Hexenkuss (Autoren: Nancy Holder & Debbie Viguie; Witch, Bd. 1)
 
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Hexenkuss von Nancy Holder & Debbie Viguie

Reihe:Witch, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Auch wenn paranormale Romanzen immer noch sehr beliebt sind, geht der Trend doch inzwischen weg von den Vampiren und wieder hin zu einem breiteren Feld. Nach einer längeren Pause kommen auch magisch begabte Helden wieder in Mode, Hexen, Zauberer und Schwarzmagier bevölkern die Seiten der Romane, alte Kulte aus heidnischer Zeit werden ebenfalls herauf beschworen.

Der Zyklus von dem Autorenteam Nancy Holder und Debbie Viguie macht da keine Ausnahme. Erschienen ist nun „Hexenkuss“, der erste Band der „Witch“-Trilogie.

 

Eigentlich sollte es ein schöner Sommerurlaub werden, aber das ganze endet in einer Tragödie, als Hollys Eltern bei einem Rafting-Trip tödlich verunglücken. Zu allem Überfluss beginnen das Mädchen in der Trauer auch noch seltsame Träume zu quälen. So kommt sie schwer angeschlagen und traumatisiert zu ihrer Tante väterlicherseits, die in Seattle lebt. Die kümmert sich zusammen mit ihren Töchtern liebevoll um das Mädchen.

Allerdings erfährt sie nun auch noch ein Geheimnis, dass ihr die Eltern bewusst vorenthalten haben, nun aber ihr Leben zu bestimmen beginnt: Holly entstammt einer Familie von Hexen. Bereits über mehr als tausend Jahre liegen die Cahors mit den Devereaux in Fehde und vor sechshundert Jahren, in denen mehr als ein Waffenstillstand nahe zu sein schien, ereignete sich ein Blutbad.

Nun beginnt Holly auch ihre Träume zu verstehen, denn damals war sie die schöne Isabeau, die einen Jean Devereaux heiraten sollte und sich sogar in ihn verliebte. Sie ist die Reinkarnation des Mädchens und erkennt so auch in dem geheimnisvollen Jer den Mann, in den sie sich damals verliebte.

Was sie aber nicht weiß ist, dass die Devereaux selbst geschworen haben, ihre Familie ein für alle Mal zu vernichten und nun planen, zum finalen Schlag auszuholen, um uneingeschränkt ihre Macht ausüben zu können.

 

Die Autorinnen schöpfen aus dem Vollen, was Hexenkult und –klischees betrifft. Natürlich ist Hollys Familie die dem Licht zugewandte, die viele Regeln des Wicca achtet, die Devereaux haben sich der dunklen Magie zugewandt und leben diese auch in schwarzen Messen und mit viel Grausamkeit, wie es Hexern und Schwarzmagiern zu eigen ist, aus. Dazu kommt ein Schuss Romeo und Julia, denn natürlich bricht Jer alias Jean bewusst mit seiner Familie und seine geliebte Holly zu beschützen.

Das könnte trotz der vielen bekannten und oft benutzten Versatzstücke spannend sein – ist es aber leider nicht, da es den Autorinnen nicht gelingt, den roten Faden der Geschichte glaubwürdig zu führen. Immer wieder springen sie sinnlos von einer Szene zur anderen, nur weil ihnen diese gerade eingefallen zu sein scheint. Es gibt keine klare Trennung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Noch negativer aber wirkt sich aus, dass die Figuren ein Profil entwickeln. Das trifft auf die Helden ebenso zu wie auf die Schurken. Man kann weder die Motive von Jer noch die seines Vaters nachvollziehen, die Charaktere bleiben blass und selbst die Liebesgeschichte wirkt nur aufgesetzt. Alles in allem wirkt nichts wirklich überzeugend und kann den Leser lange an das Buch fesseln. Selbst die unverhohlene Schilderung von Gewalt und Grausamkeit kann nichts an diesem Eindruck ändern, sie stößt eher noch mehr ab.

 

„Hexenkuss“ ist damit eine ziemliche Enttäuschung – nicht nur für den erfahrenen Leser, der mehr als ein Wiederkäuen altgedienter Klischees erwartet, sondern auch für Teenager, die es schwer haben werden, sich mit den Figuren anzufreunden.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240615165400e8e5f5e2
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Hexenkuss

Reihe: Witch, Bd. 1

Autoren: Nancy Holder mit Debbie Vigue

broschiert - 318 Seiten

Blanvalet, erschienen November 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Volk

ISBN-10: 3764530766

ISBN-13: 978-3764530761

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 19.03.2011, zuletzt aktualisiert: 08.02.2024 15:10, 11652