Bei Pastor Hege erscheint eine ihm unbekannte Frau, um zu beten. Als sie ihm erzählt, sie hätte einen Dämon, nimmt er das natürlich nicht wörtlich. Doch dann berichtet sie, mehrfach getötet zu haben.
»Eine absurd witzige Horrorkomödie«, heißt es im Klappentext. Mit dieser Erwartungshaltung habe ich Nicole Siemers Buch gelesen. Und genau darin liegt der Grund, weshalb es mit äußerst schwerfällt, dieses Buch zu beurteilen. Ich kann definitiv nicht behaupten, dass es sich um ein schlechtes Buch handelt. Allerdings kommt an dieser Stelle ein großes »Aber«. Denn um eine Horrorkomödie handelt es sich bei diesem Werk in meinen Augen nicht einmal annähernd. Auch von »absurd witzig« kann keine Rede sein. Ich würde dieses Buch eher als seelisches Drama mit Fantasy- und Horror-Elementen beschreiben. Drama ist jedoch ein Genre, das ich normalerweise nie lesen würde.
Die Protagonistin ist eine Frau, die seit sie 13 Jahre alt war, immer wieder äußerst dramatische Ereignisse überstehen musste. In diesem Rahmen hat sie sich mit einem Dämon verbündet, der seitdem in ihr lebt. Dabei kommt es zwar auch zu komischen Situationen, nur spielen diese keineswegs eine Hauptrolle. Das Dramatische bleibt eindeutig dominierend. Die Handlung springt dabei in verschiedenen Zeitebenen zwischen der Zeit als 13-jährigem Mädchen, mehreren Zeitebenen dazwischen und der aktuellen Zeit, in der der Pastor eine Rolle spielt, hin und her. Das funktioniert – wie bereits erwähnt – durchaus als Drama. Meine Erwartungshaltung an eine Horrorkomödie hat die Geschichte jedoch weit verfehlt.