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Herzblut – Gegen alle Regeln von Melissa Darnell

Reihe: Herzblut, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

In der neu geschaffenen Reihe „Darkiss“ möchte Mira vor allem junge Leserinnen ansprechen, die neben der Liebe auch Magie und Zauberwesen mögen, sie sich wie sie mit den üblichen Teenager-Problemen herumzuschlagen haben. Den Auftakt macht „Herzblut – Gegen alle Regeln „ von Melissa Darnell. Die heute in South Dakota lebende Autorin schreibt schon sehr lange Geschichten, für die sie in der Vergangenheit einiges an skurrilen Preisen wie etwa ein Pferd oder eine Harry-Potter-Gesamtausgabe eingeheimst hat.

 

Die höhere Schule ist für Savannah kein Zuckerschlecken. Zwar ist sie kein wirklicher Außenseiter und hat wenigstens ein paar Freundinnen, aber sie gehört auch nicht wirklich dazu.

Das hat nach der Grundschule angefangen, und sie versteht nicht warum sie die Mitglieder des Clann mit Hass verfolgen und so oft sie können mobben. Dabei genießen die doch an der Schule viele Privilegien, auch wenn niemand über das offene Geheimnis spricht, dass die meisten Angehörigen der Sippe über magische Fähigkeiten verfügen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war sie auch sehr eng mit Tristan zusammen, ihrem seelenverwandten Sandkastenfreund. Doch seit sie beide die höhere Schule besuchen, weicht er ihr aus, beteiligt sich aber wenigstens nicht an den Attacken der anderen Clanns.

Savannah bedauert dies, versucht sich aber damit abzufinden und ihren eigenen Weg in der Schule zu finden. Das ist gar nicht so einfach, denn auch manche der Lehrer scheinen etwas gegen sie zu haben.

Dazu kommen körperliche Probleme. Auch wenn sie täglich den Tee ihrer Tante trinkt, geht es ihr immer schlechter. Schließlich gestehen ihr Vater und Mutter die Wahrheit: Savannah ist kein normales Mädchen, sondern wesentlich mehr.

Die Clanns mögen sie nicht, weil ihre Mutter mit einem ehernen Gesetz gebrochen hat, weil sie sich als geborene Hexe in einen Vampir verliebt, ihn geheiratet und ein Kind bekommen hat.

Bisher konnten sie ihre Natur unterdrücken, nun aber bleibt ihnen nichts anderes, als zuzulassen, das Savannah sich weiterentwickelt und zu etwas wird, dass Tristan und den anderen Angehörigen der Clanns gefährlich werden könnte.

 

Probleme mit den Eltern und Lehrer, missgünstige Klassenkameraden und Gefühle, die unkontrolliert Wellen schlagen – welches Mädchen kann zwischen zwölf und achtzehn kein Lied davon singen. Und wer träumt in diesem Alter nicht manchmal davon, etwas Besonderes zu sein.

Auf diese Elemente setzt Melissa Darnell in ihrer Geschichte und verrät in einem Interview, dass sie manchen Ärger, den Savannah durchleben muss, aus eigener Erfahrung kennt. Daher wirkt vieles auch glaubwürdig und lebensnah, gerade wenn es um die Schilderungen des Alltags von Savannah und Tristan geht.

Besondere Spannung gewinnt die Geschichte durch die ständig wechselnde Sicht. So bleibt Tristan nicht außen vor und der schattenhafte, idealisierte Schwarm. Man erfährt, wie er über die Sache denkt, und was er als Angehöriger des Clann mitmachen muss. Denn auch die jungen Angehörigen sind angehalten, ihre Kräfte mit Verantwortung zu nutzen und nicht unbedacht einzusetzen. Die Ältesten erlegen ihnen strenge Regeln auf, damit die normalen Schüler sich keine Gedanken machen.

Denn auch wenn es Gerüchte gibt – bewahrheiten dürfen diese sich in der Öffentlichkeit nicht, denn die Geschichte spielt in einer sehr religiös geprägten Region.

Der Leser kann miterleben, wie und warum zwischen Tristan und Savannah Missverständnisse entstehen und die noch immer bestehende Freundschaft ernste Risse bekommt.

Zudem beschäftigt sich die Autorin zunehmend mit der Entwicklung ihrer Heldin, muss diese nun doch nicht nur mit der Beichte ihrer Eltern leben, sondern auch lernen, sich selbst zu entdecken und herauszufinden, was sie eigentlich ist und wie sie sich beherrschen kann. Immerhin bleiben Savannah und Tristan dabei sehr menschlich. Auch sie machen Fehler und zeigen Schwächen, vor allem müssen sie mit ihren Fähigkeiten haushalten, um nicht unangenehm aufzufallen und diese vor allem erst einmal beherrschen lernen. Das macht sie sympathisch und glaubwürdig.

Die Geschichte nimmt sich für all diese Dinge Zeit. Der Spannungsbogen ist daher eher niedrig, der rote Faden wird aber sauber weitergesponnen. Letztendlich liest sich das ganze Buch wie der Auftakt zu einer viel größeren Geschichte, denn am Ende bleiben mehr Fragen offen als beantwortet werden.

 

Alles in allem enthält „Herzblut – Gegen alle Regeln“ genau die Elemente, die für junge Leserinnen spannend sind – düstere Geheimnisse, die es aufzudecken gilt, eine Heldin, die erwachsen wird und nicht zuletzt eine intensive Liebe, die allen Schwierigkeiten und Feinden trotzt, aber dennoch zu einer Gefahr werden kann. So gesehen sind die phantastischen Elemente Mittel zum Zweck, um der ansonsten eher konventionellen Geschichte Würze zu verleihen und nur selten handlungstragend.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Herzblut – Gegen alle Regeln

Autor: Melissa Darnell

broschiert, 396 Seiten

Mira, erschienen März 2012

Übersetzung aus dem Englischen von Peer Mavek

Titelbild von Harlequin Enterprises

ISBN-10: 3862785130

ISBN-13: 978-3862785131

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B00BBS5LUY

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 21.02.2013, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53