Hexenerbe (Autoren: Nancy Holder & Debbie Viguie; Witch, Bd. 3)
 
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Hexenerbe von Nancy Holder & Debbie Viguie

Reihe:Witch, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Im Gegensatz zu Vampiren und Werwölfen ist die Faszination von Lesern, mehr über Hexen und Zauberer zu erfahren, ungebrochen und nie wirklich vom Markt verschwunden, vermutlich, weil sie zu diesen Figuren und Themen eine weitaus persönlichere Beziehung aufbauen können.

So dürfte auch „Witch“, die stark esoterisch angehauchte Saga von Nancy Holder und Debbie Viguie, den Nerv der Zeit treffen. Nun endlich ist der dritte Band der Reihe, „Hexenerbe“, erschienen.

 

Holly hat lernen müssen, dass sie kein gewöhnliches Mädchen ist, sondern einem Geschlecht von Hexen entstammt. Nun, mehr als ein Jahr nach dem Tod ihrer Eltern bei einem Rafting-Trip, lebt sie bei ihrer Tante in Seattle, die sie in die Geheimnisse der Familie eingeweiht hat und hat akzeptiert, dass sie vermutlich die mächtigste der Hexen ihrer Generation ist. Zusammen mit ihren Kusinen hat sie einen eigenen Zirkel gegründet, um ihre Kräfte beherrschen zu lernen.

Denn das ist immens wichtig, denn ihre Familie, die Cahors führen seit sechshundert Jahren Kampf gegen die Deveraux, die sich anders als sie nicht den Kräften der Göttin und der Natur, sondern eher den dunklen und schwarzmagischen Aspekten der Macht verschrieben haben.

Zudem hat sich auch der Geist ihrer Vorfahrin Isabeau in ihr festgesetzt, die nur ein Ziel hat: Die Seele ihres Erzfeindes Jean auszulöschen, dessen Geist ausgerechnet in Jeraud Deveraux schlummert, dem Sohn von Michael, dem Familienoberhaupt der Feinde, und dem Mann, in den sich Holly verliebt.

Inzwischen ist das Mädchen fest in den Kampf gegen die Feinde eingebunden und nicht mehr länger nur eine Randfigur. So reist sie auch nach London, als sie erfährt, dass ihre Kusine Nicole dort festgehalten wird. Dort angekommen erfährt sie, dass noch weit mehr hinter allem steckt, als nur eine einfache Familienfehde. Sie und die anderen Hexen finden unerwartete Verbündete, aber auch Feinde, die sie bisher nicht kannten.

Allerdings hat sich auch Michael Deveraux auf ihre Fersen geheftet, um Holly ein für alle Mal den Garaus zu machen. Er wähnt sich dabei sehr sicher – auch wenn es dabei einen schwer wiegenden Unsicherheitsfaktor gibt...

 

Weiter geht es mit der dramatischen Geschichte um ein „Romeo und Julia“-ähnliches Pärchen, das in einem Familienzwist gefangen ist, bei dem nicht nur Blut fließt, sondern auch wilde Magie entfesselt wird.

Die Autorinnen schöpfen weiter aus dem Vollen, was Hexenkunst und Wicca angeht. Sie bedienen sich all der Klischees, die seit Jahrzehnten in der Literatur aber auch in den Medien beliebt sind. Diesmal mischen sie auch noch ein wenig keltisch-heidnisches Flair mit dabei, was sich bei dem Besuch in England geradezu anbietet.

Ansonsten treiben sie den Kampf zwischen Michael Devereux und Holly in eine weitere Runde und garnieren das ganze mit ein paar Überraschungen. Allerdings gelingt es ihnen immer noch nicht richtig, eine klare Linie zu schaffen, auch wenn es diesmal zumindest am Anfang ein etwas klareres Ziel – die Rettung von Nicole – gibt. Aber kaum ist das geschehen geht wieder das übliche Geplänkel zwischen Holly und ihre dem Licht und den Idealen des Wicca zugewandten Hexen und den schwarzmagischen Zaubern der Deveraux.

Die Figuren haben immer noch keinen wirklichen Charakter entwickelt und bleiben weiterhin sehr blass. Daran kann auch die Enthüllung der gemeinsamen Familiengeschichte durch Rückblenden nicht viel ändern. Diese wirken eher störend, da sie nur selten etwas mit der aktuellen Handlung zu tun haben.

Zwar bemühen sich die Autorinnen durch ein wenig Action und Gewalt für Spannung zu sorgen, aber das allein reicht nicht aus, um wirklich eine fesselnde Geschichte zu erzählen.

 

Zwar hat „Hexenerbe“ gegenüber „Hexenkuss“ etwas an Fahrt aufgenommen, kaut aber erneut nur altgediente Klischees wieder und bleibt auch, gerade was die Figuren angeht, weiterhin oberflächlich, was dem Buch sehr viel an Spannung und Atmosphäre nimmt.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240615120529de065f81
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Hexenerbe

Reihe: Witch, Bd. 3

Autoren: Nancy Holder & Debbie Viguie

broschiert - 315 Seiten

Penhaligon, erschienen April 2011

Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Volk

ISBN-10: 3764530839

ISBN-13: 978-3764530839

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 25.06.2011, zuletzt aktualisiert: 08.02.2024 15:10, 11911