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Ich sehe was... Strandpiraten von Jean C. Marzollo u. Walter Wick

Rezension von Björn Backes

 

„Siehst Du die Palme und den Drachen aus Sand,

vom Hummer die Zange und den Ritter am Band?“

 

Entgegen der ersten Vermutungen, die der Titel dieses hübschen Bildbandes prompt aufwirft, handelt es sich bei „Ich sehe was… Strandpiraaten“ keinesfalls um ein reines Buch um die derzeit wieder sehr beliebte Piraten-Thematik. Stattdessen haben Jean Marzollo und Walter Wick einen richtig dicken Schmöker voller interessanter Bilderrätsel entworfen, in denen es vorrangig darum geht, bestimmte Figuren und Gegenständen in einigen raffiniert illustrierten Grafiken aufzuspüren und dabei manche Doppeldeutigkeit der kurzen Begleittexte aufzunehmen, um den nicht minder clever versteckten Wortwitz der Suchaufgaben einzubinden.

 

„Strandpiraten“ ist unterdessen lediglich ein Kapitel einer Serie namens „Ich sehe was…“ die derzeit mit den verschiedensten Themen aufwartet und teilweise auch sehr spezifisch aufgebaut ist. Da gibt es Bände zur Winterzeit und zur Schule, aber auch eine reine Schatzsuche. Dieser Band hingegen ist relativ bunt zusammengestellt und führt den Leser über einen lustigen Zauberwald und ein Gruselkabinett bis hin zu einem fantastisch animierten Regenbogenexpress. Insgesamt werden 13 unterschiedliche Phantasiewelten dargestellt, bevor dann das erste Kapitel dieses Doppelbandes beendet wird.

Im nächsten Kapitel spezialisiert man sich dann weitestgehend auf das mächtige Treiben auf der Theater- und Zirkusbühne, wobei die Abbildungen stellenweise ein wenig abstrakt sind und nicht dem klassischen Bilderbuch-Schema entsprechen. Da werden Fotografien mit ausgefallenen Collagen und Computergrafiken gemischt, was an ich wirklich sehr originell wirkt, aber nicht zwingend das jüngere Publikum anspricht – was schließlich auch das einzige Problem ist: Hier und dort könnte das Design einfach ein wenig lockerer und humorvoller sein. Gerade im zweiten Teil sind die Farbtöne relativ blass und dunkel, wobei versucht wird, mit starken Kontrasten einen einprägsamen Effekt zu erzielen. Das mag mitunter auch gelingen, doch streng betrachtet fehlt hier das sympathische, ansprechende Element, welches auch die kleinste Generation begeistern könnte – und gerade die sollte die vorrangige Zielgruppe einer solchen Publikation sein.

 

Davon abgesehen sind die Suchaufgaben stellenweise wirklich anspruchsvoll, da die erwähnten Gegenstände selten auf den ersten Blick ins Auge stechen. Gerade in den dunkleren Bildern muss man lange stöbern, bis man alles beisammen hat, was den Grad der Herausforderung natürlich begünstigt. Rein inhaltlich ist „Ich sehe was… Strandpiraten“ daher auch wirklich sehr stark und unterhaltsam, aufgrund der ordentlichen Quantität zudem ein Garant für langfristigen Spaß. Nur die Grafik… mit der wird man irgendwie so schnell nicht warm!

 

 

Fazit:

Die Idee hinter diesem interaktiven Bilderband ist wirklich sehr, sehr gut, die Umsetzung grundsätzlich auch, gerade was den Text betrifft. Nur bei der Wahl des Bildmaterials hätte man stellenweise den künstlerischen Anspruch eine Spur zurückschrauben sollen, um den Fotos die nötige Wärme zu verpassen. Davon abgesehen ist „Ich sehe was… Strandpiraten“ nämlich ein wirklich fabelhaftes Buch!

 

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Ich sehe was... Strandpiraten

Autor: Jean C. Marzollo u. Walter Wick

Gebundene Ausgabe: 68 Seiten

Verlag: Kosmos (Franckh-Kosmos); Auflage: 1 (Juni 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3440116530

ISBN-13: 978-3440116531

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.01.2009, zuletzt aktualisiert: 22.01.2015 23:44