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Höllenkind von Darren Shan

Reihe: Dämonicon Bd.2

Rezension von Carsten Kuhr

 

Kernel Fleck, heißt eigentlich Cornelius. Aber weil er sowieso schon ein gemiedener Außenseiter in der Schule ist, nennt er sich lieber Kernei, statt den unmöglichen Vornahmen zu nutzen, den seine Eltern für ihn ausgesucht haben.

Seit frühster Jugend kann er Lichter sehen. Die verschiedenfarbigen Erscheinungen schweben durch die Luft, einige pulsieren gar, und wenn er sich wirklich Mühe gibt, kann er sie bewegen. Doch niemand glaubt ihm, jeder zweifelt an seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit. Eines Nachts bildet sich aus den Lichtern ein Fester, eine Öffnung, durch die ein Dämon ihn anschaut.

 

Kernel kommt ein paar Tage später wieder zu sich. Er hat keine Ahnung mehr wo er war, und einen kleinen Bruder hat er auch plötzlich. Seine Eltern brechen alle Brücken hinter sich ab. Bei Nacht und Nebel zieht die Familie um, könnten die Behörden den unvermuteten Familienzuwachs doch den treusorgenden Eltern wegnehmen. Jahre später kommt es zur Katastrophe. Mitten während des Unterrichts öffnet sich ein Fenster, Dämonen dringen in unsere Welt, und Kerneis Bruder wird entführt. Er hat zwei Möglichkeiten - schreiend wegzulaufen, oder den Dämon, der seinen Bruder gepackt hält zu folgen. In Dämonata, der Welten der Dämonen trifft er auf den Zauberer Beranabus und seine Jünger - Menschen mit magischen Fähigkeiten, die ihr Leben dem Kampf gegen die Dämonen gewidmet haben. Zusammen mit diesen macht er sich auf, der Spur seines Bruders zu folgen, und kommt dabei der ultimativen Waffe, dem Ka-Gasch immer näher ...

 

Darren O'Schaughnessy hat mit seinem Zyklus um Darrane Shan, dem Vampir, für Furore gesorgt. Anders als viele seiner Kollegen aber merkte er es, als das Thema erschöpft war, und brachte seine Handlung zu einem runden Schluss. Den Darren Shan Romanen ließ er eine Reihe lose miteinander verketteter Romane um den Kampf der wenigen magiebegabten Menschen gegen die unsere Erde bedrohenden Dämonen folgen. Der Auftaktband las sich auch recht nett. Der Autor besann sich auf seine Stärken, überzeugte einmal mehr durch eine sehr einfühlsame Zeichnung eines jugendlichen Protagonisten, der zunächst so seine Probleme hat, die Existenz von Dämonen zu akzeptieren.

Insoweit hätte sich vorliegender Text eigentlich nahtlos anschließen sollen. Mal abgesehen davon, dass der Verlag versehentlich den Klappentext des avisierten dritten Bandes auf den Waschzettel gedruckt hat, ließ auch der Inhalt des Buches selbst mich mit Kopfschütteln zurück. Wo, so fragte ich mich, blieb die überzeugende Darstellung des Helden? Und was sollte ich mit dieser Handlung, die mehr einem Mix aus letztlich unausgegorenen Ideen darstellt, als dass ein einheitliches Ganzen geboten wurde, anfangen? Es fehlte an einem klar strukturierten Handlungsbogen, die Beschreibung der Dämonata-Welten blieb oberflächlich, von einer glaubhaften Motivation unserer Protagonisten mal gar nicht zu sprechen. Dies stolpert von einer Dimension in die nächste, entkommen immer wieder in letzter Sekunde, nur um sich erneut in den Fallen ihrer Opponenten wieder zu finden. Da kam keinerlei Lesefluss auf, das strotze vor Zufällen und Widersprüchlichkeiten, von einer glaubwürdigen Charakterisierung der Personen mal gar nicht zu sprechen. Dass der Autor es besser, viel besser kann, hat er mit den anderen Romanen bewiesen - von vorliegendem Werk sollte man lieber die Finger lassen.

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Höllenkind

Reihe: Dämonicon Bd.2

Autor: Darren Shan

Original: Demon Thief

Übersetzerin: Sabine Reinhardus

Knaur, Mai 2007

Broschiert, 329 Seiten

Titelillustration: Nonstock

ISBN-10: 3426635518

ISBN-13: 978-3426635513

Erhältlich bei: amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.04.2007, zuletzt aktualisiert: 20.07.2019 10:39