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Illuminati

Rezension von David Grashoff

 

Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich mir Gedanken über die Weltherrschaft mache. Ich weiß, dass mag zwar ein wenig seltsam klingen, aber man muss sich halt Ziele setzen im Leben. Was mir inzwischen aber klar ist – und das macht dieses Unterfangen auch so schwierig -, ist die Tatsache, dass man dafür jede Menge Macht und Einfluss benötigt.

Damit hat sich das Thema für mich auch schon erledigt.

Zum Glück gibt es mit Illuminati ein neues Brett- bzw. Kartenspiel von Pegasus, dass den Spielern erlaubt, ein Geflecht aus Organisationen anzulegen, um dem großen Ziel Weltherrschaft, zumindest in seiner Phantasie, einen Stück näher zu kommen.

So richtig neu ist Illuminati allerdings nicht, sondern die Neuauflage eines Spiels, das nun 23(!) Jahre auf dem Buckel hat, natürlich modernisiert und in ein neues Gewand verpackt.

 

Illuminati kommt in einer großen, sehr ansehnlichen Box daher, was man bei einem Inhalt bestehend aus 240 Karten, 2 Würfeln und 234 kleine Kartonmünzen, durchaus als Platzverschwendung ansehen könnte und auch das DIN-A4 Regelheft rechtfertigt nicht wirklich die Größe dieser Schachtel. Die Spielkomponenten sind allesamt von guter Qualität und machen einen strapazierfähigen Eindruck. Gerade die Karten sehen dabei auch noch richtig gut aus und transportieren auf gekonnte Weise die satirische Gesamtstimmung dieses Produkts, denn bei Illuminati kommt der Humor nicht zu kurz.

 

Das Ziel des Spiels ist also die Weltherrschaft zu übernehmen. Dabei beginnen die Spieler mit einer Gruppe von Verschwörern, wie die Bayrischen Illuminati, die Jünger Cthulhus oder auch die Diskordische Gesellschaft, die nach und nach weitere Gruppen kontrollieren können und ein ganzes Geflecht an Organisationen bilden. Alles diese Gruppen sind auf Karten abgebildet, die an einander angelegt werden können.

Das Basisziel des Spiels besteht darin eine gewisse Anzahl an Gruppen zu kontrollieren (je nach Spieleranzahl). Jede der Illuminati Organisationen hat allerdings auch eine eigenständige Siegbedingung.

 

Was auf jeden Fall positiv auffällt ist die sehr kurze Vorbereitungszeit für Illuminati. Ein paar Karten auf den Tisch gelegt und schon kann es losgehen.

Wenn jeder der Spieler sich für eine Illuminati Gruppe entschieden hat (oder gelost wurde), geht es auch schon zur Sachen. In der Tischmitte liegen die offenen Gruppen, die von den Spielern kontrolliert werden können. Was Anfangs noch recht gesittet vonstatten geht, kann aber schnell dreckig werden, nämlich dann, wenn man es auf eine Gruppierung abgesehen hat, die ein Gegner bereits kontrolliert. Dabei wird per Würfelwurf entschieden, ob es gelingt diese Gruppe zu übernehmen oder gar zu zerstören. Dabei spielen aber allerlei Faktoren eine Rolle, wie die Gesinnungen der Gruppe, ihre Nähe zu der alles kontrollierenden Illuminati-Gruppe, und nicht zu vergessen, dem Geld (die Währung nennt sich MegaTeuro also MT), das die Spieler bereit sind für den Angriff bzw. die Verteidigung auszugeben. Dabei gilt: wer viele Gruppen kontrolliert, hat normalerweise auch viel Geld. Besonders schön ist auch die Tatsache, dass sich fremde Spieler in den Kämpfen, um die Gruppen einmischen können, und ihr Geld, und somit auch ihre Kampfkraft, der einen oder anderen Seite zuteilen können. Zu guter letzt gibt es auch besondere Sonderaktionskarten, die gewisse Auswirkung auf Übernahme- oder Zerstörungsaktionen haben können, oder beispielsweise erlauben, mitten im Spiel seine Illuminati-Karte, und somit auch sein Ziel, nach belieben umzutauschen.

Was sich vielleicht ein wenig kompliziert ließt, ist aber in wenigen Spielrunden so verinnerlicht, dass man sich ganz auf das Ausbauen seiner Machtstruktur konzentrieren kann.

Dabei werden Partnerschaften gebildet, eine Runde später gebrochen, nur um sich wieder einen Schritt weiter in Richtung Siegbedingung zu bringen, oder um den Gegner daran zu hindern, es zu machen. Die Tatsache dass manche Gruppierungen meist dabei noch besondere Fähigkeiten besitzen (wie auch die Illuminati-Gesellschaften) bringt noch zusätzliches Feuer in die Partie. Auf jeden Fall empfehlenswert beim Spielen einer Runde Illuminati ist das laute Ansagen von Kontrollversuchen, denn wenn die Goldfischzüchter versuchen das C.I.A. zu kontrollieren und dabei von den Leichenbestattern unterstützt werden, bleibt in der Regel kein Auge trocken.

Aufgrund der Vielzahl der Karten ist bei Illuminati auch für Langzeitmotivation gesorgt, da keine Spiel wie das andere abläuft.

Obwohl die Regeln gut verständlich und leicht erlernbar sind, wird ein Mindestalter von 12 Jahren empfohlen, was aufgrund der Thematik des Spiels verständlich ist. Jüngere Spieler könnten wahrscheinlich auch wenig mit der satirischen Komponente des Spiels anfangen, was aber gerade eine der großen Stärken des Spiels ist.

Die Spieldauer beträgt je nach Spieleranzahl, zwischen 1 und 3 Stunden. Empfohlen sind 2-6 Spieler, wobei Illuminati aber erst bei 3 oder sogar 4 Spielern, seinen ganzen Charm entfaltet.

 

Illuminati ist ein tolles Spiel, das richtig Spaß macht. Das Spielsystem ist schnell erlernt, bietet aber jede Menge taktische Kniffe und Tricks, um seinen Gegnern das Leben schwer zu machen und sie gehörig zu ärgern. Das humoristische Thema des Spiels wird durch die Karten gut rübergebracht und lädt immer wieder zum Schmunzeln ein. Einziger Wehrmutstropfen ist die etwas nervige Verteilung und Verwaltung der MegaTeuro, die bei größeren Machtstrukturen schon mal etwas verzwickt werden können.

Trotzdem komme ich nicht umher für Illuminati eine absolute Kaufempfehlung auszusprechen. Greift zu und FNORD.

 

Eure Meinung:


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Illuminati

von Steve Jackson

Verlag: Pegasus

Spieldauer: 60-120 Minuten

Spielerzahl: 2 bis 6

Altersempfehlung: 12 bis 99 Jahre

ASIN: 3937826408

Erhältlich bei: Amazon

 

Inhalt:

 

  • 229 Spielkarten,
  • 11 Blankokarten,
  • 234 Megateuro-Münzen,
  • 2 sechsseitige Würfel,
  • Spielregel

 


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Erstellt: 02.02.2006, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50