Die Hexe Samina hat sich ihr Leben eingerichtet. In ihrer Buchhandlung verkauft sie Literatur an die normale Kundschaft, während es für Eingeweihte auch spezielle Artikel gibt. Dass es ihre Hauptaufgabe ist, ein Portal zur Dämonenwelt zu bewachen, wissen nur wenige. Doch dann taucht der Dämonenjäger Kuro auf. Dumm nur, dass eine Annäherung unvorstellbar ist. Das würde der Hexenrat niemals dulden.
Der Aufbau von Kerstin G. Rushs kurzer Urban Fantasy ist – sagen wir mal – etwas ungewöhnlich, handelt es sich doch um einen Episoden-Roman. Die Fantasy-Elemente werden durch Humor und Romantasy-Aspekte ergänzt. Die 9 Episoden beziehungsweise Kurzgeschichten finden jeweils an einem der Feiertage des keltischen Jahreskreises statt. Den Anfang macht Samhain.
Im Fokus stehen die für Hexenverhältnisse mit ihren 113 Jahren noch junge Hexe Samina sowie der Dämonenjäger Kuro. Eine Annäherung scheint ausgeschlossen, behandelt der allmächtige Hexenrat Dämonenjäger doch wie eine Art Sklaven. Die frühen Episoden bleiben recht oberflächlich und bieten bis auf die Charaktere wenig Gemeinsamkeiten. Das ändert sich erst langsam und führt zum Finale hin in eine Gesamthandlung. Erst jetzt werden viele Zusammenhänge erkennbar und führen zu einem runden Abschluss.
Die Autorin ergänzt jede Episode um Informationen zu den Hintergründen des jeweiligen keltischen Feiertags. Leider halten mit dem Begriff »Hexende« auch in diese keltisch-mystische Welt Gender-Formulierungen Einzug. Trotzdem kann dieser Episoden-Roman nach seinem etwas langsamen Einstieg bei Genre-Fans Gefallen finden, zumal die Romantasy-Elemente diskret bleiben.