Herr der Winde (Autorin : Rachel Neumeier, Der Greifenmagier, Bd. 1)
 
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Herr der Winde von Rachel Neumeier

Reihe: Der Greifenmagier, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Rachel Neumeier studierte eigentlich Naturwissenschaften und sah das Schreiben lange Zeit als Ausgleich zu den trockenen Formeln und Fakten der Mathematik, Physik und Chemie. Allerdings stellte sie später fest, dass es ihr viel mehr Spaß machte, Romane zu verfassen, so dass sie sich dazu entschied Autorin zu werden. „Herr der Winde“ ist nicht nur in Debüt in Deutschland, sondern auch der erste Roman der Trilogie „Der Greifenmagier“.

 

Die junge Kes hat bisher ein zufriedenes und ruhiges Leben in einem Dorf am Rand der Wüste gehabt und sich schon darauf gefreut, ihre Leidenschaft für die Heilkunst zum Beruf machen zu dürfen. Doch gerade als sie ihre Ausbildung beginnen will, tauchen die Greifen über der Wüste auf, die sich lange nicht mehr gezeigt haben.

Die Geschöpfe des Feuers bringen den Sand und die Hitze mit sich, verheißen so nichts Gutes, aber sie lassen sich nicht beirren und landen schließlich im Dorf. Einer von ihnen, der Magier Kairaitin bittet sie, mit ihm zu kommen. Denn nur sie ist dazu fähig, dem König der Greifen zu helfen.

Fasziniert von den Geschöpfen, die ihren Verwandten und Freunden gar nicht so unähnlich sind, folgt Kes schließlich und tritt damit in eine neue Welt ein, die voller Licht und Leben ist, aber auch finsteren Intrigen und einer Gefahr, die nicht nur die Greifen, sondern auch ihre Lieben bedroht.

Derweil rüstet der König ihrer Heimat zum Kampf gegen die Greifen, weil er nicht bereit ist, sein Land kampflos aufzugeben. Doch kann eine Schlacht wirklich die einzige Lösung sein, um das Verderben aufzuhalten?

 

Zwar gehören Greifen auch noch zu den bekannteren Fabelwesen, spielen aber bisher in der Fantasy kaum eine Rolle, da die meisten Leser und Autoren doch Drachen vorziehen und mit den Hybridwesen aus Löwe und Adler nicht viel anfangen können.

Rachel Neumeier zollt den klassischen Mythen Respekt, bringt aber auch viel eigene Dinge ein. So sind die Greifen nicht nur instinktgesteuerte Bestien, sondern hochintelligente magische Wesen, die vielleicht langlebiger als die Menschen sind. Und sie erweisen sich zudem nicht als allmächtig, wie sich schnell zeigt.

Die Autorin nimmt sich Zeit, den faszinierenden Hintergrund zu entwickeln und die Charaktere einzufügen, so dass letztendlich nicht ganz so viel passiert wie man erwarten könnte.

Dafür verläuft auch die Handlung nicht gerade und wartet immer wieder mit kleinen Wendungen auf, die frühere Ereignisse in einem ganz anderen Licht darstellen. Am Ende des Buches sind zumindest schon einmal die Weichen gestellt – wie sich die Saga dann weiter entwickeln wird, ist noch offen.

Alles in allem lebt das Buch von seiner intensiven Atmosphäre, den facettenreichen Figuren und der Tatsache, dass es sich abseits eingetretener Pfade bewegt. Das macht es vor allem für erfahrene Leser interessant, die auf der Suche nach ungewöhnlicheren Werken sind.

 

„Herr der Winde“ hebt sich angenehm von der romantischen oder einfach gestrickten abenteuerlichen Fantasy ab, die derzeit in den Regalen der Buchhandlungen zu finden ist. Der Zyklus „Der Greifenmagier“ ist nämlich eine kleine Perle, die vor allem Leser ansprechen dürfte, die einen interessanten Hintergrund, eine komplexe Handlung und vielschichtige Figuren suchen.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023113005373724361430
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Herr der Winde

Reihe: Der Greifenmagier, Bd. 1

Autorin: Rachel Neumeier

broschiert, 430 Seiten

Bastei-Lübbe, erschienen Oktober 2011

Aus dem Amerikanischen von Thomas Schichtel

Titelbildgestaltung: Alexander Preuss

ISBN-10: 340420655X

ISBN-13: 978-3404206551

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B005NYS3C0

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 04.11.2011, zuletzt aktualisiert: 16.11.2022 17:36, 12187