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Höllische Weihnachten von Alisha Bionda

Reihe: Ars Amoris Bd. 2

Rezension von Carina Schöning

 

Rezension:

Passend zur Weihnachtszeit erscheint mit „Höllische Weihnachten“ die neueste dunkel-erotische Anthologie aus der kreativen Ideenschmiede der deutschen Autorin und Herausgeberin Alisha Bionda. Wer bei dem Wort Weihnachten sofort an heimeliger Kuschel-Atmosphäre und gemütlichem Plätzchen- und Glühwein-Konsum denkt, ist hier leider eindeutig fehl am Platz. Ein weiteres Mal hat die Herausgeberin eine bunte Mischung an neuen und etablierten Autoren herausgesucht und präsentiert neun düstere Erzählungen und Kurzgeschichten, die das klassische Familienfest mal etwas anders interpretieren. „Höllische Weihnachten“ ist zugleich auch der zweite Band aus der erotischen „Ars Amoris“ Reihe und natürlich darf diese Komponente bei den einzelnen Geschichten nicht fehlen.

 

Nach einem kurzen Vorwort von Alisha Bionda geht es mit „Angst“ von David Grashoff schon los. Der Erzähler Tristan leidet schon seit einigen Jahren unter starken Angstanfällen und Panikattacken. Mit vielen Medikamenten und bitterbösen Humor quält er sich erfolgreich durchs Leben. Nach dem obligatorischen Weihnachtsessen mit seiner Mutter an Heiligabend trifft er später im Bus auf die Gothic-begeisterte Sofia und erlebt eine schicksalhafte Überraschung.

Auch die nicht mehr ganz so junge Charlotte in Tanya Carpenters Erzählung „Teufel an der Wand“ hat eine überraschende und mysteriöse Begegnung. Nachdem sie nach 25 Jahren Ehe von ihrem Exmann geschieden und durch eine jüngere Geliebte ausgetauscht wurde, glaubt sie nicht mehr wirklich an die Liebe. Der wesentlich jüngere und gut aussehende Luc zeigt jedoch echtes Interesse an ihr und lädt sie auf dem Weihnachtsmarkt auf einen Glühwein ein.

„Im Bann des Mondes“ von Linda Koeberl handelt von dem Biker Joschua, der unfreiwillig in einen Werwolf verwandelt wurde und an Weihnachten ausgerechnet bei seiner alten Jugendliebe Grace Schutz sucht.

„!Harlowe“ von Klaus-Peter Walter überrascht mit einem interessanten und ungewöhnlichen Urban Fantasy Setting und vielen skurrilen Ideen. Der klischee-behaftete Privatdetektiv !Harlowe erhält am Fest der Liebe Besuch von der ehemaligen Wrestlerin und jetzige Bordellbesitzerin Yellow Pliscke, deren verstorbener Mann Arian Katschiragan, ein erfolgreicher armenischer Mafia-Pate das gemeinsame Kind in die Dimension der Toten entführt hat. !Harlowe soll nun die kleine Priss aus seinen Fängen retten und stößt dabei auf allerlei kreative Gestalten.

Auch die titelgebende Erzählung „Höllische Weihnachten – Das Strafgericht des Hauses Sundheim“ von Ascan von Bargen kann gekonnt überzeugen. Der mehrfach ausgezeichnete Soldat Dorland kehrt nach seinem gefährlichen Afghanistan-Einsatz zurück ins zivile Leben. An dem privaten und privilegierten Internat auf Schloss Sundheim ist eine Stelle als Lehrer frei geworden. Doch kaum dort angekommen stößt er auf unheimliche schwarz-magische Rituale und bizarre Praktiken, an denen seine neuen Kollegen nicht ganz unschuldig sind.

Auch der hübsche und erfolgreiche Guy Faber muss sich in Lothar Nietsch` „Die vergessene Göttin“ mit schwarzer Magie herumschlagen. In einem wahrlich außergewöhnlichen Adventskalender findet er eine Einladung ins Schloss der alternden Baroness, die sexuell immer noch ihren früheren Vorlieben nachgeht.

„Santa Baby“ von Sabine Ludwigs erzählt von der einsamen Büroangestellte Christin, die nach der betrieblichen Weihnachtsfeier zum ersten Mal einen Erotik-Club besucht und dort dem Striptease-Tänzer Nick in seinem sexy Weihnachtsmann-Kostüm verfällt.

Auch die junge Jeanna in Arcana Moons Geschichte „Das Zeichen der Venus“ ist sexuell ihrem cholerischen und herrischen Freund Richard verfallen. Schon seit einiger Zeit lässt sie sich von ihm quälen und demütigen, aber nun soll Dank der Hilfe ihrer selbstbewussten Großmutter Evana und dem geheimnisvollen Schatz im Silberkästchen endgültig Schluss damit sein.

Abschließend präsentiert uns Arthur Gordon Wolf in „Der Fluch der Dearg-Due“ eine irische Variante des derzeit so angesagten Vampir-Mythos. Der Anlageberater Darragh wurde von seiner Frau verlassen und feiert nun alleine Heiligabend. In einem kleinen irischen Pub erlebt er eine schicksalhafte Begegnung mit der außergewöhnlich hübschen Deidre, die sofort versucht mit ihm zu flirten und dabei ganz eigene Ziele verfolgt.

 

Wie auch bei dem ersten Teil der Reihe „Schattenversuchungen“ stimmt die Auswahl der Autoren und die Verarbeitung und Ausstattung der Anthologie ist ähnlich hervorragend. Den einzelnen Erzählungen und Kurzgeschichten sind erotische schwarz-weiß Grafiken des Künstlers Crossvalley Smith vorangestellt, die die einzelnen Themen noch einmal stimmig und passend unterstreichen. Dazu gibt es die obligatorischen Kurz-Biografien der verschiedenen Autoren, die aber auch mal ruhig etwas ausführlicher ausfallen dürften. Parallel zu der Anthologie erscheint auch der dritte Teil der „Ars Amoris“ Reihe, nämlich „Die Herrin der Dornen“ von Karl Georg Müller.

 

Insgesamt ist „Höllische Weihnachten“ eine in sich stimmige Anthologie aus dem Bereich Dark Fantasy und Erotik. Gerade wer von dem ganzen Weihnachtstrubel und allgegenwärtigen Konsum-Rausch nicht viel hält oder auch einfach nur als abwechslungsreiches Kontrastprogramm dazu, findet hier spannende und vielschichtige Erzählungen mit erotischem Touch.

 

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Anthologie:

Höllische Weihnachten

Reihe: Ars Amoris Bd. 2

Herausgeberin: Alisha Bionda

Deutsche Originalausgabe 2009

Cover- & Innengrafiken Crossvalley Smith

Reihen- & Coverlayout Atelier Bonzai

Sieben Verlag

Paperback, 194 Seiten

ISBN 978-3-940235-42-8

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.12.2009, zuletzt aktualisiert: 02.11.2017 18:47