetzt erfolgreich den Zombies trotzen und haben sich in einem alten Wohnwagen verbarrikadiert. Langsam entdecken sie auch erste Gefühle füreinander und kommen sich trotz der lauernden Gefahr emotional immer näher. Überschattet wird das Ganze von der bedrohlichen Atmosphäre und Endzeit-Stimmung. Die Gefahr der Zombies lauert überall und sobald sich einer bewegt, werden andere auf ihn aufmerksam und folgen ihm. Die Darstellung dieser Kettenreaktion ist stellenweise sehr drastisch und beängstigend.

 

In England und Amerika hat die fünfteilige „Herbst“ Reihe fast schon Kultcharakter erlangt. Während der erste Teil „Autumn“ mit eher geringem Budget gedreht wurde und bis auf „Kill Bill“ Star David Carradine (in einer kleinen Nebenrolle) keine wirklichen Stars aufweisen kann, soll „Hater“ ganz groß von dem mexikanischen Regisseur Guillermo del Toro (u.a. „Hellboy 1+2“, „Pans Labyrinth“, „Der Hobbit“) verfilmt werden. Man darf also gespannt sein.

 

Insgesamt ist „Herbst Stadt“ trotz der vorhersehbaren Story eine gelungene Fortsetzung des Zombie-Romans „Herbst Beginn“. Extrem spannend und atmosphärisch ist der Roman allen Genre Fans zu empfehlen.

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Titel: Herbst Stadt

Reihe: Herbst Bd. 2

Original: „Autumn: The City“ (2003)

Autor: David Moody

Übersetzer: Helga Müllneritsch und Michael Krug

Verlag: Otherworld Verlag (September 2008)

Seiten: 350 Broschiert

Titelbild: Mark Freier

ISBN-13: 978-3-902607-10-2

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.09.2008, zuletzt aktualisiert: 02.11.2017 18:47